BILDUNG

Inklusion an Schulen auch nach 8 Jahren ein Provisorium

30.05.2017/EG aus dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

Ergebnis einer Befragung unter Lehrkräften: Umsetzung der Inklusion noch immer mangelhaft

26. März 2009: Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) ist in Deutschland in Kraft getreten. behindertenbeauftragter.de

Mai 2017: Über 80 Prozent der bayerischen Lehrerinnen und Lehrer sind der Meinung, dass es in inklusiven Klassen grundsätzlich eine Doppelbesetzung, bestehend aus einer Lehrkraft und einem Sonderpädagogen, braucht.

„In Bayern leben derzeit über 74.000 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf – sie und ihre Familien, genauso wie die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen, leiden unter den Folgen einer Politik, die stark im Verordnen ist, aber schwach im Geben“, kritisierte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. „Wer Inklusion will, muss auch dafür sorgen, dass es die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen gibt.“ bllv.de

Die Ergebnisse der repräsentativen Lehrerbefragung lesen Sie hierbllv.de.

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, zur Umfrage des BLLV: „Gemeinsam mit den Lehrkräften verfolgt Bayern konsequent das Ziel, alle Kinder bestmöglich zu fördern und ihnen eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.“ km.bayern.de

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„Übertrittsverfahren ist pädagogischer Unfug“

03.05.2017/EG aus dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

Simone Fleischmann, BLLV-Präsidentin: „Familien stehen unter Druck, die Freude am Lernen wird verdorben und viele Kinder werden krank – ein Umdenken ist dringend erforderlich“

„Leistungen, die Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Tag abspulen müssen, werden bewertet, wobei Fehler geahndet und sanktioniert werden. Auf dieser Basis wird dann entschieden, ob ein Kind reif ist fürs Gymnasium. Das ist nicht nur vollkommen überholt und eben auch unpädagogisch, das steht auch in vollem Widerspruch zu allen Erkenntnissen der modernen Lernforschung. Heute wissen wir, dass Druck und Angst Lernprozesse verhindern statt befördern.“ bllv.de

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Bachelorausbildung in der Kritik

07.03.2017/EG aus der Gesellschaft für Bildung und Wissen, Frankfurt am Main

Beitrag von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt und PD Dr. Axel Bernd Kunze zur ‘Kompetenztrainingsanstalt‘ Universität

„Wozu noch überhaupt Professoren in der Bachelorausbildung? Nun, sie sollen es sein, die ihr eigenes Entmächtigungsgesetz in Selbstverwaltung unterzeichnen. Sie sind im Übergang nur noch denkbar als Akquisitionsmanager von Forschungsgeldern, als Modulprosaisten, als Bereitsteller von MOOCs, als Koordinatoren virtueller Tutoren und schließlich als Selekteure für die künftig hochselektiven Masterstudiengänge. Aber eigentlich sind das, im Verbund mit einschlägiger Software, langfristig alles Aufgaben für einen Master für Higher Education mit fachbezogenen Bachelortitel – Promotion in empirischer Bildungsforschung erwünscht. ‘Modern Educayshun‘* in alten Universitätsgemäuern. Das Reformhaus wird zum Tollhaus.“ bildung-wissen.eu

*Satire (7-Minuten-Video) zum Themayoutube.com.

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Bildung mit Tendenz zur Privatisierung

03.03.2017/EG aus der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Studie zur außerschulischen Nachhilfe: Bildungsforscher schätzen die jährlichen Ausgaben für Nachhilfestunden auf über eine Milliarde Euro / Wesentliche Einflussfaktoren sind Ehrgeiz und Geldbeutel der Eltern

Obwohl der Schulerfolg in Deutschland besonders stark mit der sozialen Herkunft korreliert, bekommen Kinder höherer Bildungs- und Einkommensgruppen die meiste Nachhilfe – deren Angehörige häufig von Abstiegsängsten geplagt sind, die sie auf ihren Nachwuchs projizieren.

62 Prozent der Schüler stammen nach Einschätzung der befragten Nachhilfe-Anbieter aus der ‘mittleren Mittelschicht‘. 26 Prozent gehören der ‘oberen Mittelschicht‘, zwei Prozent der Oberschicht an. Die beiden höchsten Statusgruppen seien damit „deutlich überrepräsentiert“, so die Forscher, während Kinder aus unterer Mittel- (neun Prozent) und Unterschicht (ein Prozent) etwa im gleichen Ausmaß unterrepräsentiert sind. Die Möglichkeit zur Lernförderung nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz für einkommensschwache Familien habe an der sozialen Selektivität des Nachhilfesystems offenbar nicht viel geändert. Eine Gruppe, die bei der Nachhilfe besonders deutlich zu kurz komme, seien zudem die Migranten.

Das Geschlecht der Kinder und die Bildungsabschlüsse der Eltern haben den verschiedenen Analysen zufolge hingegen keinen merklichen Einfluss auf die Nachhilfewahrscheinlichkeit.

Die komplette Studie lesen Sie hierboeckler.de.

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Hochschulfinanzierung hat große Lücken

25.01.2017/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Experten fordern zur Finanzierung der Hochschulen eine stärkere Beteiligung des Bundes / Zahl der Studenten ist von 535.000 im Jahr 2005 auf aktuell 960.000 gestiegen

In der heutigen Anhörung der Sachverständigen zur Finanzierung und Förderung des deutschen Hochschulsystems plädierten nahezu alle Experten in ihren Stellungnahmen für eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Hochschulen:

Karin Donhauser, Professorin an der Humboldt-Universität Berlin: Aus ihrer Sicht gebe es einen „wirklich erheblichen Handlungsbedarf“ im Bereich Studium und Lehre. Bislang habe es eine an der Forschung ausgerichtete „einseitige Anreizsteuerung“ gegeben.

Peter Strohschneider, Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Die „strukturelle Unterfinanzierung“ der Hochschulen habe in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Drittmittel zu einer „sekundären Währung“ zur „Kompensation von Defiziten“ geworden seien.

Die komplette Mitteilung lesen Sie hierbundestag.de.

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‚Ideologielastige‘ Ökonomik

08.12.2016/EG aus der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Untersuchung der Universität Kassel: An deutschen Hochschulen wird eine sehr einseitige Ökonomik gelehrt

„Die Wissenschaftler haben 588 Ökonomen an 54 deutschen Universitäten befragt. Es zeigt sich: Über 90 Prozent finden es wichtig, Studierende mit unterschiedlichen Lehrmeinungen vertraut zu machen. 84 Prozent wären zumindest teilweise bereit, ihre Lehre breiter anzulegen und den Studierenden ein größeres Theoriespektrum zu präsentieren. Aber: 70 Prozent geben an, in Grundlagenveranstaltungen hauptsächlich Mainstream-Ökonomik zu lehren.“ ↗boeckler.de

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Rundfunk-Tipp: Lernen im 45-Minuten-Takt

12.10.2016/EG aus dem Bayerischen Rundfunk, München

BR2-Notizbuch-Autorin Gabriele Knetsch mit ihrem Dokumentarbericht ‘Lernen im 45-Minuten-Takt‘

„Bildung unter Druck: Frühförderung schon für die Allerkleinsten, Übertritts-Stress in der 4. Klasse, Turbo-Abi und dann im Galopp durchs verkürzte Bachelor-Studium. Schon die Kinder werden auf ein Leben in fortwährender Beschleunigung …“ br.de

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BLLV fordert zeitgemäße Lern- und Leistungssystem

18.09.2016/EG aus dem Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

In Bayern wiederholen rund 50.000 Schüler pro Schuljahr die Jahrgangsstufe

Für den BLLV ist jedes Kind, das eine Jahrgangsstufe wiederholen muss, eines zu viel. „Wenn wir über 50.000 Wiederholer in Bayern pro Schuljahr haben, dann läuft im Bildungsland Bayern etwas schief. Für ein Kind macht es keinen Unterschied, aus welchem Grund es eine Klasse wiederholen muss. Längerfristig gesehen kommen viele Wiederholer nach einer gewissen Zeit wieder an ihre Leistungsgrenze.“ Wiederholen sei zudem kein Ansporn für erfolgreiches Lernen.

Anstatt Geld in das Wiederholen zu stecken, fordert der BBLV kräftige Investitionen in die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers. Denn: „Jeder in Bildung investierte Euro zahle sich hier aus. Auch in Bayern hänge der Schulerfolg der Kinder und Jugendlichen immer noch maßgeblich von der sozialen Herkunft ab. Von einer Chancengerechtigkeit könne deshalb bislang leider keine Rede sein.“

Die Debatte um das Thema Sitzenbleiben zeige erneut auf, dass der Fokus nach wie vor zu sehr auf Noten und deren Vergleiche liegt. „Ziffernnoten spiegeln nicht das tatsächliche Leistungsspektrum und die Persönlichkeit eines Heranwachsenden wider. Daher pocht der BLLV auf die Etablierung zeitgemäßer Lern- und Leistungssysteme an allen Schulen.“

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Rückzahlungsmodalitäten von BAföG-Leistungen

13.08.2016/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Bundesregierung: BAföG-Empfänger müssen grundsätzlich nur 50 Prozent ihres BAföG-Darlehens zurückzahlen, bis zu einer maximalen Obergrenze von 10.000 Euro

Unabhängig davon, ob das BAföG für ein Erst- oder Zweitstudium oder für Praktikum gewährt wurde, müssen BAföG-Empfänger grundsätzlich nur 50 Prozent ihres BAföG-Darlehens zurückzahlen.

Die Rückzahlungspflicht beginne fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer des zuerst mit Darlehen geförderten Ausbildungs- und Studienganges. Der Kredit sei in monatlichen Mindestraten in Höhe von derzeit 105 Euro innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren zurückzuzahlen. Werde der Rückzahlungsbetrag in Höhe von 10.000 Euro vom BAföG-Empfänger zum Beispiel durch reguläre Tilgung erreicht, werde ihm von Amts wegen der verbleibende Teil des Kredits erlassen, so dass der ursprünglich hälftige Darlehensanteil in diesen Fällen letztlich deutlich unter 50 Prozent liegen könne. Darüber hinaus sei der Kredit über die gesamte Laufzeit zinsfrei, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/9365) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE.

