Asylrecht: Ein radikales Grundrecht?

15.09.2015/EG aus dem rechtspolitischen Debattenforum ‚Verfassungsblog.de‘, Berlin

Rechtswissenschaftlerin Dana Schmalz mit einer Entgegnung zum radikalen Kosmopolitismus:

In den letzten Tagen haben wir erlebt, wie hunderte über Autobahnen marschierten, sich dagegen wehrten, in Lager gesperrt zu werden, und immer wieder forderten, selbst entscheiden zu können, wo sie Asyl beantragen. Die Flüchtenden äußern sich aber auch, indem sie kommen – trotz der immensen Gefahren der Überfahrt und trotz der teils völkerrechtswidrigen Praktiken, Boote zurückzuweisen. Dass sie trotzdem kommen, bringt etwas über die Welt zum Ausdruck. Hier wird sichtbar, worauf Kant 1795 bereits seine Idee des Weltbürgerrechts gründet: Nicht auf eine abstrakte Notwendigkeit, sondern schlicht auf die Tatsache, „dass die Rechtsverletzung an einem Platz der Erde an allen gefühlt wird“. Darin liegt das Radikale. Dass wir tatsächlich, längst schon, und in diesen Tagen deutlich spürbar, in einer einzigen Welt leben. Weiterlesenverfassungsblog.de