Buchtipp: Soweit wir wissen

31.03.2017/EG

Zia Haider Rahman: Soweit wir wissen

Roman (Gesellschaft)

Als ein Londoner Banker im Herbst 2008 eines Morgens seine Tür öffnet, erschrickt er angesichts des Landstreichers, der da vor ihm steht. Dann erkennt er seinen verschollenen Kommilitonen Zafar, einst ein vielversprechendes Mathematikgenie. Die beiden Männer verband einmal einiges: beide sind Migrantenkinder aus Südostasien, beide sind sie hochbegabt. Doch es trennen sie auch Welten – der Erzähler stammt aus der gebildeten Elite, Zafars Eltern sind »Unberührbare« … Nun will Zafar eine Schuld beichten, und er nimmt dem Freund das Versprechen ab, der Welt diese Geschichte für ihn zu erzählen. Und der Banker hat viel Zeit, denn auch sein so glanzvoll begonnenes Leben liegt in Scherben, zudem hat er Zafar gegenüber ein schlechtes Gewissen. Also nimmt er ihn auf und macht sich zu seinem Chronisten. Doch schon bald stößt er an die Grenzen dessen, was wir wissen können – über die Welt und letztlich auch über uns selbst.

Autor

Zia Haider Rahman wurde im ländlichen Bangladesh geboren. Nach dem Befreiungskrieg 1971 in Bangladesh kam er noch als Baby nach London – wo seine Familie zunächst als „Hausbesetzer“ unter ärmlichsten Bedingungen in einem aufgegebenen Gebäude lebte, bis man ihnen eine Sozialwohnung zuwies. Sein Vater arbeitete als Busfahrer, seine Mutter als Schneiderin, Rahman ging auf die lokale Gesamtschule, konnte seine Ausbildung dann aber dank Begabtenstipendien in Oxford fortsetzen und komplettierte sie in München (Stiftung Maximilianeum), in Cambridge und Yale. Er hat als Investment Banker für Goldman Sachs gearbeitet, später als Anwalt in einer großen Sozietät. Seit ein paar Jahren arbeitet Rahman als Anwalt für Menschenrechte und kämpft vor allem gegen Korruption, unter anderem bei Transparency International.

Berlin Verlag, EAN: 978-3-8270-1298-2, Hardcover, 704 Seiten, 25 Euro