Arbeiterkinder werden seltener Master

21.05.2015/EG aus der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Bachelor für die Masse – Master für Leistungsstarke

Kinder ohne bildungsbürgerlichen Hintergrund studieren nicht nur seltener als andere. Sogar wenn sie es an die Uni geschafft haben, wirkt die soziale Herkunft weiter: Sie begnügen sich häufiger mit dem Bachelor-Abschluss, statt ein Master-Studium dranzuhängen.

Die Aufteilung in Bachelor- und Master-Studium hat eine neue Hürde im Bildungssystem geschaffen. Dies war den Bildungsexperten Markus Lörz, Heiko Quast und Jan Roloff zufolge durchaus beabsichtigt: Der Bachelor war für die breite Masse gedacht, der Master als vertiefende Ausbildung für besonders Leistungsstarke.

Tatsächlich machen allerdings drei Viertel der Studierenden nach der Bachelor-Prüfung weiter. Was unterscheidet sie von denjenigen, die der Uni früher den Rücken kehren – in erster Linie bessere Studienleistungen? Dieser Frage sind die Wissenschaftler von der Universität Hannover und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung mittels einer mehrmaligen Befragung von gut 1.800 Studienberechtigten nachgegangen. Ergebnis: Auch nach mehreren Semestern an der Hochschule wirkt die soziale Herkunft weiter. Studierende aus ‚weniger privilegierten Gruppen‘ nehmen nur zu rund 60 Prozent ein Master-Studium auf, in ‚privilegierten Gruppen‘ sind es dagegen mehr als 80 Prozent. Weiterlesen↗boeckler.de