Effizienz im Gesundheitswesen nötig um Rationierung der Medizin abzuwenden?

13.06.2015/EG aus dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI), Essen

Krankenhaus Rating Report 2015: Wirtschaftliche Lage ostdeutscher Krankenhäuser am besten – Lage in Niedersachsen/Bremen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen am schwierigsten

Die Insolvenzwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser hat sich im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. 16% befanden sich im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Gleichzeitig besserte sich aber ihre Ertragslage: die durchschnittliche Umsatzrendite stieg von 0,7 auf 1,4%. Auf Konzernebene schrieben 30% der Krankenhäuser einen Jahresverlust, 2012 waren es noch 33%. Aufgrund der verbesserten Ertragslage waren 2013 zudem 56% der Kliniken voll investitionsfähig, nach nur 48% im Jahr zuvor. Nach wie vor ist die Kapitalausstattung der Krankenhäuser jedoch unzureichend. Ihr jährlicher Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) beträgt rund 5,3 Milliarden Euro. Die Länder steuern derzeit nur die Hälfte davon bei. Der kumulierte Investitionsstau beträgt mindestens 12 Milliarden Euro. Bei Fortschreibung des Status quo würde der Anteil der Krankenhäuser mit erhöhter Insolvenzgefahr bis 2020 weiter auf 27% steigen. Das anstehende Krankenhausstrukturgesetz dürfte zu einer Verbesserung der Lage führen, allerdings nur in dem Sinne, dass es zu keiner weiteren Verschlechterung bis 2020 kommt. Produktivitätsfortschritte und Marktaustritte von wirtschaftlich schwachen Häusern sind daher zusätzlich nötig, um den Anteil der Kliniken im „roten“ Bereich wieder zu verringern.

Zu diesen Ergebnissen kommt der elfte „Krankenhaus Rating Report“, den das RWI, die Institute for Healthcare Business GmbH (hcb), die Stiftung Münch und die Philips GmbH gemeinsam erstellt haben und dessen Ergebnisse im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2015 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Der Report basiert auf einer Stichprobe von 600 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2012 sowie 143 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2013. Sie umfassen insgesamt rund 950 Kliniken. Weiterlesenrwi-essen.de

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom 10.06.2015