Anwendungsbeobachtung ein Instrument für Korruption?

18.05.2015/EG aus dem Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V., Berlin

Transparency wertete vier Jahre zu Anwendungsbeobachtung (AWB) aus: Wissenschaftlicher Nutzen für die Allgemeinheit gleich Null – Potentieller Schaden immens

Anwendungsbeobachtungen (AWB) sollen nach dem deutschen Arzneimittelgesetz (AMG) und den dazu erlassenen Richtlinien des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) der Gewinnung von Erkenntnissen über bereits zugelassene oder registrierte Arzneimittel dienen.

In den drei untersuchten Jahren von 2008 bis 2010 war die Teilnahme von insgesamt über einer Million PatientInnen und 126.764 ÄrztInnen (Mehrfachnennungen möglich) aus den AWB-Anzeigen ersichtlich. Dafür veranschlagt wurden pro AWB durchschnittlich rund eine halbe Million allein an Honorarkosten. Für den einzelnen Arzt belief sich nach den vorliegenden Daten das Honorar auf rund 19.000 Euro im Durchschnitt. Damit können AWB als ein Instrument von unzulässiger Einflussnahme auf Ärzte und Korruption im Gesundheitswesen angesehen werden.

Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse fordert Transparency eine sofortige Änderung des Arzneimittelgesetzes. Weiterlesen↗