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Die verlorene Bildungszeit

20.07.2016/EG aus dem Bayerischen Philologenverband (BPV), München

Hans-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes und stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, nimmt ‚Abschied‘ vom ‘G8‘

Hans-Peter Meidinger erinnert in seinem Beitrag an die neoliberalen ‘Triebkräfte‘, die eine Kürzung der gymnasialen Schulzeit und die dadurch erzwungene Reduzierung des Bildungsangebotes verfolgten. Für den Pädagogen und Verbandsfunktionär ist jetzt die Zeit für ein „neues, geschlossenes G9“ gekommen. Weiterlesenbpv.de

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Bayerischer Philologenverband: G 8 ist gescheitert

14.07.2016/EG aus dem Bayerischen Philologenverband (BPV), München

Verband der Lehrer an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen fordert politische Entscheidung für ein neues neunjähriges Gymnasium

„Die Erfahrungen, die die Betroffenen mit dem G 8 gemacht haben, sprechen für sich und die Probleme, die sich aus der Schulzeitverkürzung ergeben haben, sind unterdessen offensichtlich: Hochschulen und Arbeitgeber klagen über sinkende Bildungsqualität und mangelnde Reife vieler Abiturientinnen und Abiturienten, gymnasialgeeignete Schülerinnen und Schüler weichen auf die Realschule aus, um Pflichtnachmittagsunterricht zu vermeiden, notwendige Übungs- und Vertiefungszeiten fehlen, Bildungsangebote im Bereich des Wahlunterrichts und außerhalb des schulischen Angebots werden aus Zeitmangel weniger nachgefragt – insgesamt fehlt einfach ausreichend Zeit für Bildung und Wertevermittlung“, so die Mitteilung des BPV.

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EU: Jeder Dritte studiert Sozial-, Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften

30.06.2016/EG aus dem statistischen Amt der Europäischen Union ’Eurostat‘, Luxemburg

29 Prozent aller Absolventen in Deutschland studierten Sozial-, Wirtschafts-oder Rechtswissenschaften (Daten 2014)

Der Anteil der Absolventen im Bereich Gesundheit und soziale Dienste war besonders hoch in Belgien (25%), wo jeder vierte Abschluss auf diesen Fachbereich entfiel, und lag auch in Schweden (23%), Dänemark (21%) und Finnland (20%) bei mindestens 20%. Weiterlesenec.europa.eu

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Bildungsbericht 2016

18.06.2016/EG aus dem Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Frankfurt am Main

Mängel in der Bedarfsgerechtigkeit öffentlicher Bildungsinfrastruktur

„Die in letzter Zeit zunehmenden (vor allem privaten) Initiativen zur Gründung von Schulen und Entwicklung von Studiengängen deuten auf Mängel in der Bedarfsgerechtigkeit der öffentlichen Bildungsinfrastruktur hin. Bildungspolitik, Bildungspraxis und Bildungsforschung sind aufgefordert, dieser Entwicklung verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen. Zu untersuchen ist dabei auch, ob durch die Zunahme privater Bildungseinrichtungen und Bestrebungen von Teilen der Wirtschaft, durch Gründung von oder Beteiligung an Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs stärker unternehmensspezifische Belange zu verankern, eine Dynamik institutioneller Heterogenisierung freigesetzt wird, die zur Erweiterung von Bildungsoptionen, aber auch zu neuen sozialen Segmentationsprozessen im Bildungswesen führen kann. Auf die Prozesse institutioneller Heterogenisierung zu achten, wird verstärkt Aufgabe aller an Bildung Beteiligten sein – mit Blick darauf, ob die demokratische Legitimation und die gesellschaftliche Integrationsfunktion des Bildungssystems erhalten und zugleich gestärkt wird.“ Weiterlesenbildungsbericht.de

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Markt für Lehrerfortbildungen wächst

06.06.2016/EG aus der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Frankfurt am Main

GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann appelliert an die Länder, ihre Verantwortung für die Weiterbildung der LehrerInnen wahrzunehmen

Für interessierte Lehrkräfte ist es oft nicht leicht, angesichts der vielen Angebote und Anbieter Passendes zu finden, was auch Qualität verspricht. Über Erfolg und Wirksamkeit von Lehrerbildung wie ‑fortbildung liegt zudem bisher wenig empirisches Material vor. Ebenso wenig sind die tatsächlichen Kapazitäten von Landesämtern, Bezirksregierungen und privater Stiftungen erfasst.

„Unterzieht man ausgewählte Stiftungsaktivitäten einer systematischen Analyse (vgl. Dedering in Heft 11/2016 der Zeitschrift „Pädagogik“), so lässt sich nachweisen, dass schon in der Art der Konzeption und der Umsetzung einiger Stiftungsaktivitäten eine potenzielle Einflussnahme auf den bildungspolitischen sowie schul- und unterrichtspraktischen Bereich angelegt ist“, so Prof. Kathrin Dedering im Vorwort der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ’E&W‘.

Die aktuelle Zeitschrift ’E&W‘ lässt tief in die ’Natur‘ von Stiftungen im Bildungswesen blicken.

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Petition gegen „Pseudowettbewerb“

06.05.2016/EG aus dem Webportal für Studierende ‘Studis Online‘, Hamburg

Wissenschaftler fordern eine gerechte Förderung von Spitzenforschung

Die Entscheidung zur Fortsetzung des milliardenschweren Bund-Länder-Programms über das Jahr 2017 hinaus hatte vor zwei Wochen die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) getroffen. In den kommenden zehn Jahren sollen demnach jährlich 533 Millionen Euro an „besonders forschungsstarke“ Universitäten verteilt werden. Weiterlesenstudis-online.de

Kritik äußerte auch der ’Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wassenschaftler‘ (BdWi)bdwi.de.

Die Mitteilung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) lesen Sie hiergwk-bonn.de.

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Studienplätze weiterhin unkoordiniert

27.04.2016/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Laut Bundesregierung ist nicht feststellbar, ob bundesweit ein Studienplatzmangel herrscht / Einsatzbereite Infrastruktur wird nicht von allen Hochschulen genutzt

Bei den örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen würde infolge unkoordinierter Mehrfachbewerbungen, die zu Mehrfachzulassungen führen, zu viele Studienplätze erst sehr spät besetzt, am Ende bleiben auch vorgehaltene Studienplätze unbesetzt. Dies gilt nicht für das Vergabeverfahren für die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge wie etwa Medizin. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/8186) auf die Kleine Anfrage (18/8021) der Fraktion ‘Die Linke‘. Die Fraktion hatte in ihrer Anfrage kritisiert, dass im Wintersemester 2014/2015 rund 21. 000 Studienplätze unbesetzt geblieben seien. Gleichzeitig hätten tausende Studienberechtigte keinen Studienplatz erhalten. Weiterlesenbundestag.de

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Fragwürdige Vergleichsarbeiten

21.04.2016/EG aus der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Berlin

GEW: Vergleichsarbeiten an Grundschulen sind Zusatzbelastung ohne Mehrwert

Dieser Tage werden an viele Grundschulen im Bundesgebiet wieder Vergleichsarbeiten in Form von Tests durchgeführt. Diese sollen flächendeckend und jahrgangsbezogen untersuchen, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben.

„Die meisten Lehrkräfte sehen in den derzeit durchgeführten Vergleichsarbeiten an Grundschulen eine Zusatzbelastung ohne einen Mehrwert für den eigenen Unterricht und den Umgang mit der sozialen Realität an den Schulen“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schulen anlässlich des diesjährigen Durchgangs der Vergleichsarbeiten in der dritten Jahrgangsstufe der Grundschulen (VERA-3). Da die Vergleichsarbeiten die soziale Realität in den Schulen zu wenig in den Blick nähmen, würden sie oft als reines Kontrollinstrument und nicht als Unterstützung der eigenen Arbeit gesehen, ergänzte die Schulexpertin. Weiterlesen↗gew.de

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Krankhafte Leistungsorientierung

19.04.2016/EG aus dem Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V., München

BLLV: Immer mehr Kinder und Jugendliche schlucken Pillen zur Leistungssteigerung oder Beruhigung / Erwartungsdruck der Eltern stresst Kinder

Medikamente zur Leistungssteigerung gehören inzwischen auch an vielen bayerischen Grundschulen zum Alltag von Kindern. Andauernde Überanstrengung sei nicht zielführend. Vielen Mädchen und Buben würde es schon helfen, wenn sie ausreichend freie Zeit hätten, in der sie selbst entscheiden, was sie tun oder lassen möchten, so der BLLV. Die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann forderte das Kultusministerium auf, Schule mehr auf die Bedürfnisse von jungen Menschen auszurichten. „Die Einnahme solcher Medikamente muss nicht nur unterbunden, sie muss überflüssig werden, denn die Einnahme löst kein Lern- oder Lebensproblem dauerhaft“, betonte die BLLV-Präsidentin. Im Gegenteil: Häufig führe eine regelmäßige Einnahme solcher Medikamente dazu, dass Lernblockaden und Versagensängste verschärft und letztlich das Selbstwertgefühl der Betroffenen beschädigt würden. „Eltern sollten bedenken, dass Kinder sehr schnell das Gefühl entwickeln, den Alltags- und Schulstress ohne Medikamente überhaupt nicht mehr bewältigen zu können.“ Die Gefahr einer Abhängigkeit sei daher groß. Medikamente hätten zudem Nebenwirkungen zur Folge, die nicht zu unterschätzen seien.

„Eltern können viel tun, um ihr Kind zu unterstützen“, so Fleischmann. Sie könnten ihm helfen, eine gesunde und stabile Persönlichkeitsstruktur aufzubauen. Sie sollten ihm vor allem auch freie, unverplante Zeit gönnen – ohne Termine.

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Hohe Studienbefähigung aber wenig zum Studium fähig?

17.04.2016/EG aus dem Deutschen Philologenverband e.V., Berlin

In Deutschland haben 53,3 Prozent der Schulabgänger eine Studienbefähigung

Trotz gestiegener guter Schulabschlüsse steigt die Anzahl junger Menschen, die gleich zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen und Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen zu kämpfen haben. Die Publikation „Ausbildungsreife & Studierfähigkeit“ fragt nach den Ursachen und nach Ansätzen in Lehre, Kompetenzrastern und Bildungsstandards wie sie die selbstbewusste junge Generation besser erreichen und qualifizieren kann.

Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, weist darauf hin, dass ein wachsender Anteil der Studierenden gar kein klassisches Abitur gemacht habe. „Inzwischen liegt der Anteil der Studierenden, die zuvor kein Gymnasium besucht haben, bei über 50 Prozent.“ Auch deshalb stehe hinter der formalen Studienberechtigung oftmals keine tatsächliche Studienbefähigung, so der Vorsitzende.

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BLLV fordert Ausbau des Islamunterrichts

10.04.2016/EG aus dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann: „Die Angelegenheit verträgt keinen Aufschub“ / Petition mit dem Titel „Islamunterricht an allen Schulen!“ an Bayerischen Landtag geschickt

Der BLLV fordert, dass weit mehr muslimische Schülerinnen und Schüler eine angemessene religiöse Bildung in der Schule erhalten als bisher. Sie sollte zudem in allen Jahrgangsstufen aller Schularten angeboten werden, so der BLLV in der aktuellen Mitteilung weiter. Außerdem brauchen die unterrichtenden Lehrkräfte viel mehr Unterstützung. Deswegen müssen aus Sicht des BLLV gesicherte Stellen mit der Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung geschaffen werden. „Lehrkräfte werden in der heiklen Phase des Aufbaus eines ordentlichen Unterrichtsfaches weitestgehend alleine gelassen“, monierte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann heute in München. „Eine tatsächliche Fachbetreuung, die eine ausgewiesene theologische und didaktische Expertise in Sachen Islam mitbringt, gibt es nicht“, betonte Fleischmann. Weniger als 25.000 der geschätzten 150.000 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens erhalten in Bayern einen religiösen Unterricht in der Schule. Dabei ist der steigende Bedarf mit Blick auf die Flüchtlingskinder aus islamisch geprägten Staaten immens. Gleichzeitig verlassen ausgebildete Lehrkräfte Bayern, weil sie in anderen Bundesländern als ausgebildete Islamlehrer sofort eine gesicherte Anstellung erhalten. Dadurch verliert Bayern, der einstige Vorreiter in Sachen Islamunterricht, viel Potenzial und Zeit, wenn es um den Ausbau des Faches geht. Der BLLV habe daher eine Petition mit dem Titel „Islamunterricht an allen Schulen“ an den Bayerischen Landtag gerichtet. In der Petition zählt der BLLV eine ganze Reihe von Maßnahmen auf, die kurzfristig umzusetzen sind. „Wir legen dabei jedoch großen Wert darauf, dass die bisherige Qualität gesichert wird, die Lehrkräfte unterstützt werden und alle bisherigen Standards bewahrt bleiben“, betonte Fleischmann. Das bedeute, der Unterricht korrespondiert mit Artikel 7 Grundgesetz und den relevanten Artikeln der Verfassung des Freistaates Bayern, er unterliegt der deutschen staatlichen Schulaufsicht, die Lehrpläne gründen auf den vorhandenen Fachlehrplänen für den Schulversuch Islamunterricht an bayerischen Schulen, der Unterricht wird von qualifizierten Lehrkräften mit staatlicher Lehrbefähigung in deutscher Sprache erteilt und die Ausbildung der Lehrkräfte erfolgt an Hochschulen im Rahmen eines Lehramtsstudiums.

Damit der weitere Ausbau des Islamunterrichts an bayerischen Schulen gelingt und dessen Qualität weiterentwickelt wird, schlägt der BLLV folgende Maßnahmen vor:

Um den im Einsatz vorhandenen Lehrkräften Sicherheit zu bieten und um Abwanderung in andere Bundesländer zu verhindern, sind vorhandene Arbeitsverträge zu entfristen und bei Vorhandensein der entsprechenden Voraussetzungen Verbeamtungen vorzunehmen.

Für Absolvent/innen der Studiengänge mit dem Fach Islamunterricht ist ein Bonussystem bei der Einstellungsnote zu entwickeln.

Für die erste Phase der Lehrerbildung sind Praktikumsstellen einzurichten und Praktikumslehrkräfte zu benennen. Für die zweite Phase der Lehrerbildung sind Seminarlehrkräfte zu bestimmen und entsprechende Voraussetzungen für die weitere Ausbildung zu schaffen.

Im Bereich der Fort- und Weiterbildung sollen adäquate Angebote und nachhaltige Strukturen entwickelt werden.

Analog zu den beiden christlichen Großkirchen sollte eine Fachbetreuerin/ein Fachbetreuer zur Begleitung und Supervision der Lehrkräfte auf Landesebene installiert werden.

An mehreren Schulen eingesetzte Lehrkräfte im Islamunterricht erhalten Entlastungsstunden, die ihren erhöhten Wegezeiten angemessen sind. Drei Schulen sind als maximale Anzahl an einem Tag ist festzulegen; die Entfernung zwischen den verschiedenen Einsatzorten an einem Tag sollte 30 Kilometer nicht überschreiten.

Der BLLV regt zudem eine Expertenkommission an, der religionspädagogische Fachleute muslimischer Organisationen und der Lehrerverbände, Vertreter/-innen der Ausbildungseinrichtungen sowie Vertreter/-innen des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) angehören. Aufgabe der Kommission sollte sein, den Islamunterricht kritisch zu begleiten und ggfs. Verbesserungsvorschläge und Perspektiven zur Weiterentwicklung zu erarbeiten.

Die vorhandenen Lehrpläne sind an die Standards des LehrplanPlus anzupassen.

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Gymnasien: Schulleiter lehnen Pilotversuch ‚Mittelstufe Plus‘ ab

17.03.2016/EG

Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien (BayDV) e.V. lehnt die flächendeckende Einführung ab / Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, betont ergebnisoffene Pilotphase

In einem Rundbrief hat der BayDV-Landesvorsitzende Karl-Heinz Bruckner seine Kolleginnen und Kollegen über die Beschlüsse der Klausur zur Zukunft des Bayerischen Gymnasiums informiert:

Der Landesvorstand der BayDV hat sich auf einer Klausurtagung intensiv mit der Zukunft des Bayerischen Gymnasiums beschäftigt. Ausgehend vom aktuellen Pilotversuch zur Mittelstufe Plus, deren flächendeckende Einführung er einstimmig ablehnt, wurden Forderungen an den Gesetzgeber zur Zukunft des Bayerischen Gymnasiums entwickelt. Die Entscheidung zwischen achtjährigem und neunjährigem Gymnasium muss der Landtag treffen. Der Landesvorstand hat jeweils Rahmenbedingungen dafür erarbeitet. Doppel- oder Mischstrukturen jeglicher Art werden entschieden abgelehnt. Weiterlesenbaydv.de.

Die Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, lesen Sie hier↗km.bayern.de.

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Die Vermarktung der Bildung

14.03.2016/EG aus dem Medium ‚NachDenkSeiten‘, Bad Bergzabern

Journalist Jens Wernicke sprach mit Matthias Burchardt, Akademischer Rat am Institut für Bildungsphilosophie an der Universität zu Köln, über die Privatisierung der Bildung

Seit Jahren löst eine Bildungsreform die nächste ab. Trotz aller hiermit verbundenen Versprechungen ist bisher kaum etwas besser, sondern vieles schlechter geworden. Zeitgleich nehmen immer mehr private Investoren das öffentliche Bildungswesen ins Visier. Zufall? Sicher nicht, meinen einige Forscher in einer aktuellen Publikation, in der sie exemplarisch die Verkürzung der Abiturzeit mittels G8 unter die Lupe nehmen. Nicht nur, aber auch diese Reform zielte von Anfang an darauf ab, einen Bildungsputsch zu organisieren … Weiterlesennachdenkseiten.de

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BLLV-Umfrage: Schulpolitik realitätsfern

29.02.2016/EG aus dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V., München

Lehrer bewerten bayerische Schulpolitik mit der Note 3,7

Hohe Belastungen und realitätsferne Politik wirken abschreckend und dennoch würden nur 59 Prozent ihren Beruf weiterempfehlen, was einerseits mit den wachsenden Anforderungen zu tun hat. Als Belastungsfaktoren nannten die Befragten stark heterogene Klassen (57 Prozent), zu große Klassen (52 Prozent) und eine fehlende Unterstützung beim Umgang mit schwierigen Schülern (51 Prozent). Andererseits vermissen sie Verständnis seitens der Bildungspolitik. Wenn sie Noten vergeben könnten, würden die Befragten die Schulpolitik in Bayern mit 3,7 bewerten. Die große Mehrheit der Lehrkräfte (81 Prozent) moniert, dass Politiker die schulische Realität nicht beachten würden. Weiterlesenbllv.de

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Lobbyarbeit an Schulen

23.02.2016/EG aus dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), Mainz

ZDF ‚heute-show‘ zum Thema Lobbyarbeit an Schulen↗zdf.de.

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Meister-BAföG soll reformiert werden

18.02.2016/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Bundesregierung legt dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung den Gesetzentwurf (18/7055) zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes vor / Mögliche Hemmschwellen sollen abgebaut werden

Die Bundesregierung hat den Entwurf mit dem Ziel vorgelegt, durch Leistungsverbesserungen, durch die Erweiterung der Fördermöglichkeiten und durch strukturelle Modernisierungen im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) berufliche Aufstiegsfortbildungen noch attraktiver zu machen. Mit dem sogenannten „Meister-BAföG“, sollen neue Anreize zur Weiterbildung geschaffen werden. Mögliche Hemmschwellen bei der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, der Vereinbarkeit von Fortbildung, Beruf und Familie oder der Finanzierung sollen dadurch abgebaut werden. So sollen noch mehr Menschen für anspruchsvolle Aufstiegsfortbildungen im dualen System beruflicher Bildung gewonnen werden. Zugleich soll ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fach- und Führungskräftenachwuchses aus dem dualen System für Wirtschaft und Gesellschaft geleistet werden.

Die Durchlässigkeit aus der akademischen Bildung in die berufliche Aufstiegsfortbildung soll durch die Öffnung der AFBG-Förderung für Hochschulabsolventen mit einem Bachelorabschluss als höchstem Hochschulabschluss ausgebaut werden.

Darüber hinaus soll durch diesen Gesetzentwurf die Gleichwertigkeit des beruflichen mit dem akademischen Qualifizierungsweg gestärkt werden.

