26.06.2015/EG

Abasse Ndione: Die Piroge

Roman

Dreißig Afrikaner, Frauen, Männer, Jugendliche, die aus verschiedenen Dörfern im Landesinneren Senegals kommen und noch nie das Meer gesehen haben, wollen aus dem afrikanischen Elend auf die Kanarischen Inseln und nach Europa fliehen. Sie verabschieden sich von ihren Familien und stehen dann nach einer langen Busfahrt ängstlich am Strand, beobachten das Meer und sehen zum ersten Mal auch das Schiff, eine Piroge, die dem Fischer Baye Laye gehört. (Bild: Transit Verlag)

Während der langen Überfahrt, auf der sie sich langsam kennenlernen, steigern sie sich bei zunächst gutem Wetter in unglaubliche Erwartungen, was ihre Zukunft in Europa betrifft. Doch es zieht ein fürchterlicher Sturm herauf, sie verlieren Kaaba, den zweiten Steuermann, und das Boot wird schwer beschädigt. Sie sind verzweifelt, aber da naht ein Schiff…

Das Buch, 2008 bei Gallimard in Paris erschienen, ist in seiner schlichten, eindringlichen Erzählweise zu einem Klassiker der gegenwärtigen afrikanischen Literatur geworden. Auf kleinstem Raum entfaltet der Roman ein großes Drama, das von Millionen Menschen unterschiedlichster Herkunft, die um ihre Lebenschancen kämpfen.

Autor

Abasse Ndione, 1946 in einem senegalesischen Fischerdorf in der Nähe von Dakar geboren, besuchte zunächst eine Koran- und dann eine französische Schule und arbeitete bis vor kurzem als Krankenpfleger. Er schreibt in Wolof und auf Französisch. Er lebt im Senegal. Seine wichtigsten Veröffentlichungen: »La vie en Spirale«, 1984 im Senegal, 1998 in Paris; »Ramata«, Paris 2000; »Die Piroge« (Mbeke mi), Paris 2008 (6. Auflage 2012) – alle bei Gallimard. Sowohl Ramata (2007) wie »Die Piroge« (2012) wurden in Frankreich bzw. im Senegal verfilmt.
Transit Verlag, ISBN: 978-3-88747-306-8, gebunden, 96 Seiten, 13 Euro

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