Atomausstieg: Politik befreit Stromkonzerne

Atomausstieg: Politik befreit Stromkonzerne von Kosten in Höhe von 50 bis 70 Milliarden Euro

02.03.2016/EG aus dem Nachrichtenblog ‚NachDenkSeiten‘, Bad Bergzabern

Journalist Jens Berger mit einem Beitrag über den Betrug des Jahrhunderts

Nächste Woche soll der Abschlussbericht der sogenannten Atomkommission vorgestellt werden. Wie üblich kursieren jedoch bereits Tage zuvor die wichtigsten Details in den Medien. Und diese Details sollten sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Wenn der ‚Kompromiss‘ der Atomkommission Gesetz wird – und daran besteht kaum ein Zweifel – werden nicht die Atomkonzerne, sondern die Steuerzahler den Großteil der ‚Kosten für den Atomausstieg‘ tragen … und bereits in dieser weit verbreiteten Formulierung steckt ein elementarer Denkfehler. Die nun anfallenden Kosten sind nicht durch den Ausstieg, sondern durch den Einstieg und den jahrzehntelangen Betrieb entstanden und wurden – was stets verschwiegen wird – schon längst vom Steuerzahler und vom Stromkunden, also von uns, über die Stromrechnung bezahlt. Weiterlesennachdenkseiten.de

Zum Thema ein Auszug aus der ‚Gutachtlichen Stellungnahme zur Bewertung der Rückstellungen im Kernenergiebereich‘ von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ‚Warth & Klein Grant Thornton AG‘ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie:

Seite 14, Punkt 10: „Die Betreiber von Kernkraftwerken sind gesetzlich verpflichtet, sämtliche Entsorgungskosten, bestehend aus den Kosten der Stilllegung und des Rückbaus ihrer kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen sowie der Entsorgung des radioaktiven Abfalls (Konditionierung, Zwischenlagerung und Endlagerung), zu tragen.“

Darin werden folgende Aufwendungen für die Rückstellungen genannt:

  • 19,7 Mrd. Euro für Stilllegung und Rückbau
  • 9,9 Mrd. Euro für Behälter, Transporte und Betriebsabläufe
  • 5,8 Mrd. Euro für Zwischenlagerung
  • 3,75 Mrd. Euro für Endlager Schacht Konrad
  • 8,3 Mrd. Euro für HAW-Endlager
  • Gesamt 47,5 Mrd. Euro Entsorgungskosten, unter Verwendung von Zinsszenarien bis 77,4 Mrd. Euro

Die Mitglieder der ‚Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs‘ lesen Sie hierbmwi.de.