GDL für DB-Tarifabschluss

02.09.2015/EG aus der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Frankfurt am Main

GDL: 94 Prozent der befragten GDL-Mitglieder votierten in der zweiten Urabstimmung für den DB-Tarifabschluss

„Das Ergebnis ist absolut überzeugend und der schönste Lohn nach einer sehr harten Tarifauseinandersetzung“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky. „Es zeigt, dass das Zugpersonal in hohem Maße solidarisch ist und geschlossen hinter der GDL und ihren tarifpolitischen Zielen steht. Klarer könnte das Mandat nicht sein.“

Weselsky wertete die große Zustimmung auch als Signal an bestimmte Einzelpersonen und Medienvertreter, ihre als Kritik verbrämten Schmähungen gegen die GDL zu beenden. „Was da vor allem im Laufe des Tarifkonflikts an Lügen und Diffamierungen verbreitet wurde, geht auf keine Kuhhaut“, so der GDL-Bundesvorsitzende. „Doch mit der Urabstimmung hat das Zugpersonal allen Versuchen, die GDL zu schwächen und zu spalten, erneut eine deutliche Abfuhr erteilt. Die sogenannten Kritiker sollten nun endlich einpacken – wenn nicht aus Einsicht, dann zumindest aus Respekt vor dem klar bekundeten Willen der GDL-Mitglieder.“

GDL hat ihre Tarifziele erreicht

Die GDL setzte in der Tarifrunde 2014/2015 ihre Tarifziele weitgehend durch. So erwirkte sie unter anderem die dringend benötigte Belastungssenkung für das Zugpersonal, erzielte Verbesserungen bei Arbeitszeit und Entgelt und erhöhte mit der Durchsetzung der Betreiberwechseltarifverträge im Regionalverkehr die Arbeitsplatzsicherheit der Zugbegleiter. Trotz der hartnäckigen Weigerung der DB tarifiert die GDL heute wie angestrebt eigenständig alle ihre Mitglieder des Zugpersonals.

Die Stellungnahme der DB AG zur GDL-Urabstimmung:

Ergebnis bestätigt DB-Kurs – Belegschaft will keine unterschiedlichen Regelungen für ein und dieselbe Berufsgruppe

Die Deutsche Bahn freut sich über die Zustimmung der GDL-Mitglieder zu den Tarifverträgen, die DB und GDL bereits am 30. Juni unterzeichnet haben und die seit zwei Monaten gelten. Die Widerspruchsfrist war vier Tage nach der Unterzeichnung verstrichen. Die Einigung sieht unter anderem eine Einkommenserhöhung vor, die identisch mit dem EVG-Abschluss vom Mai 2015 ist (zweistufige Erhöhung um 3,5 Prozent ab 1. Juli und um 1,6 Prozent ab 1. Mai 2016). Mit dem Tarifabschluss wurde das Ziel erreicht, für ein und dieselbe Berufsgruppe nicht nach Gewerkschaftszugehörigkeit unterscheiden zu müssen.

Die DB hatte konkurrierende Regelungen für eine Berufsgruppe im Sinne der Mitarbeiter und des Betriebsfriedens vermeiden wollen. Weder EVG noch GDL wurde aber das Recht streitig gemacht, eigenständige Tarifverträge abzuschließen. DB und GDL verständigten sich auf ein Gesamtpaket mit Lohnerhöhungen, einem verbindlichen Schlichtungsverfahren sowie einem umfassenden Programm zur Belastungsreduktion und zum Abbau von Überstunden. Alle getroffenen Ergebnisse und Vereinbarungen fügen sich inhaltlich in die bestehenden Regelungen ein.