Bisher konnten nur Handwerker und andere Fachkräfte gefördert werden. Jetzt sollen auch Bachelorabsolventen einen Zugang zur AFBG-Förderung bekommen, wenn Sie zusätzlich einen Meisterkurs oder eine vergleichbare Fortbildung machen wollen. So soll die Durchlässigkeit aus der akademischen Bildung in die berufliche Aufstiegsfortbildung ausgebaut werden. Neu ist auch, dass zukünftig Teilnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die Zugänge zur Aufstiegsprüfung in Fortbildungsordnungen – etwa für Studienabbrecher – nutzen wollen, bei einer Vorbereitungsmaßnahme mit AFBG gefördert werden können.

Mit dem AFBG sollen die Teilnehmer in Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell unterstützt und zu Existenzgründungen ermuntert werden. Hemmschwellen, die durch die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, der Vereinbarkeit von Fortbildung, Beruf und Familie oder der Finanzierung möglicherweise entstanden sind, sollen mit der Gesetzesreform abgebaut werden. Ziel ist, mehr Menschen für anspruchsvolle Aufstiegsfortbildung im dualen System beruflicher Bildung zu gewinnen und so den Fach- und Führungskräftenachwuchs aus dem dualen System für Wirtschaft und Gesellschaft zu sichern. Das AFBG versteht die Bundesregierung als ein „Aufstiegs-BAföG“ für diejenigen, die ihre Chance auf eine Karriere im dualen System erhöhen wollen. Das Förderinstrument gilt grundsätzlich für alle Berufsbereiche und zwar unabhängig davon, in welcher Form die Fortbildung durchgeführt wird, ob Vollzeit, Teilzeit, schulisch, außerschulisch, mediengestützt oder durch Fernunterricht. Die Förderung ist an bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen geknüpft.

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Nachhilfe: Der Versuch Lehr- oder/und Lerndefizite auszugleichen

10.02.2016/EG aus dem Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

DIW: Anteil der Nachhilfeschülerinnen und -schüler fast doppelt so hoch wie vor rund 15 Jahren / Haushaltseinkommen verliert an Bedeutung / Migrationshintergrund der Eltern spielt keine Rolle mehr / Bildungsungleichheiten bleiben dennoch bestehen

Immer mehr Schülerinnen und Schüler in Deutschland nehmen Nachhilfe: Im Zeitraum von 2009 bis 2013 gaben 47 Prozent der jeweils befragten 17-Jährigen an, zumindest einmal im Laufe ihrer Schulzeit bezahlte Nachhilfeangebote genutzt zu haben – rund 20 Prozentpunkte mehr als vor etwa 15 Jahren. Insgesamt nahmen im Jahr 2013 13 Prozent aller Schülerinnen und Schüler innerhalb der vorangegangenen sechs Monate Nachhilfe: In den Grundschulklassen waren es durchschnittlich sechs Prozent, in der Sekundarstufe I 18 Prozent. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor, die im aktuellen DIW Wochenbericht erschienen ist. Weiterlesendiw.de

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Zukunft für Referendare am Gymnasium bleibt unklar

27.01.2016/EG aus dem Bayerischen Philologenverband (bpv), München

‚Referendar- und Jungphilologenvertretung im Bayerischen Philologenverband‘ (rjv): 800 Absolventen – 75 unbefristete Stellen – 50 Planstellen an FOS/BOS

„Jetzt Lehrer werden!“ – So wirbt das bayerische Kultusministerium auf seiner Homepage. „Jetzt Lehrer werden“, dachten sich auch rund 800 Absolventen des 1. Staatsexamens für das Lehramt an Gymnasien Anfang 2014, als sie in das Referendariat starteten, das sie Mitte Februar 2016 abschließen werden. Für diese Entscheidung bekommen sie in diesen Tagen die bittere Quittung: Nur 75 von ihnen (im Vergleich zu 235 im letzten Jahr) werden ein reguläres unbefristetes Stellenangebot an der Schulart erhalten, für die sie ausgebildet wurden. Zudem stehen – so erfuhr die rjv aus Ministeriumskreisen – lediglich 50 Planstellen für Gymnasiallehrer an FOS/BOS zur Verfügung. Weiterlesenbpv.de

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Diskriminierung im Schulraum: Beurteilungspraxis benachteiligt Frauen

21.01.2016/EG aus dem Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

BLLV: Weibliche Lehrkräfte erhalten bei der Dienstlichen Beurteilung nach wie vor deutlich schlechtere Prädikate als Männer

Die Schieflage besteht seit vielen Jahren und dennoch ändert sich allen Beteuerungen zum Trotz nichts: Frauen und Teilzeitkräfte erhalten nach wie vor deutlich schlechtere dienstliche Beurteilungen als Männer. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hervor. Sie wollten wissen, wie die Verteilung der zwischen 2011 und 2014 vergebenen Prädikate aussieht. Weiterlesenbllv.de

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Über die quantitative Richtigkeit der genormten Lösung

15.01.2016/EG aus dem Nachrichtenblog ‚NachDenkSeiten.de‘, Bad Berzabern

Hans Brügelmann, emeritierte Professor für Erziehungswissenschaft: „Standardisierte Messverfahren, die vorgeben, Qualität erst zu erheben und dann zu erhöhen, wirken wie Nebelkerzen, die die realen Probleme verdecken.“

Allerorten wird vermessen, bewertet, zertifiziert. PISA ist überall. Doch was geschieht hier überhaupt? Leiden immer mehr Schüler und Lehrer am Bildungssystem weil dasselbe bisher einfach zu wenig vermessen worden ist? Ganz sicher nicht, meint der emeritierte Professor für Erziehungswissenschaft Hans Brügelmann im Gespräch mit Jens Wernicke und skizziert die allerorten zu beobachtende Zunahme des von anderer Seite bereits als ‚Menschenmesserideologie‘ kritisierten Testwahns als Indikator für den Einzug neoliberaler Paradigmen ins Bildungssystem, die großen Schaden anrichteten. Weiterlesennachdenkseiten.de

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Integration von Flüchtlingen

17.12.2015/EG aus dem Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Berlin

OECD-Studie zum Thema Integrations-Beitrag eines Bildungssystems / ‚Brennpunkt-Schulen‘ stehen vor besonders großen Herausforderungen

Die große Zahl an Flüchtlingen, die derzeit nach Europa kommen, stellt auch die Bildungssysteme vor große Herausforderungen. Was muss getan werden, damit das Schulsystem möglichst effektiv zu einer schnellen Integration der Migranten beitragen kann? Welche Konzepte haben in der Vergangenheit Integration erleichtert, welche Ansätze haben sich als Fehlschlag erwiesen? Diesen Fragen geht eine neue OECD-Studie nach, die verfügbare Informationen zum Bildungserfolg von Migration zusammenträgt und Handlungsempfehlungen zur erfolgreichen Integration durch Bildung gibt.

Die Studie ‚Immigrant Students at School: Easing the Journey towards Integration‘ kommt auf Basis von PISA-Daten zum Ergebnis, dass vor allem eine Konzentration von Migranten in Schulen, die bereits mit sozialen Problemen zu kämpfen haben, einer erfolgreichen Integration im Wege stehen kann. So hat die Konzentration von Schülerinnen und Schülern aus schwierigen sozialen und ökonomischen Verhältnissen einen stärkeren Einfluss auf die Leistungen aller Schüler an solchen Schulen, als ein hoher Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Weiterlesenoecd.org

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Chancengerechtigkeit hat große Lücken

09.12.2015/EG aus dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e.V., Essen

Zur Chancengleichheit befragte die Forsa-Gruppe im Auftrag von Stifterverband, SOS-Kinderdörfer und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung rund 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 21 Jahre

Mehr als die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland meint, dass hierzulande nicht alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die gleichen Chancen auf Bildung haben (55 Prozent). Je mehr persönliche Erfahrung die Befragten in Sachen Bildung mitbringen, desto weniger Chancengerechtigkeit sehen sie (19- bis 21-Jährige: 63 Prozent, 14- bis 16-Jährige: 45 Prozent). Dabei halten die meisten Befragten es für die wichtigste Aufgabe des deutschen Schulsystems, auch Schülern aus sozial benachteiligten Familien in Deutschland den Weg zu einem guten Abschluss zu eröffnen (50 Prozent). Dass Schüler mit Migrationshintergrund ebenfalls Bildungserfolg haben können, hat für fast ebenso viele Priorität (42 Prozent). Weiterlesenstifterverband.org

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Inklusion mangelhaft?

03.12.2015/EG aus dem Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann: „Noch immer fehlt es an Personal, Geld und Zeit.“

Rund fünf Jahre nach der Ratifizierung der UN-Konvention zur Inklusion an Schulen sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung noch immer mangelhaft – auch an Bayerns Schulen. Im Freistaat leben derzeit etwa 70.000 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Nicht alle sollen und müssen die Regelschule besuchen, aber für die, die es möchten, muss es gute Bedingungen geben“, erklärte die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, anlässlich des „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ am 3. Dezember. Gute Bedingungen bräuchten vor allem auch die Schulen, in denen Kinder mit Behinderungen unterrichtet werden sollen. „Leider sind Lehrkräfte oft in der Situation, betroffene Mädchen und Jungen in Regelklassen zu integrieren, ohne entsprechende personelle Unterstützung und ohne entsprechende fachliche Ausbildung. Noch immer fehlt es an Personal, Geld und Zeit.“ Daher sei auch die Einstellung vieler Lehrkräfte zur Inklusion in Bayern durchwachsen: „Die meisten sprechen sich zwar für eine Umsetzung aus und versuchen sie mit großem Engagement zu realisieren, gleichzeitig fühlen sie sich aber mit der Aufgabe allein gelassen. Sie prangern an, dass erfolgreiche Inklusion ohne angemessene Rahmenbedingungen nicht möglich ist“, sagte Fleischmann. Weiterlesenbllv.de

Dagegen verweist Dr. Ludwig Unger, Pressesprecher im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, auf Fortschritte:

1. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Regelschule zu besuchen, steigt kontinuierlich. Waren es im Schuljahr 2012/2013 noch rund 18.200 Schülerinnen und Schüler, die an allgemeinbildenden Regelschulen sonderpädagogisch gefördert wurden, so sind es heute schon gut 20.000. Die meisten davon werden an ihrer Schule vor Ort unterrichtet. Dazu kommen rund 2.000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, die nach dem Partnerklassenkonzept oder in der offenen Klasse der Förderschule gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet werden.

