Berlin, 23.09.2014/EG aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Berlin

Qualität der Ausbildung ist ein Spiegelbild des Lehrstellenmarktes

Über die unbesetzten Lehrstellen wurde schon vieles berichtet. Im aktuellen Ausbildungsreport 2014, herausgegeben vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), deuten einige Hinweise auf mögliche Ursachen hin.

Lohn und Kosten

Gerade 45,2 Prozent kommen ohne zusätzliche Hilfe mit ihrer Ausbildungsvergütung über die Runden. Über ein Drittel wird von ihrer Familie unterstützt (35,4 Prozent), 12,6 Prozent müssen neben ihrer Ausbildung noch jobben und 15 Prozent beziehen zusätzliche staatliche Leistungen. Von den Friseuren kommt nicht einmal jede/r Dritte (30,4 Prozent) ohne zusätzliche Unterstützung aus, bei den Metallbauern 56,1 Prozent. Zusätzlich zu den Problemen, mit der oftmals ohnehin sehr geringen Ausbildungsvergütung klarzukommen, fallen für 85,7 Prozent der Auszubildenden noch zusätzliche Kosten im Rahmen der Ausbildung an. Fast jede/r Vierte muss Fahrtkosten bezahlen und fast jede/r Dritte muss sich Schulmaterialien kaufen. Immerhin 21,7 Prozent geben Geld für Arbeitsmaterialien aus, und 12,2 Prozent haben Ausgaben im Rahmen von Fortbildungen, wie z. B. für An- und Abreise oder Unterkunft.

Arbeitszeit und Lehre

Probleme sind für viele Auszubildende im Handwerk regelmäßige Überstunden (40,4 Prozent), die dazu führen, dass 22,3 Prozent der Auszubildenden über die gesetzlich geregelten Arbeitszeiten hinaus (22,3 Prozent) arbeiten müssen. Jeder zehnte Auszubildende hat keinen Ausbilder (10,1 Prozent) oder diese/r steht am Arbeitsplatz nur selten oder nie zur Verfügung (11,5 Prozent). Auch ist das regelmäßige Ausführen von ausbildungsfremden Tätigkeiten keine Seltenheit (15,5 Prozent).

Fachliche Qualität im Betrieb

Die besten Bewertungen wurden für folgende Ausbildungsberufe abgegeben: Industriemechaniker/in, Industriekaufmann/frau, Mechatroniker/in, Bankkaufmann/frau, Kaufmann/frau für Bürokommunikation.

Ausbildungsberufe mit mittleren Bewertungen: Steuerfachangestellte/r, Friseur/in, Fachinformatiker/in, Metallbauer/in, KFZ-Mechatroniker/in, Bürokaufmann/frau, Anlagenmechaniker/in, Verkäufer/in, Koch/Köchin, Elektroniker/in, Kaufmann/frau im Einzelhandel, Medizinische/r Fachangestellte/r, Kaufmann/frau im Groß- und Außenhandel, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Zerspannungsmechaniker/in.

Am schlechtesten wurden folgende Ausbildungsberufe bewertet: Tischler/in, Fachkraft für Lagerlogistik, Maler/in und Lackierer/in, Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk, Hotelfachmann/frau.

Für den neunten Ausbildungsreport befragte die DGB-Jugend 18.357 Auszubildende aus 25 Ausbildungsberufen.

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