BA: Kein flächendeckender Fachkräftemangel

05.10.2015/EG aus der Bundesagentur für Arbeit (BA), Nürnberg

Arbeitsmarktbericht der BA: Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit stellt eine Möglichkeit dar, die aktuelle Fachkräftesituation zu analysieren. Sie basiert auf Statistikdaten der Bundesagentur für Arbeit, wie gemeldete Stellen und registrierte Arbeitslose. Diese Daten bilden den Markt zu einem wesentlichen Teil ab, aber nicht vollständig: So wird auf der einen Seite nur etwa jede zweite offene Stelle der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Auf der anderen Seite werden – bei Fokussierung auf Arbeitslose – wichtige Fachkräfteressourcen nicht einbezogen, wie etwa Studien- und Ausbildungsabsolveten, Personen, die aus der Stillen Reserve in den Arbeitsmarkt zurückkehren, oder Teilzeitkräfte, die ihre Arbeitszeit gerne ausweiten würden.

Die Situation in Bayern

Neben den bundesweiten Engpässen zeigt sich in Bayern ein Mangel an Spezialisten in den Bereichen der Informatik, der Softwareentwicklung und Programmierung, der Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik, der Elektrotechnik, des Metallbaus und der Schweißtechnik sowie des Hochbaus.

Der Mangel an Spezialisten der Informatik zeigt sich hauptsächlich in der Vakanzzeit dieser Berufsgruppe, die bei 113 Tagen liegt und somit um 42 Prozent vom Durchschnitt aller Berufe abweicht. Auch die Arbeitslosen-Stellen-Relation fällt ungünstig aus; auf 100 gemeldete Stellen kommen nur 132 Arbeitslose.

Gleiches gilt für Spezialisten der Softwareentwicklung und Programmierung. Die durchschnittliche abgeschlossene Vakanzzeit liegt bei 48 Prozent deutlich erkennbar über dem Bundesdurchschnitt; auf 100 gemeldete Stellen kommen 237 Arbeitslose.

In der Berufsgruppe der Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik zeichnet sich ein weiterer Mangel an Spezialisten ab. Die Vakanzzeit liegt mit 108 Tagen um knapp 36 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosen-Stellen-Relation fällt mit 101 zu 100 deutlich ungünstig aus.

Ferner fehlen Spezialisten in Bereich Elektrotechnik. Die Vakanzzeit liegt in dieser Berufsgruppe bei 102 Tagen und um gut 27 Prozent über dem Durchschnitt aller Berufe. Auch die Arbeitslosen-Stellen-Relation fällt ungünstig aus; auf 1 gemeldete Stelle kommt rechnerisch nicht mal ein Arbeitsloser.

Bei den Spezialisten im Bereich Metallbau und Schweißtechnik liegt die Vakanzzeit mit 127 Tagen deutlich, 59 Prozent, über dem Durchschnitt aller Berufe; auf 100 gemeldete Stellen kommen lediglich 88 Arbeitslose.
Ein Mangel kann darüber hinaus auf der Spezialistenebene im Hochbau identifiziert werden. Hier liegt die Vakanzzeit bei 118 Tagen und damit um 48 Prozent spürbar über dem Bundesdurchschnitt; auf 100 gemeldete Stellen kommen in Bayern 149 Arbeitslose.

Die komplette Analyse lesen Sie hier↗arbeitsagentur.de.