2. Die Anzahl der Schulen mit dem Profil Inklusion ist zum Schuljahr 2015/2016 um rund ein Drittel gestiegen. Im Schuljahr 2015/2016 haben 212 Schulen das Schulprofil Inklusion entwickelt. Unter diesen befinden sich 27 Förderschulen.

3. Zum Schuljahr 2015/2016 wurden wie bereits in den vergangenen vier Schuljahren weitere 100 Planstellen für die Inklusion bereitgestellt – damit seit 2011 insgesamt zusätzlich 500 Planstellen. Diese Lehrkräfte werden vorwiegend an den Schulen mit dem Profil Inklusion eingesetzt. Weiterlesenkm.bayern.de

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BLLV fordert Bildungsmasterplan für Flüchtlingskinder

26.11.2015/EG aus dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V., München

Ab Januar 2016 stehen über 160 Millionen Euro für die Beschulung von Flüchtlingskindern an Grund- und Mittelschulen bereit / BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fordert Masterplan für den Mitteleinsatz

Der BLLV rechne es der Bayerischen Staatsregierung hoch an, dass sie in ihrem Entwurf zum Nachtragshaushalt 2016 zur Beratung im Bayerischen Landtag reagiert habe. Sie beantragt eine kräftige Finanzspritze für mehr Personal und Lehrerstellen. Neben den Grund- und Mittelschulen wird damit vor allem die Integration von Flüchtlingen an Berufsschulen unterstützt. „Ich habe es noch nie erlebt, dass die Staatsregierung Forderungen der Opposition und des BLLV toppt“, freut sich Fleischmann. Hinzu komme, dass die 1.079 Planstellen auf Antrag der CSU-Landtagsfraktion nicht erst zum September 2016, sondern bereits ab Januar kommen sollen. „Zusätzliche Planstellen im laufenden Schuljahr gab es noch nie“, so die BLLV-Präsidentin. Weiterlesenbllv.de

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Deutsches Bildungssystem mit Licht und Schatten

25.11.2015/EG aus Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Berlin/Paris

OECD-Bildungsbericht: Chancengleichheit und angemessene Finanzierung weiterhin große Herausforderung für die Bildungssysteme der OECD-Länder / In Deutschland ist die Schülerzahl je Lehrkraft in der frühkindlichen Bildung niedriger als in den meisten anderen OECD-Ländern, während die Schüler/Lehrer-Quote im Primar- und Sekundarbereich dem Durchschnitt entspricht

Die OECD-Länder müssen stärkere Anstrengungen unternehmen, die Ungleichheit in der Bildung weiter abzubauen und gleichzeitig die Effektivität ihrer Bildungssysteme erhöhen. Nur so kann sichergestellt werden, dass jedes Kind – unabhängig von seiner Herkunft – sein Potential voll entfalten kann und von einer guten Bildung profitiert. Dies geht aus dem OECD-Bericht ‘Bildung auf einen Blick 2015’ hervor, der heute veröffentlicht wurde.

Die Studie dokumentiert die großen Fortschritte, die über die vergangenen 25 Jahre beim Ausbau der Bildungssysteme erzielt wurden. So verfügen heute in den OECD-Ländern im Schnitt 41% der 25 bis 34-Jähringen über einen höheren Bildungsabschluss. Allerdings schlagen sich die nach wie vor großen Unterschiede im Bildungsniveau auch bei den Arbeitsmarktchancen nieder. So hatten 2014 im OECD-Schnitt weniger als 60% der Erwachsenen ohne Sekundarabschluss einen Arbeitsplatz, bei den Erwachsenen mit tertiärem Abschluss waren es über 80%. Auch die Einkommen sind je nach Bildungsniveaus weiter sehr unterschiedlich.

“Der Traum von guter Bildung für alle ist noch keine Realität“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung der Studie in Paris. „Kein Zugang zu hochwertiger Bildung ist die stärkste Form sozialer Ausgrenzung. So wird verhindert, dass Menschen von wirtschaftlichem Wachstum und sozialem Fortschritt profitieren.“

Deutschland hat in den vergangenen Jahren gute Fortschritte auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit durch Bildung gemacht, insbesondere durch den Ausbau der frühkindlichen Bildung. So nahmen 2013 in Deutschland 92% der 3-jährigen an Programmen der frühkindlichen Bildung teil, 2005 waren es noch 80%. Auch bei den 2-jährigen lag Deutschland 2013 mit einer Betreuungsquote von 59% deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 39%.

Die gute Konjunktur, aber auch die leistungsfähige berufliche Bildung in Deutschland, erleichtert jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt. So war 2014 in Deutschland der Anteil der jungen Menschen, die weder arbeiten noch in Ausbildung oder Weiterbildung sind so gering, wie in kaum einem anderen OECD-Land (10,1% der 20 bis 24-Jährigen in Deutschland gegenüber 17,9% im OECD-Durchschnitt).

“Mit dem Dualen System hat Deutschland gute Voraussetzungen, auch die Arbeitsmarktintegration von Migranten zu stemmen. Allerdings kommt es jetzt darauf an, etwa durch spezielle Angebote für Flüchtlinge, diese Basis noch weiter zu stärken und auf deren Bedürfnisse einzugehen“, sagte Stefan Kapferer, stellvertretender Generalsekretär der OECD.

Neben der in Deutschland traditionell starken beruflichen Bildung, weist auch bei der höheren Bildung der Trend nach oben. So beginnen in Deutschland mittlerweile 53% eines Jahrgangs ein Studium oder einen anderen tertiären Bildungsgang (Meister, Techniker, etc.) – im OECD-Durchschnitt sind es 60% (jeweils ohne internationale Studenten). Trotz der zunehmenden Bedeutung höherer Bildung, liegen die Abschlussquoten im Tertiärbereich weiter unter dem OECD-Schnitt (36% gegenüber 50%).

“Demografiebedingt wird in den kommenden Jahren in Deutschland eine vergleichsweise große Zahl an Hochqualifizierten aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die entstehende Fachkräftelücke kann nur geschlossen werden, wenn sich der Anteil gutausgebildeter Jugendlicher an den zahlenmäßig schwächeren, nachrückenden Jahrgängen weiter erhöht.”, sagte Kapferer. Besonderen Erfolg bescheinigte er Deutschland dabei, junge Frauen für ein Studium der so genannten MINT-Fächer zu gewinnen.

Eine gute und hochwertige Bildung ist der beste Garant für eine erfolgreiche Teilnahme am Erwerbsleben. So ist auch in Deutschland der Anteil der Erwerbstätigen unter den Hochqualifizierten mit 88% deutlich höher als bei Menschen mit beruflicher Bildung (80%). Gleichzeitig nimmt der Abstand bei der Beschäftigungsquote mit zunehmendem Alter der Beschäftigten deutlich zu. Ein höherer Bildungsabschluss versetzt Arbeitnehmer offenbar auch eher in die Lage, sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen.

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Warum gehst du in die Schule? Weil ich muss!

09.11.2015/EG aus dem Medium ‚Der Standard‘, Wien (A)

Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther: Lernbegierige Flüchtlingskinder können ein Motor werden, ein Treibstoff, mit dem die Lernlust in unsere Schulklassen zurückkehrt

„Eine der bemerkenswertesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung ist, dass das Hirn nicht so funktioniert wie ein Muskel. Das kann man nicht trainieren durch Brainjogging oder stures Auswendiglernen. Damit im Hirn langfristig etwas verankert werden kann, muss das, was man lernen will, unter die Haut gehen. Neurobiologisch heißt das, es muss zu einer Aktivierung der emotionalen Zentren und damit zur Freisetzung neuroplastischer Botenstoffe im Hirn kommen, sodass das Neugelernte in Form von neuaufgebauten Netzwerken verankert wird. Dann bleibt es lange hängen. Wer einmal Fahrradfahren gelernt hat, vergisst das nie wieder.“ Weiterlesenderstandard.at

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Interkulturelle Schulentwicklung ist längst Realität

28.10.2015/EG aus dem Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), München

BLLV: Bedarf für interkulturelle Schulentwicklung nimmt mit der Migration zu

Bislang wurden in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium 15 Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten zu Berater/innen für interkulturelle Schulentwicklungsprozesse ausgebildet. „Das ist bislang einmalig in Bayern und das Ergebnis einer vorausschauenden Politik sowie der Kooperativen mit VIA Bayern. Angesichts der steigenden Zahl junger Menschen, die in Folge ihrer Flucht vor Krieg und Krisen bei uns ankommen und an den Schulen bestmöglich unterrichtet werden sollen, kann dies aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Wir brauchen künftig deutlich mehr solcher Berater/innen. Wir hoffen, dass alle, die am Schulleben beteiligt sind, hellhörig werden. Jeder einzelne kann aktiv etwas dazu beitragen, dass sich Menschen in unserem Land nicht fremd fühlen müssen und Kinder sich unabhängig von ihrer Herkunft in unseren Schulen wohl fühlen und partizipieren können“, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

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Lobbyisten lassen wirtschaftskritische Publikation entfernen

27.10.2015/EG aus dem Nachrichtenblog ‚NachDenkSeiten.de‘, Bad Bergzabern

Journalist Jens Berger mit einem Beitrag über den zunehmenden Einfluss der Wirtschaftslobbyisten in den Bildungsraum

„Wirtschaftslobbyisten lassen ein Unterrichtsbuch verbieten, das ihnen zu lobbyismuskritisch ist“ – Zugegeben, diese Schlagzeile vermutet man wohl eher auf der Satireseite Postillon, doch leider handelt es sich hierbei nicht um Satire. Der Bundesverband Deutscher Arbeitgeber (BDA) hat über das Bundesinnenministerium eine Sammelpublikation der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) aus dem Verkehr ziehen lassen, da diese in den Worten des BDA ein „monströses Gesamtbild von intransparenter und eigennütziger Einflussnahme der Wirtschaft auf Politik und Schule“ transportiere. Die Publikation ‚Ökonomie und Gesellschaft‘ richtet sich an Lehrer, die an den Schulen Wirtschaft unterrichten. Man könnte diese Aktion nun ebenfalls als monströs, intransparent und eigennützig bezeichnen und folgern, das von der Arbeitgeberlobby durchgedrückte Verbot bestätige, dass die zensierte Publikation goldrichtig liegt. Das eigentliche Problem sitzt jedoch tiefer. Schon seit vielen Jahren versuchen Lobbyisten den Kampf um die Deutungshoheit über wirtschaftliche Fragen bereits über den Schulunterricht für sich zu gewinnen. Diese Entwicklung ist mehr als besorgniserregend. Weiterlesennachdenkseiten.de

Zum Thema ein Aufsatz von Prof. Dr. Jochen Krautz über die ‚Bildung als Anpassung‘ sowie die Streitschrift ‚Kompetenzen machen unmündig‘, ebenfalls von Prof. Dr. Jochen Krautz.

