Atommüll: DIW-Experten empfehlen öffentlich-rechtlichen Atomfonds

30.05.2015/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW), Berlin

Rückstellungen der Kraftwerksbetreiber für Rückbau und Entsorgung des Atommülls sehen die Energieexperten des DIW für nicht ausreichend – Stromversorgung bleibt auch nach Abschaltung der Atomkraftwerke sicher

Auch wenn Ende des Jahres 2022 das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gegangen ist, werden die Lichter hierzulande nicht ausgehen: Die Stromversorgung bleibt sicher, wie Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) belegen. „In Deutschland wird bereits heute sehr viel mehr Strom produziert als wir verbrauchen“, erklärt Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin. „Die bevorstehende Abschaltung des Atomkraftwerks in Grafenrheinfeld wird daran nur wenig ändern. Auch im Jahr 2025 werden wir noch genügend Strom haben und diesen teilweise sogar ins Ausland liefern.“ Umso größere Herausforderungen stehen den Energieexperten Claudia Kemfert, Christian von Hirschhausen und Cornelia Ziehm zufolge bevor, was den Rückbau der Atomkraftwerke und die Entsorgung des hochradioaktiven Atommülls betrifft: Die von den Atomkraftwerksbetreibern bisher zurückgestellten rund 38 Milliarden Euro dürften für diese Aufgabe nicht ausreichen. Weil die Rückstellungen bei Insolvenzen zudem nicht geschützt wären und die Energiekonzerne sich ihrer Verantwortung durch Konzernumstrukturierungen entziehen könnten, schlagen die Studienautoren einen öffentlich-rechtlichen Fonds vor. In diesen könnten die Rückstellungen für Rückbau und Endlagerung überführt werden. Für die zu erwartenden Mehrkosten sollte der Gesetzgeber eine Nachschusspflicht vorsehen. Weiterlesen↗diw.de