Buchtipp

11.09.2015/EG

Colin Crouch: Die bezifferte Welt – Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht

Sachbuch

Im Herbst 2014 wurde bekannt, der englische National Health Service wolle in Zukunft jedem Arzt 55 Pfund bezahlen, der bei einem Patienten Demenz diagnostiziert. Die Empörung war groß: Steigt so nicht das Risiko von Fehldiagnosen? Wissen Ärzte nicht auch ohne solche Anreize, was zu tun ist? Das Beispiel zeigt, dass die Logik des Neoliberalismus trotz der großen Krise weiterhin auf dem Vormarsch ist. (Bild: Suhrkamp Verlag)

Der damit verbundene Wandel betrifft alle Lebensbereiche: Schulen, Krankenhäuser und Polizei werden im Rahmen des großen Zahlenspiels umstrukturiert und dem Diktat der Kennziffern unterworfen; aus Studenten und Fahrgästen sollen Kunden werden, die agieren wie Rechenmaschinen. Auf dem Weg in die ‚Informationsgesellschaft‘ bleibt eine zentrale Ressource auf der Strecke: das Wissen selbst.

Autor

Colin Crouch, geboren 1944, lehrte bis zu seiner Emeritierung Governance and Public Management an der Warwick Business School. Für sein Buch ‚Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus‘ erhielt Crouch 2012 den Preis ‚Das politische Buch‘ der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-42505-3, Hardcover, 250 Seiten, 22 Euro