Erdgasfördermethode ‚Fracking‘ bei Experten umstritten

08.06.2015/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Anhörung: Experten mahnen im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Änderungen an

Die Pläne der Bundesregierung, die Erdgasfördermethode Fracking in Deutschland gesetzlich strenger zu regeln und die Förderung unkonventionellen Erdgases oberhalb von 3.000 Metern Tiefe zu verbieten, sind unter Experten umstritten. In einer dreistündigen öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses am Montagnachmittag begrüßten die Vertreter des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW), der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände sowie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) zwar grundsätzlich den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung wasser- und naturschutzrechtlicher Vorschriften und zur Risikominimierung bei den Verfahren der Fracking-Technologie, mahnten jedoch Verbesserungen in zahlreichen Punkten an. Die Sachverständigen vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) forderten ein generelles Verbot des so genannten unkonventionellen Frackings in Schiefer-, Ton- oder Kohleflözgestein oberhalb von 3.000 Metern sowie deutlich strengere Regelungen für Fracking in konventionellen Lagerstätten. Oliver Kalusch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e. V. (BBU) forderte demgegenüber ein ausnahmsloses Fracking-Verbot in Deutschland.

Übereinstimmend kritisch werteten die sieben Sachverständigen die vorgesehene sechsköpfige Expertenkommission, die die vorgesehenen Probebohrungen oberhalb von 3.000 Metern wissenschaftlich begleiten soll. Sieht sie keine Gefahren für die Umwelt, könnten ab 2019 kommerzielle Projekte möglich sein. Obwohl der Letztentscheid bei der Genehmigungsbehörde liege, könnten die kommunalen Spitzenverbände eine „präjustizierende Wirkung“ für die Zulassung nicht ausschließen, warnte Otto Huter. Weiterlesen↗bundestag.de