Energiewende ist im Verkehr steckengeblieben

17.06.2015/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG (PwC), Frankfurt am Main

PwC: Anteil erneuerbarer Energien am Kraftstoffverbrauch liegt nur bei 4,3 Prozent / Im Straßenverkehr steigt der Endenergieverbrauch seit 2005 / Alternative Antriebe werden bisher kaum angenommen

Im Personen- und Güterverkehr war der Endenergieverbrauch in Deutschland 2013 mit 727 Terrawattstunden (TWh) auf dem höchsten Stand seit 2006, bevor er 2014 wieder leicht auf 724 TWh sank. Dabei geht der Verbrauch im Verkehrssektor zu 82 Prozent auf den Straßenverkehr, zu 14,5 Prozent auf den Luftverkehr und zu drei Prozent auf den Schienenverkehr zurück. Der Anstieg des Endenergieverbrauchs gegenüber 2005 (718 TWh) rückt das Ziel der Bundesregierung, den Endenergieverbrauch im Verkehrsbereich bis 2020 gegenüber 2005 um 10 Prozent zu senken, in weite Ferne.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den CO2-Emissionen. Diese sind im Verkehrsbereich zwischen 1990 und 2013 nach offiziellen Zahlen des Umweltbundesamtes lediglich um 4,5 Prozent gefallen. Dabei will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß bis 2050 gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent reduzieren.

Für ihre Mobilität geben die privaten Haushalte in Deutschland 205 Milliarden Euro aus – das entspricht 14 Prozent ihrer Konsumausgaben. Im Schnitt bedeutet das Aufwendungen von 5147 Euro pro Haushalt und einen Anstieg von zehn Prozent gegenüber 2009.

Noch haben sich Fahrzeuge mit einem alternativen Antrieb in Deutschland nicht durchgesetzt: Sie machten 2013 gerade einmal 1,5 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge aus. Auch wenn die Wachstumsraten im Jahre 2014 bei Elektrofahrzeugen (+56 Prozent) und bei Hybrid-Fahrzeugen (+26 Prozent), auf den ersten Blick hoch erscheinen, liegen die absoluten Zahlen mit 18.948 bzw. 107.754 Fahrzeugen zum Jahresbeginn 2015 noch auf relativ niedrigem Niveau. Dabei hat es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen.

Von fünf Szenarien, die PwC in Form von Modellrechnungen entworfen hat, verspricht das Elektromobilitätsszenario das zukunftsfähigste zu sein. Dabei steigt der Anteil von reinen Elektrofahrzeugen von annähernd 0 auf 39 Prozent, und von Hybridfahrzeugen von 0,2 auf 26 Prozent bis 2050. Einzig in diesem Szenario kann das Einsparziel für den Endenergieverbrauch von 40 Prozent bis 2050 erreicht werden. In einem weiteren so genannten Hybrid-Szenario (hoher Anteil von Hybridfahrzeugen mit Plug-in-Elektroantrieb und Verbrennungsmotor) wird das Einsparziel nur knapp verfehlt; in den anderen gerät das Ziel außer Reichweite. Durch den zunehmenden Anstieg erneuerbarer Energien profitiert das Elektromobilitätsszenario zudem von kontinuierlich sinkenden CO2-Emissionsfaktoren des Strombereichs. Der CO2-Ausstoß ginge nach PwC-Berechnungen unter Einbeziehung der übrigen Verkehrsträger von 2014 bis 2050 um 50 Prozent zurück. Das von der Bundesregierung formulierte Ziel einer CO2-Absenkung um 80-95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 würde allerdings auch bei diesem Szenario deutlich verfehlt.