Aktuelle Prognosen zum Mangel an Arbeitskräften

31.05.2015/EG

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw): Bis 2020 fehlen 1,8 Millionen Arbeitskräfte (230 Tsd. in Bayern) – Bis 2040 fehlen 3,9 Millionen Arbeitskräfte (560 Tsd. in Bayern) – Größte Engpässe bei Gesundheit und Pflege

Industrie- und Handelskammern in Bayern (bihk): Bis 2030 fehlen 347 Tausend Arbeitskräfte in Bayern

The Boston Consulting Group (bcg) GmbH: Bis 2020 fehlen 690 Tausend Arbeitskräfte (240 Tsd. in Bayern) fehlen – 2030 könnten zwischen 5,75 und 7,66 Millionen Arbeitskräfte (1,20 bis 1,47 Mio. in Bayern) fehlen

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) hat auf ihrem Kongress „Arbeitslandschaft 2040“ ein Update ihrer Studie zur Fachkräftesicherung vorgestellt. Das zentrale Ergebnis: Der Fachkräftemangel in Deutschland steigt bis 2020 nur leicht an, von 1,7 Millionen auf 1,8 Millionen Arbeitskräfte. Langfristig bis 2040 sinkt er leicht von vier auf 3,9 Millionen. Der Mangel an Fachkräften mit einem beruflichen Abschluss wird nach der jüngsten Erhebung noch deutlicher ausgeprägt sein als in der Vorgängerstudie prognostiziert. Unter den erwarteten 1,8 Millionen fehlenden Fachkräften sind 1,2 Millionen mit Berufsabschluss und gut 500.000 Hochschulabsolventen. Bei der letzten Erhebung entfielen bei einer Fachkräftelücke von 1,7 Millionen Personen 1,1 Millionen auf Personen mit beruflicher Bildung und 640.000 auf Hochschulabsolventen. „Es findet also eine Verschiebung der Fachkräftelücke statt, hin zu den Berufen, die eine Lehre bzw. Technikerausbildung erfordern“, so vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Weiterlesen↗vbw-bayern.de

Industrie- und Handelskammern in Bayern (bihk)

Bis zum Jahr 2030 prognostiziert der IHK-Fachkräftemonitor Bayern eine Vergrößerung der Fachkräftelücke auf 347.000 Personen. „Allein mit der Aktivierung der heimischen Fachkräftepotentiale werden wir diese Lücke nicht schließen können“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), vor der Presse. Bayern benötige vielmehr eine dauerhafte Zuwanderung. „Sie muss über ein transparentes deutsches Zuwanderungssystem gesteuert werden“, fordert der BIHK-Chef. Dieses müsse Kriterien wie Qualifikation, Berufserfahrung, Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und Alter‎ nach einem Punktesystem berücksichtigen. Darüber hinaus müssten auch Flüchtlinge einen leichteren Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhalten. „Zusätzlich müssen wir unsere Willkommenskultur und die Integration der Zuwanderer stärker fördern“, betont Driessen.

Ganz oben auf der Wunschliste der Betriebe stehen Mechatroniker, Automatisierungstechniker, Maschinenbauer oder Elektroniker. Weiterlesen↗bihk.de

The Boston Consulting Group (bcg) GmbH

Vom Babyboom zur Mangelware – der demografische Wandel wird zu einem großen Problem für den deutschen Arbeitsmarkt, denn Fachkräftemangel bremst das Wirtschaftswachstum. Diese Entwicklung wird sich bis 2030 noch verschärfen. In Deutschland könnten so in den kommenden 15 Jahren 5,8 bis 7,7 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Dies geht aus der Studie Die halbierte Generation von The Boston Consulting Group hervor.

Eines der vier Szenarien ist das sogenannte Basisszenario, dem beispielsweise eine optimistische Bevölkerungsentwicklung zugrunde liegt, die bereits eine hohe Nettomigration und eine steigende Erwerbsquote voraussetzt. In diesem Basisszenario ergibt sich in Deutschland eine Arbeitskräftelücke von 6,1 Millionen im Jahr 2030. In den Bundesländern werden die Lücken unterschiedlich groß sein: Während Bayern das nach absoluten Zahlen höchste Arbeitskräftedefizit von rund 1,2 Millionen verzeichnen könnte, sieht sich Thüringen mit der größten relativen Lücke von minus 28 Prozent konfrontiert. Weiterlesenbcg.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn

Eine differenziertes Bild (Grafik) zwischen Erwerbspersonen und Erwerbstätigen vor Einbeziehung der beruflichen Flexibilität nach Berufsgruppen von 2005 bis 2030 für Fachkräfte finden Sie beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn. Weiterlesenbibb.de