BAIJ berechnet BA-Überschuss 2015 auf 2,62 Milliarden Euro

13.07.2015/EG aus dem Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ), Bremen

BAIJ (Paul M. Schröder): Erklärungsbedürftige DPA-Meldung zum BA-Überschuss 2015 in Höhe von 1,9 Milliarden Euro

Von diversen Medien wurde am 06. und 07. Juli 2015 die DPA-Meldung „Bundesagentur-Chef rechnet mit 1,9 Milliarden Euro Überschuss“ (oder ähnlich) verbreitet. Aber warum denn ‚nur‘ 1,9 Milliarden Euro?

Ist im zweiten Halbjahr 2015 ein Einbruch bei den Einnahmen zu erwarten – z.B. bei den Beitragseinnahmen oder den SGB II-Verwaltungskostenerstattungen – oder ein besonderer Anstieg der Ausgaben – z.B. für die Förderung von den Arbeitslosen, die bei den Agenturen für Arbeit (Arbeitsagenturen) und nicht (mehr) bei den Jobcentern gemeldet sind? In den DPA-Meldungen findet man dazu nichts.

Die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit und des Saldos aus Einnahmen und Ausgaben (Überschuss) seit 2013 deutet jedenfalls eher darauf hin, dass der Überschuss nach 0,06 Milliarden Euro in 2013 und 1,58 Milliarden Euro in 2014 auf über drei Milliarden Euro in 2015 steigen wird. In den letzten 12 Monaten mit vorliegenden Abrechnungsergebnissen wurde nach BIAJ-Berechnungen ein Überschuss von insgesamt 2,62 Milliarden Euro gebucht. Anzeichen, dass der im Verlauf von 12 Monaten erzielte Überschuss, der seit Anfang 2014 kontinuierlich ansteigt, bis Ende 2015 von 2,62 Milliarden Euro in den 12 Monaten von Juli 2014 bis Juni 2015 auf 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2015 sinken wird, sind nicht zu erkennen. (Grafik: BIAJ)

24.07.2015/Nachtrag zum Beitrag von Paul M. Schröder, BIAJ:

Das BIAJ (Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe) rechnet für 2015 nicht mit einem Überschuss der Bundesagentur für Arbeit (BA) von 2,62 Milliarden Euro sondern mit einem Überschuss von „mehr als drei Milliarden Euro“. Bei den von Ihnen berichteten 2,62 Milliarden Euro handelt es sich um den BA-Überschuss in den letzten 12 Monaten, von Juli 2014 bis Juni 2015. Der seit nunmehr 16 Monaten von Monat zu Monat steigende 12-Monatsüberschuss wird Ende 2015 (Januar bis Dezember 2015) mit größter Wahrscheinlichkeit deutlich über drei Milliarden Euro betragen.