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Statistische Daten für Studierende und Lehrende

20.10.2015/EG aus Statistischen Bundesamt, Wiesbaden

Statistisches Bundesamt schaltet neues Datenangebot für den Hochschulbereich frei

Für Studierende und Lehrende an Hochschulen hat das Statistische Bundesamt zum heutigen Weltstatistik-Tag ein neues Webangebot veröffentlicht: den ‚StatistikCampus‘destatis.de, der speziell auf die Interessen von Studentinnen und Studenten zugeschnitten ist. ‚StatistikCampus‘ informiert über die Verfügbarkeit von Daten, gibt Tipps zur Datenrecherche und zeigt, welche Veröffentlichungen sich besonders für Studierende eignen.

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Hochschulische Qualifizierungsziele

19.10.2015/EG aus dem Wissenschaftsrat, Köln

Bericht des Wissenschaftsrates zum Thema „Institutionelle Strategien zur Verbesserung der Lehre an Hochschulen“

Für die zukünftige Versorgung der Gesellschaft mit hochqualifizierten und innovationsfähigen Fachkräften ist das Verhältnis von Hochschulbildung und Arbeitsmarkt weiterzuentwickeln. Die zentralen Ansatzpunkte sieht der Wissenschaftsrat dabei in der Klärung und transparenten Darstellung der hochschulischen Qualifizierungsziele, in einer jeweils angemessenen Berücksichtigung der drei zentralen Dimensionen akademischer Bildung, in der Reflexion und Stärkung der Arbeitsmarktrelevanz sowie in der Erhöhung der Studienerfolgsquoten.

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates an die Hochschulen lesen Sie ab Seite 14 wissenschaftsrat.de.

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Flüchtlingspolitik: 1.700 Planstellen zur Integration von Kindern

15.10.2015/EG aus dem Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V., München

BLLV: Ungewöhnliche Situation erfordert ungewöhnliche Maßnahmen – Traumatisierten junge Menschen erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren, hängt wesentlich von der Ausstattung der Schulen ab

Als richtige und wichtige Weichenstellung hat es die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, bezeichnet, dass die Bayerische Staatsregierung Mittel für 1.700 neue Stellen zur Integration von Flüchtlingskindern im Nachtragshaushalt 2016 zur Verfügung stellen wird. „Die kurzfristige Stellenmehrung im Bildungsbereich ist einmalig und ein großer erster Schritt“, erklärte sie heute in München – auch wenn sie hinter den vom BLLV geforderten 2.500 neuen Stellen bleibt.

Das Engagement der Lehrkräfte, der vielen freiwilligen Helfer und Fachkräfte stehe außer Frage. Ob es allerdings gelinge, die zum Teil stark traumatisierten jungen Menschen erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren, hänge ganz wesentlich von der Ausstattung der Schulen ab. Fleischmann kündigte daher an, „dran bleiben zu wollen“ und in den Schulen nachzufragen, ob die Hilfen auch ankämen. „Es steht noch viel mehr auf dem Spiel als die Unterrichtsversorgung. Letztlich geht es um die Stabilität des Gemeinwesens und der Demokratie.“

Ungewöhnliche Situationen erforderten aber auch ungewöhnliche Maßnahmen, so die BLLV-Präsidentin. Der BLLV schlage deshalb in einem Ende September vom Landesvorstand einstimmig verabschiedeten Positionspapier vor, zusätzliche, im System vorhandene Ressourcen, „frei zu machen“. So könnten z.B. Schulen, Schulleitungen und Pädagogen/innen von anderen Aufgaben und Verpflichtungen vorübergehend entlastet werden, indem Abstriche bei den zu erstellenden Statistiken, den vielfältigen Abfragen oder bei der externen Evaluation akzeptiert würden. Das koste kein Geld und würde den Schulen helfen. In dem Positionspapier des BLLV mit dem Titel: „Flüchtlinge und Bildung“ wird auch eine überlegtere Sprache angemahnt: „Eine Sprache, die den Herausforderungen angemessen ist.“ Bereits in der Sprache werde signalisiert, ob Bayern eine Willkommenskultur pflege. Mit der Sprache gebe die Politik ein Vorbild, das Nachahmung finde.

In dem mehrseitigen Positionspapier hält es der BLLV

  • u.a. für dringend erforderlich, den Schulen zu ermöglichen, Kinder und Jugendliche bereits vor Ablauf der Dreimonatsfrist aufzunehmen. Es sei eine Realität, dass diese Kinder bereits am Schultor stehen, bevor die drei Monate abgelaufen seien, heißt es in der Petition. „Der Wunsch der Eltern nach Beschulung ihrer Kinder zeige im Übrigen auch deren Wille zur Integration.“
  • Auch müsse der Islamische Unterricht deutlich ausgeweitet werden
  • und Schulleiterinnen und -leiter in deutlichem Umfang Anrechnungsstunden erhalten.
  • Nötig seien darüber hinaus ausreichend Mittel für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften im Bereich Deutsch als Zweitsprache
  • sowie der weitere Ausbau der Übergangsklassen. „In den Übergangsklassen wird nur rund ein Drittel aller Flüchtlingskinder beschult“, gab die BLLV-Präsidentin zu bedenken. Das bedeute, auch alle anderen Klassen und Schulen müssten bei Bedarf zusätzliche Unterstützung abrufen können.

Das Positionspapier beschreibt noch weitere Forderungen, die Maßnahmen zur Personalgewinnung oder schulischen Erstversorgung betreffen. Angemahnt werden:

  • pädagogische Hilfen und Unterrichtsmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer,
  • Supervisionsangebote und psychologische Hilfe für die Arbeit mit Eltern. „Viele Kolleginnen und Kollegen erleben auf Elternabenden Väter und Mütter, die mit ihren Gefühlen und Ängsten nicht zurechtkommen. Um hier unterstützend eingreifen zu können, sollten die Schulpsychologen/innen des Kriseninterventions- und Bewältigungsteams (KIBBS) vom Unterricht freigestellt werden und Stundenermäßigungen bekommen.“ Gefordert werden u.a. auch Clearingstellen und multiprofessionelle Teams, die Schulen entlasten. Langfristig müsse zudem der Sportunterricht sichergestellt werden, indem sich bei von Flüchtlingen belegten Turnhallen Schulen bei der Unterbringung nach wenigen Wochen abwechseln.

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66.500 neue Einschreibungen im Wintersemester 2015/16

15.10.2015/EG aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik, München

Zahl der Studienanfänger steigt um 3,3 Prozent – Zahl der Studierenden steigt gesamt um 2,2 Prozent

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, erwarten die Studentenkanzleien der bayerischen Hochschulen zum Wintersemester 2015/16 über 66.500 neue Einschreibungen, und somit in etwa so viel wie im Vorjahr. Nach diesen ersten, zum Teil auf Schätzungen beruhenden Meldungen wird die Zahl der Studierenden in Bayern mit 376.364 weiterhin auf hohem Niveau bleiben.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, werden im Wintersemester 2015/16 an Bayerns Hochschulen insgesamt 376.364 (+ 2,2 Prozent gegenüber Vorjahr) Studierende eingeschrieben sein.

Nach den ersten vorläufigen, zum Teil noch auf Schätzung beruhenden Meldungen der Studentenkanzleien (zum Stichtag 17.09.2015) schreiben sich zum Wintersemester 2015/16 an Bayerns Hochschulen insgesamt 66.559 (+ 3,3 Prozent gegenüber Vorjahr) junge Menschen erstmals für ein Studium ein.

An Bayerns Universitäten (einschließlich philosophisch-theologischer Hochschulen und Kunsthochschulen) sind dann zwei Drittel (245.785 oder 65,3 Prozent) aller Studierenden eingeschrieben. Davon sind 129.563 oder 52,7 Prozent Frauen (52,4 Prozent im Vorjahressemester).

An Fachhochschulen (einschließlich der Fachhochschulen für Verwaltung und Recht) werden voraussichtlich 130.579 Studierende immatrikuliert sein. Der Frauenanteil beträgt hier 41,9 Prozent bzw. 54.728 Studentinnen. Auch hier stieg gegenüber dem Wintersemester 2014/15 die Zahl der Studentinnen mit 6,0 Prozent stärker als die der Studenten (1,9 Prozent).

Seit dem Wintersemester 2005/06 (252.498 Studierende) hat die Zahl der Studierenden um insgesamt 49,1 Prozent zugenommen. Dabei wuchs die Studierendenzahl an den Fachhochschulen (+79,3 Prozent) in den letzten zehn Jahren deutlich stärker als die an Universitäten (+36,8 Prozent). An den nichtstaatlichen Fachhochschulen hat sich die Zahl der Studierenden von 2.973 auf 12.556 mehr als vervierfacht, so das Bayerische Landesamt für Statistik abschließend.

