Autos werden schneller und schwerer

12.08.2015/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Tendenz bei Pkw-Neuzulassungen: Kleinerer Motor, höhere Leistung, höheres Gewicht

Neufahrzeuge in Deutschland sind in den vergangenen zehn Jahren schneller und schwerer geworden. Auch die Motorleistung ist gestiegen, während der Hubraum kleiner geworden ist, das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Den Angaben der Bundesregierung ist zu entnehmen, dass das Leergewicht neu zugelassener Fahrzeuge im Durchschnitt seit 2004 von 1.408 Kilogramm auf 1.475 Kilogramm (plus 4,8 Prozent) im Jahr 2013 gestiegen ist. Die Höchstgeschwindigkeit stieg in diesem Zeitraum von 189 Kilometern pro Stunde auf 195 Kilometern pro Stunde (plus 3,2 Prozent). Die durchschnittliche Motorleistung, die 2004 noch bei knapp 90 Kilowatt lag, stieg auf 101 Kilowatt (plus 12,2 Prozent). Mit weniger gaben sich die Hersteller und Käufer nur beim Hubraum zufrieden, denn der Hubraum sank im genannten Zeitraum von 1.866 Kubikzentimeter auf 1.732 Kubikzentimeter (minus 7,2 Prozent).

Neue Fahrzeugmodelle sind jedoch in der Grundausstattung häufig leichter als die entsprechenden Vorgängermodelle. Im selben Zeitraum sanken die durchschnittlichen zertifizierten CO2-Emissionen in Deutschland von 175 auf 136 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer (minus 22,3 Prozent), was eine steigende Energieeffizienz der Antriebskonzepte anzeigt.

Die Frage nach dem DIN-Verbrauch oder dem Real-Verbrauch

Gemäß der ‚Kleinen Anfrage‘ hat der International Council on Clean Transportation (ICCT) ermittelt, dass sich die Differenz zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch zwischen den Jahren 2009 und 2013 von 19 auf 38 Prozent verdoppelt hat. Laut der Bundesregierung ist die Europäische Kommission von Rat und Europäischen Parlament aufgefordert, im Rahmen der „Euro 5/6-Verordnung“ (VO (EG) Nr. 715/2007) und der sogenannten CO2-Verordnung (VO (EU) Nr. 333/2014), das derzeitige NEFZ (NEFZ – Neuer Europäischer Fahrzyklus) Messverfahren hinsichtlich seiner Realitätsnähe anzupassen bzw. ein neues Messverfahren auszuarbeiten.

Ein weiteres Bild zum Thema

Die Grafik des Umweltbundesamtes Dessau zeigt die Entwicklung des Energieverbrauchs nach Kraftstoffarten.