Armut und soziale Ausgrenzung nehmen zu

05.11.2015/EG aus dem Statistischen Bundesamt, Wiesbaden

Statistisches Bundesamt: 20,6 Prozent der Bevölkerung Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht – EU-Anteil bei 24,4 Prozent

20,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland – das sind 16,5 Millionen Menschen – waren 2014 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. 2013 hatte dieser Anteil bei 20,3 Prozent (16,2 Millionen Menschen) gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der Erhebung ‚LEBEN IN EUROPA‘ (EU-SILC) weiter mitteilt, war der Anteil armer oder sozial ausgegrenzter Menschen in der gesamten Europäischen Union in beiden Jahren mit 24,4 Prozent (2014) beziehungsweise 24,5 Prozent (2013) deutlich höher als in Deutschland.

Erhebliche materielle Entbehrung liegt nach der EU-Definition für EU-SILC dann vor, wenn aufgrund der Selbsteinschätzung des Haushalts mindestens vier der folgenden neun Kriterien erfüllt sind:

  • 1. Finanzielles Problem, die Miete oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu bezahlen.
  • 2. Finanzielles Problem, die Wohnung angemessen heizen zu können.
  • 3. Finanzielles Problem, unerwartete Ausgaben in einer bestimmten Höhe aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten zu können.
  • 4. Finanzielles Problem, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahl­zeit einnehmen zu können.
  • 5. Finanzielles Problem, jährlich eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen.
  • 6. Fehlen eines Pkw im Haushalt aus finanziellen Gründen.
  • 7. Fehlen einer Waschmaschine im Haushalt aus finanziellen Gründen.
  • 8. Fehlen eines Farbfernsehgeräts im Haushalt aus finanziellen Gründen.
  • 9. Fehlen eines Telefons im Haushalt aus finanziellen Gründen.