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Staatlich geförderte Forschung

07.10.2015/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW), Berlin

DIW: Forschung in neuen Bundesländern konzentriert sich auf staatliche und staatlich geförderte Einrichtungen und Hochschulen

Forschung und Entwicklung wurden in Ostdeutschland in den letzten beiden Jahrzehnten spürbar ausgeweitet. Die Expansion war jedoch schwächer als in Westdeutschland, und sie konzentrierte sich stark auf staatliche und staatlich geförderte Forschungseinrichtungen. Insgesamt erreichten im Jahr 2013 die ostdeutschen Forschungsaktivitäten 86 Prozent des westdeutschen Niveaus, im Bereich der privaten Wirtschaft waren es nur 50 Prozent. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Die Gründe für den Rückstand liegen in der Wirtschafts- und Unternehmensstruktur: Forschungsintensive Industriezweige und größere Unternehmen, die im Allgemeinen mehr forschen und entwickeln als kleine Unternehmen, sind in Ostdeutschland seltener vorhanden als in Westdeutschland. „Angesichts der strukturellen Unterschiede ist eine Angleichung an das westdeutsche Niveau in absehbarer Zeit nicht zu erwarten“, sagt DIW-Experte Alexander Eickelpasch. Das solle man aber nicht überbewerten, denn: „Schließlich gibt es auch in Westdeutschland große regionale Unterschiede bei den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der privaten Wirtschaft.“ Weiterlesen↗diw.de

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Weiterqualifizierung für Lehramtsstudierende

06.10.2015/EG aus dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, München

Staatsministerium fördert ‚Umschulung‘ für Lehramtsstudierende ohne Anstellung

Wie können Lehramtsstudierende auch für einen Beruf außerhalb der Schule vorbereitet werden? Mit dieser Frage hatten sich neun Universitäten und vier Hochschulen für angewandte Wissenschaften an einem Wettbewerb des Staatsministeriums beteiligt. Für ihre Projekte erhalten die Hochschulen eine Förderung zwischen 120.000 und 175.000 Euro. Einige Hochschulen entwickeln ihre bereits bestehenden Angebote weiter, andere setzen neue Vorhaben wie ein Zusatzstudium ‚Corporate Management‘, ein Coaching-Programm zum Berufseinstieg oder einen neuen Masterstudiengang ‚Multimediales Didaktisches Design‘ um. Zudem werden Möglichkeiten geprüft, erbrachte Leistungen des Lehramtsstudiums in anderen Studiengängen anzuerkennen.

Die Angebote richten sich vor allem an Lehramtsabsolventinnen und -absolventen für die Schularten Gymnasium und Realschule. Die ersten Maßnahmen beginnen teilweise bereits zum Wintersemester 2015/2016.

Folgende Hochschulen erhalten für ihre Projekte der Weiterqualifizierung eine Förderung:

  • Universität Augsburg: 175.000 Euro für das Projekt ‚Polyvalente Weiterqualifizierung für Lehramtsstudierende/-absolventInnen‘
  • Universität Bamberg: 175.000 Euro für das Projekt ‚Move on – Qualifizierung für eine Tätigkeit außerhalb der Schule‘
  • Universität Bayreuth: 175.000 Euro für das Projekt ‚Zusatzqualifikation für außerschulische Berufsfelder‘Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt: 175.000 Euro für das Projekt ‚Schaffung von Zusatz- und Modulstudien‘
  • Universität Erlangen-Nürnberg: 175.000 Euro für das Projekt ‚Lehramt add. Wirtschaft‘
  • Universität Passau: 136.000 Euro für das Projekt ‚ALMA-Passau – Weiterentwicklung des polyvalenten Angebotes‘
  • Universität Regensburg: 175.000 Euro für das Projekt ‚KiPKo – Kommunizieren und Instruieren im professionellen Kontext‘
  • Universität Würzburg: 175.000 Euro für das Projekt ‚Karriere Plus – Zusatzstudium Corporate Management‘
  • Hochschule für Philosophie München: 159.000 Euro für das Projekt ‚Modulstudium Persönlichkeitsbildung im interkulturellen Kontext‘
  • Hochschule Ansbach: 120.000 Euro für das Projekt ‚Einführung des Masterstudiengangs Multimediales Didaktisches Design‘
  • TH Deggendorf: 120.000 Euro für das Projekt ‚Betriebswirtschaft für Lehramtsabsolventen‘
  • Evang. Hochschule Nürnberg: 120.000 Euro für das Projekt ‚Modulstudium Angewandte Bildungswissenschaften‘
  • OTH Regensburg: 120.000 Euro für das Projekt ‚Entwicklung und Einrichtung eines neuen Masterprogramms Integrationsmanagement‘

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Schullaufbahn: Elternwille verschärft soziale Schieflage nicht

23.09.2015/EG aus dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) gGmbH, Berlin

WZB-Forscher: Kinder aus höheren sozialen Schichten profitieren nicht vom Elternwillen – Widerspruch zu bisherigen Erkenntnissen

Wenn Eltern nach Ende der Grundschulzeit bestimmen dürfen, ob ihr Kind das Gymnasium besucht, verschärft dies die soziale Ungleichheit nicht. Zu diesem Befund kommen die WZB-Bildungsforscher Stefanie Jähnen und Marcel Helbig nach Auswertung von 13 Reformen der Übergangsempfehlung zwischen 1949 und 2009. In Bundesländern, die die verbindliche Grundschulempfehlung durch die Lehrer abgeschafft haben, wechselten wider Erwarten nicht mehr Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern auf das Gymnasium. Bisher hatte man angenommen, dass durch die Freigabe des Elternwillens Kinder aus höheren sozialen Schichten beim Zugang zum Gymnasium einen Vorteil haben. Weiterlesen↗wzb.de

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Schüleraustausch mit Kolumbien

22.09.2015/EG aus dem Verein für Bildung und Kulturdialog ‚Humboldteum e.V.‘, Stuttgart

Familien für die Aufnahme lateinamerikanischer Schüler gesucht

Im Zuge des Aktionsrahmens „Bildungsstandort Deutschland“ der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung organisiert das Humboldteum – eine Hilfseinrichtung von und für deutschsprachige Auslandsschulen – den Schüleraustausch für die Deutsche Schule Medellin (Kolumbien). Dazu suchen wir Familien, die offen sind, von Samstag, den 16. Januar 2016 bis Sonntag, den 03. Juli 2016 einen lateinamerikanischen Jugendlichen als ‚Kind auf Zeit‘ bei sich aufzunehmen, um mit und durch den Gast den eigenen Alltag neu zu erleben. Ein Gegenbesuch wäre in den Herbstferien 2016 möglich.

Für Fragen und weitergehende Infos kontaktieren Sie bitte die internationale Servicestelle für Auslandsschulen, Frau Ute Borger, Humboldteum e.V. – Verein für Bildung und Kulturdialog. Geschäftsstelle, Königstraße 20, 70173 Stuttgart, Tel. (0711) 2221401, E-Mail: ute.borger(at)humboldteum.com oder hierhumboldteum.de.

Die Deutsche Schule Medellín gehört zu einem Netz von ca. 140 Deutschen Schulen im Ausland, die von der Bundesrepublik Deutschland gefördert werden (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen).

Das Humboldteum ist ein gemeinnütziger internationaler Verein für Bildung und Kulturdialog und wurde 2006 auf Initiative von Schulleitern Deutscher Schulen im Ausland gegründet. Wir sind eine Hilfseinrichtung und halten mit unseren Angeboten Kollegen und Kolleginnen an Deutschen, Österreichischen und Schweizer Auslandsschulen den Rücken für ihre pädagogische Basisarbeit frei. Wir unterstützen Auslandsschulen in ihrem Bildungsauftrag durch Extracurricula und werben mit unseren Angeboten für eine Welt in der kulturelle Vielfalt als Reichtum erkannt wird.

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Wenn die Lehre entleert wird

21.09.2015/EG aus dem Nachrichtenblog ‚NachDenkSeiten‘,

Wolfgang Lieb über die funktionale Privatisierung staatlicher Aufgaben am Beispiel öffentlicher Hochschulen

Die Parlamente und der Staat billigen einem demokratisch nicht legitimierten, parlamentarisch nicht rechenschaftspflichtigen und von der Hochschule oder von der Gesellschaft nicht zur Verantwortung ziehbaren Hochschulrat Kompetenzen und Entscheidungsrechte zu, die teilweise weit über die Kompetenzen hinausgehen, die der Staat jemals zumindest gegenüber den Universitäten hatte. Weiterlesennachdenkseiten.de

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Hochschulen und wirtschaftliche Interessen

19.09.2015/EG aus dem gemeinnützigen Recherchezentrum ‚CORRECT!V‘, Essen

CORRECT!V über den Einfluss privater Gelder an staatlichen Hochschulen

Bildung und Wissenschaft sind elementare Bestandteile der öffentlichen Daseinsvorsorge und doch wird der Einfluss der Wirtschaft an mindestens 36 deutschen Hochschulen akzeptiert. Unternehmen finanzieren nach den Recherchen von ‚CORRECT!V‘ und ‚Hochschulwatch‘ Kooperationsverträge oder Stiftungsprofessuren – und sind zugleich im Aufsichtsrat der Universitäten, dem so genannten Hochschulrat vertreten.

Beispiel aus München: Die finanzstarke Technische Univerität München gilt als Paradebeispiel für gute Beziehungen zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Das zeigt auch die Zusammensetzung des Hochschulrats: BMW-Hauptaktionärin Susanne Klatten sitzt darin, Stifterin der Susanne-Klatten-Professur für Bildungsforschung; 10 Millionen Euro zahlt sie über zehn Jahre an die Hochschule. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende von BMW hat einen Platz im Hochschulrat. Weiterlesencorrectiv.org

Weitere Verbindungen zwischen Wirtschaft und Hochschulen im ganzen Bundesgebiet hat das Rechercheprojekt Hochschulwatch zusammengestellt. hochschulwatch.de

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Schuljahr 2015/2016

18.09.2015/EG aus dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, München

11-Milliarden-Haushalt für eine bessere Qualität des Bildungswesens

Haushalt

Der Bildungshaushalt wurde seit 2005 um 40 Prozent, von 8,0 Milliarden Euro auf aktuell 11,2 Milliarden Euro, erhöht. Im Schuljahr 2015/2016 besuchen rund 1,68 Millionen Schülerinnen und Schüler Schulen in Bayern. Der Investitionswert je Schüler liegt damit bei 6.666 Euro.

Unterricht

Der Freistaat Bayern hat zum Schuljahr 2015/2016 über 4.000 Lehrkräfte eingestellt, darunter rund 300 Fach- und Förderlehrkräfte an allgemein bildenden Schulen.

Angebote für junge Asylbewerber und Flüchtlinge

Zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 sind an Bayerns Grund- und Mittelschulen rund 470 Übergangsklassen für schulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber vorgesehen; zu Beginn des Schuljahres 2014/2015 waren es nur rund 300. Um zusätzliche Übergangsklassen nach Beginn des Schuljahres bilden zu können, stehen zusätzliche Ressourcen bereit. In den Übergangsklassen lernen die jungen Menschen u. a. Grundlagen der deutschen Sprache, um später am Regelunterricht teilzunehmen.

