Braunkohlekraftwerke: Viel Kohle für wenig Ausstieg

31.10.2015/EG aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin und der Umweltschutzorganisation Umweltinstitut e.V., München

Acht von insgesamt 22 Braunkohlemeilern sollen zwischen 2016 und 2019 vom Stromnetz plus vier Jahre ‚Sicherheitsreserve‘ für jährlich 230 Mio. Euro – Umweltinstitut: Abkommen ist ein Skandal

Braunkohleblöcke der Unternehmen MIBRAG* (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft im tschechischen Energiekonzern EP Energy a.s.) RWE AG und Vattenfall AB mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt werden mit dieser Maßnahme ab 2016 schrittweise aus dem Markt genommen und vorläufig stillgelegt. Für jeweils vier Jahre werden sie als letzte Absicherung der Stromversorgung verwendet. Danach werden die Blöcke endgültig stillgelegt. Die Betreiber der stillzulegenden Anlagen erhalten für die Herstellung der Sicherheitsbereitschaft und für die Stilllegung der Anlagen eine Vergütung. Dafür fallen Gesamtkosten in einer Größenordnung von rund 230 Mio. Euro pro Jahr über sieben Jahre an. Dies bedeutet einen Anstieg der Netzentgelte um rund 0,05 Cent pro Kilowattstunde, so eine Mitteilung aus dem Bundesministerium.

Für das Umweltinstitut ist dieses Abkommen ein Skandal:

„Skandalös ist vor allem, dass einige der Braunkohlemeiler, die jetzt noch eine vergoldete Rentenzeit erhalten, sowieso wegen Unwirtschaftlichkeit abgeschaltet worden wären. Das bedeutet im Endeffekt, dass die Regierung hier Erfolge im Klimaschutz verbucht, die auch ohne ihr Einwirken erzielt worden wären. Und zusätzlich streichen die Kohlekonzerne kräftige Subventionen ein, ohne echte Anstrengungen für die Bekämpfung des Klimawandels zu unternehmen.“ Weiterlesen↗umweltinstitut.org