Video-Tipp: „Türsteher Europas“

16.08.2018/EG aus dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), Mainz

Dokumentation von Jan M. Schäfer und Simone Schlindwein über europäische ‘Außengrenzen‘ auf dem afrikanischen Kontinent

„Profiteur dieser Politik ist die Rüstungsindustrie. Die EU bildet afrikanische Sicherheitsbehörden aus und liefert Material. In 12 Ländern haben die Autoren der Dokumentation erkundet, wie Europa seine Außengrenzen in den afrikanischen Kontinent verschiebt.

Bei den Deals hat die EU klare Ziele: Entwicklungshilfe gegen Flüchtlingsstopp. Mehr als acht Milliarden Euro investiert die EU in den kommenden Jahren. Wer beim Kampf gegen Migration als Türsteher der EU agiert bekommt Geld.“ zdf.de

Arbeitsmarkt: Hoher Anteil niedriger Löhne trotz Wirschaftswachstum

14.08.2018/EG aus dem Blog MAKROSKOP, Wiesbaden

Markus Krüsemann, Soziologe, über den abgehängten Teil des hochgejubelten Arbeitsmarktes

Nach Jahren des zum Teil freiwilligen Verzichts auf größere Lohnsteigerungen (Bündnis für Arbeit) bemühen sich die großen Gewerkschaften zwar, für die Beschäftigten in den unteren Lohngruppen vergleichsweise höhere Gehaltssteigerungen durchzusetzen, doch bleibt dieser Effekt aufgrund ihrer geschwundenen Verhandlungsmacht sehr begrenzt. Verschärft wird die Lage durch die anhaltende Tarifflucht von Unternehmen, die zudem mit Strategien des Outsourcings gleich zwei entscheidende Hebel zur Durchsetzung von Niedriglöhnen in der Hand haben. makroskop.eu

Zum Thema

Dokumentation von ARTE über erfolgreiche Unternehmen, motivierte Mitarbeiter und faire Löhne

„Die Mondragón Corporación Cooperativa ist mit rund 74.000 Mitarbeitern das siebtgrößte Unternehmen in Spanien. Trotz der Größe des Konzerns hat sich Mondragón die Menschlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Noch nie wurde ein Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen entlassen. Und ein Manager verdient höchstens das Sechsfache eines einfachen Arbeiters.“ arte.tv/youtube.de

Studie: Früher Kindergartenbesuch ohne Einfluss auf Entwicklung

10.08.2018/EG aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

These ‘Früher Kindergartenbesuch verbessert die Entwicklungschancen‘ ist nach der aktuellen Studie der Universität Erlangen-Nürnberg und des IAB nicht haltbar

„Der hier zusammengefassten Studie zufolge lässt sich nicht nachweisen, dass sich ein früherer Kindergartenbesuch im Durchschnitt auf die Entwicklung von Kindern auswirkt – zumindest dann nicht, wenn der zeitliche Unterschied für den Eintritt in den Kindergarten bei knapp dreijährigen Kindern fünf Monate nicht überschreitet.

Dies gilt für kognitive Fähigkeiten, wie sie etwa in Sprach- oder Mathematiktests erhoben werden, ebenso wie für nicht kognitive Fähigkeiten wie Verlässlichkeit oder Verträglichkeit mit anderen Kindern. Dabei ist schon im Alter von sechs Jahren kein Effekt eines früheren Kindergartenbesuchs festzustellen. Dies gilt auch für Kinder aus sozial schwächeren Haushalten.“ iab-forum.de

Zum Thema

Wie das Hirn lernt erklärt Gerald Hüther, Neurologe, im Gespräch mit Ken Jebsen hier youtube.com und hier kenfm.de.

Buchtipp: Die Einkreisung

09.08.2018/EG

Caleb Carr: Die Einkreisung

Roman (Historischer Krimi/Thriller)

New York 1896: Unter Polizeichef Theodore Roosevelt kommt es zu einem grauenvollen Mord, der sich als Teil einer ganzen Mordserie erweist. Mit den Ermittlungen wird Dr. Kreisler beauftragt, ein Vorläufer Sigmund Freuds. Gegen erbitterte Widerstände gelingt es ihm, mittels eines detaillierten Psychogramms den Mörder einzukreisen. Weiterlesen

„Die soziale Spaltung droht noch weiter zu wachsen“

08.08.2018/EG aus dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V., Berlin

Paritätisches Jahresgutachten 2018: „Das deutsche Steuersystem verschärft soziale Ungleichheit, indem es zu wenig solidarisch umverteilt“

„Selbst der Mindestlohn hat nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei seiner Einführung maximal 60.000 Menschen von den damals 1,3 Millionen Aufstockern aus der Grundsicherung geführt. Die steigenden Mietkosten in den städtischen Zentren und zunehmend auch im näheren Umland werden weder durch Anpassungen des Mindestlohns, noch durch entsprechende Reformen der vorgelagerten Sicherungssysteme – namentlich des Wohngeldes – auch nur annähernd kompensiert. Ebenfalls zu berücksichtigen ist das große Ausmaß der Nichtinanspruchnahme von Sozialleistungen durch Menschen, die eigentlich Rechtsansprüche auf zusätzliche Leistungen haben.“

(…)

„Atypische und/oder schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse haben deutlich zugenommen. Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitet heute im Niedriglohnsektor. Leiharbeit sollte einen Weg in reguläre Beschäftigung ebnen und wurde deshalb stark dereguliert. Wir wissen heute jedoch, dass der sogenannte Übernahmeeffekt bei den Entleihfirmen nicht einmal bei jedem zehnten Leiharbeiter eintritt. Gleichwohl ist die Zahl der Leiharbeiter von damals 300.000 auf heute rund eine Million gestiegen. Auch bei den Minijobs, derzeit rund 7 Millionen, funktioniert der Wechsel in reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse nicht. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verharrt darüber hinaus seit langem bei etwa 900.000 Menschen.“

Das komplette Paritätische Jahresgutachten 2018 lesen Sie hier infothek.paritaet.org.

Anmerkung der Redaktion: Zum Thema Ungleichheit finden Sie ergänzende Artikel im Schlagwort-Archiv.