Viele Grund- und Mittelschulen unterbreiten den jungen Menschen weitere Sprachförderangebote, z. B. Deutschförderklassen und -förderkurse.

In Klassen mit über 25 Kindern, in denen über 50 Prozent der Kinder Migrationshintergrund haben, werden Teilungen vorgenommen.
Für die Grund- und Mittelschulen stehen im Schuljahr 2015/2016 Mittel in Höhe von 750.000 Euro zur Verfügung, um z. B. nebenamtliche Mitarbeiter beschäftigen oder Dienstleistungen tätigen zu können.

Bayern richtet zum Schuljahr 2015/2016 für berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber an Berufsschulen rund 440 Berufsintegrationsklassen ein, das sind rund 260 mehr als zu Beginn des Schuljahres 2014/2015. Die jungen Asylbewerber und Flüchtlinge nehmen an einem zweijährigen bundesweit einzigartigen Programm teil, erlernen dabei Deutsch und erhalten einen Einblick in die Berufswelt.

Zum Schuljahr 2015/2016 starten das Bildungsministerium und die Stiftung Bildungspakt Bayern – unterstützt durch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – an 21 Schulen das Projekt ‚Perspektive Beruf für junge Asylbewerber und Flüchtlinge‘. Dabei sollen besonders wirksame Instrumente und Konzepte für den Unterricht und die Förderung junger Asylbewerber und Flüchtlinge an den Berufsschulen entwickelt werden.

Bayerische Realschulen und Gymnasien erproben an Modellschulen in München und Nürnberg, wie sie zugezogene Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen, auch Flüchtlinge und Asylbewerber, zu dem von ihnen angestrebten Abschluss noch gezielter als bisher unterstützen können.

Für noch nicht vollzeitschulpflichtige Kinder und Jugendliche wurden vom Kultusministerium in den Erstaufnahmeeinrichtungen in München, Zirndorf, Regensburg und Deggendorf Deutschkurse eingerichtet.

Pilotversuch ‚Mittelstufe Plus‘ an 47 Gymnasien

47 Gymnasien können ab dem Schuljahr 2015/2016 in einem zweijährigen Pilotversuch die Mittelstufe Plus erproben. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern mit pädagogischem Bedarf ein Jahr mehr Lernzeit.

Grundlagenfächer, z. B. Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen, werden in der Mittelstufe Plus durchgehend vier Jahre unterrichtet. Der Stoff wird, wo immer möglich, von drei Jahren auf vier Jahre gedehnt. Einzelne Fächer werden aus den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 in der Regel in die Jahrgangsstufe 9+ verlegt. Es kommt zu einer Reduzierung der Fächer pro Jahr. In den ersten drei Schuljahren sind je 30 Wochenstunden vorgesehen, im 10. Schuljahr 32 Wochenstunden. Nur in der Jahrgangsstufe 10 findet verpflichtend Nachmittagsunterricht statt.

Die Erfahrungen anderer bayerischer Gymnasien mit neuen pädagogischen Ansätzen wurden in der Publikation ‚Gymnasium 2020‘ und unter www.gymnasium2020.bayern.de veröffentlicht.

Quantitativer und qualitativer Ausbau der Ganztagsangebote

Zum Schuljahr 2015/2016 wird erstmals die Form der offenen Ganztagsschule auch an Grundschulen und Förderschulen für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 eingerichtet werden. Rund 300 offene Ganztagsgruppen werden hier zum neuen Schuljahr in einer Pilotphase realisiert. Die Anzahl der offenen Ganztagsgruppen wird an bayerischen Schulen im Schuljahr 2015/2016 auf rund 4.450 erhöht.

30 weitere Schulen werden gebundene Ganztagsklassen einrichten können. Zahlreiche Schulen weiten den bereits bestehenden gebundenen Ganztag aus.

Die Anzahl der Gruppen der Mittagsbetreuung und verlängerten Mittagsbetreuung kann nun auf rund 7.000 angehoben werden.

Mit dem Modellprojekt ‚offene Ganztagsangebote in Kooperation von Schule und Jugendhilfe‘ wollen Freistaat und Kommunen Betreuungszeiten für Kinder an Grund- und Förderschulen an Wochentagen bis 18 Uhr und in den Schulferien ermöglichen. Erste Modelle werden ab dem Schuljahr 2015/2016 erprobt.

Mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds weitet der Freistaat das Projekt ‚Gebundene Ganztagsangebote im Bereich von Übergangsklassen‘ im Schuljahr 2015/2016 von 30 auf künftig 50 Ganztags-Übergangsklassen aus. So werden der Erwerb der deutschen Sprache und die Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund weiter gefördert.

Inklusion

Der Bayerische Landtag hatte in einem fraktionsübergreifend vorbereiteten Gesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention über Rechte und Chancen von Menschen mit Behinderung den grundsätzlich gleichberechtigten Zugang von jungen Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf zur Regelschule geregelt. Eine wachsende Zahl von Schülern nimmt diesen Anspruch wahr. Im vergangenen Schuljahr wurden knapp 20.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Regelschulen sonderpädagogisch gefördert. Dazu kamen im Schuljahr 2014/2015 rund 2.000 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf z. B. in Partnerklassen unterrichtet wurden.

Die Anzahl der Schulen mit dem Profil ‚Inklusion‘ steigt zum neuen Schuljahr um rund ein Drittel auf 212. Darunter befinden sich 27 Förderschulen.

Bei der Inklusion stehen in Bayern die Schülerinnen und Schüler mit ihrem konkreten Förderbedarf im Mittelpunkt. Deshalb werden in Bayern verschiedene Formen inklusiven Unterrichts praktiziert. Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf werden nicht nur an Schulen mit dem Profil Inklusion gemeinsam unterrichtet. Förderschulen bleiben als Kompetenzzentren und Lernorte bestehen.

Das bundesweit einzigartige Modellprojekt „Inklusive berufliche Bildung in Bayern“ (IBB), das die Stiftung Bildungspakt Bayern und das Bayerische Kultusministerium gestartet haben, wird weiter fortgeführt. Allgemeine Berufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung entwickeln an neun Standorten in Tandems Modelle, wie inklusiver Unterricht an beruflichen Schulen bestmöglich gestaltet werden kann. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler einen regulären Berufsabschluss erreichen können.

Zum Schuljahr 2015/2016 werden wie bereits in den vergangenen vier Schuljahren weitere 100 Planstellen für die Inklusion bereitgestellt. Seit 2011 wurden so bisher insgesamt 500 zusätzliche Lehrerstellen in die inklusive Bildung investiert.

Im Schuljahr 2015/2016 werden an 75 Standorten, das sind rund 20 Standorte mehr als im Vorjahr, Lehrkräfte von Grund-, Mittel- und Förderschulen schulartübergreifend Inklusionsberatung an Staatlichen Schulämtern anbieten. Sie helfen Eltern, ein möglichst passgenaues Schulangebot für ihr Kind zu finden. „Bayern kann nach nur drei Jahren durch Kooperation mit den Kommunen ein flächendeckendes Beratungsangebot zur Verfügung stellen, in dem auch die staatlichen Schulberatungsstellen mitwirken“, so der Minister.

Bildungsregionen

Die Initiative ‚Bildungsregion Bayern‘ findet immer mehr Anklang: In 70 kreisfreien Städten und Landkreisen arbeiten die beteiligten Einrichtungen daran, die Bildungschancen für die jungen Menschen weiter zu verbessern und die Übergänge von der Schule in Ausbildung, Beruf und weitere schulische Bildung zu optimieren sowie die Bildungsangebote für Menschen jeglichen Alters zu verstärken.

Die Kommunen unterstützen damit auch die Anstrengungen des Freistaats zugunsten vergleichbarer Lebens- und Bildungsbedingungen landesweit. Bayern finanziert dazu landesweit die notwendigen Lehrerstellen, z. B. für den Erhalt von selbständigen Grundschulen in Gebieten mit starkem Rückgang der Bevölkerung, sowie für ein breites und vielfältiges wohnortnahes Schulangebot.

Begabtenförderung

Um die Diagnosefähigkeit der Lehrkräfte weiter zu stärken, arbeitet Bayern intensiv an der Aus- und Fortbildung von Multiplikatoren der Begabtenförderung. Folgende Instrumente finden dazu Anwendung:

  • An flexiblen Grundschulen werden Kinder mit besonderer Begabung unterstützt, die Eingangsstufe der Grundschule in einem Jahr zu durchlaufen.
  • Seminarangebote für besonders begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler an allen Schularten.
  • Der M-Zweig an 26 Mittelschulen erprobt den Schulversuch „Talente finden und fördern an der Mittelschule“ (TAFF) von Stiftung Bildungspakt Bayern und Kultusministerium.
  • 21 Realschulen bilden Talentklassen auf dem Grundsatz der Begabtenförderung.
  • Das Programm ‚Talent im Land Bayern‘, das sich Jugendlichen mit schwierigeren Startbedingungen zuwendet.
  • Die Hochbegabtenzentren an acht Gymnasien und die Qualifizierung weiterer Lehrkräfte an Gymnasien mit Hochbegabtenklassen.
  • Die Teilnahme an bundesweiten Wettbewerben wie ‚Jugend forscht‘.
  • Die Vernetzung von Schule und Hochschule mit zielgruppenbezogenen Angeboten wie dem TUM-Kolleg an Gymnasien wie Garching, aber auch an anderen Standorten, sowie Formen des Frühstudiums.

‚LehrplanPLUS‘

Der ‚LehrplanPLUS‘ bildet ab diesem Schuljahr auch die Grundlage für den Unterricht in der 3. Jahrgangsstufe der Grundschule. Die Lehrpläne für Mittelschule, Realschule und Gymnasium werden gerade erarbeitet.

Digitale Bildung

Qualitativ weiter entwickeln sich Bayerns Schulen auch durch eine Forcierung der digitalen Bildung. Dabei spielt die Online-Plattform ‚mebis – Landesmedienzentrum Bayern‘ eine zentrale Rolle. Sie wird mittlerweile von 69.000 Lehrkräften und rund 380.000 Schülerinnen und Schülern genutzt.