E-Mobilität: Prämie zieht nicht

09.08.2016/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) AG, Frankfurt am Main

Hohe Preise, fehlende Ladestationen und insbesondere die mangelnde Reichweite bremsen auch die subventionierte Elektromobilität

Das Ziel, bis 2020 mindestens eine Million Elektro-Autos über Deutschlands Straßen rollen zu lassen, ist trotz des jüngst eingeführten Umweltbonus nicht mehr zu erreichen. Auch nach dem offiziellen Start der 4.000 Euro bzw. 3.000 Euro hohen Prämie scheint die Nachfrage schwach zu bleiben. So wurden – Stand 04. August – bislang nur 1.791 Anträge auf den Bonus gestellt. Insgesamt sank die Zahl der neu zugelassenen E-Fahrzeuge in den ersten sieben Monaten auf gerade mal 5.142 – ein Minus von mehr als acht Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Bei Plug-In-Hybriden stieg die Zahl lediglich um 20 Prozent auf 7.140 Fahrzeuge, wissen die PwC-Experten.

Plug-Ins legen rein elektrisch nur durchschnittlich 50 Kilometer zurück, bei E-Autos sind es nominell etwa 250 Kilometer. Um die mittlere Reichweite von E-Fahrzeugen in der Kompaktklasse auf 500 Kilometer zu erhöhen und gleichzeitig den Fahrzeugpreis auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken, müssten nach Berechnungen von PwC die durchschnittliche Speicherkapazität um mehr als 250 Prozent steigen und die Batteriekosten von momentan 500 Euro je Kilowattstunde auf 100 Euro je Kilowattstunde sinken.