Geschwächter Unternehmergeist

26.02.2016/EG aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik, München

Statistik 2015: Unternehmensgründungen – 3,6 Prozent / Unternehmensinsolvenzverfahren + 8,4 Prozent / Verbraucherinsolvenzverfahren – 9,0 Prozent

Unternehmensgründungen

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden bei den Gewerbeämtern in Bayern im Jahr 2015 insgesamt 94.773 Neugründungen und 83.000 vollständige Aufgaben gemeldet. Gegenüber dem Jahr 2015 ist die Zahl der Neugründungen damit um 3,6 Prozent zurückgegangen. Die vollständigen Aufgaben verzeichneten ebenfalls einen Rückgang um 2,3 Prozent. Von den 94.773 Neugründungen entfielen 20.812 bzw. 22,0 Prozent auf Betriebsgründungen, d.h. auf Gründungen von Gewerben mit voraussichtlich größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Anzahl der Betriebsgründungen lag nur knapp über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Demgegenüber belief sich die Anzahl der Betriebsaufgaben im Berichtszeitraum auf insgesamt 16.901 Fälle und lag damit um 1,9 Prozent (insgesamt 327) unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Gründungssaldo mit 11.773 mehr Neugründungen als vollständigen Aufgaben von Gewerben ist weiterhin Indikator für einen anwachsenden Gewerbebestand in Bayern, hat sich aber gegenüber dem Vorjahr um 12,0 Prozent verringert.

Insolvenzen

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im Jahr 2015 bei den bayerischen Insolvenzgerichten insgesamt 14.572 Insolvenzverfahren beantragt, darunter 3.195 Unternehmens- und 8.093 Verbraucherinsolvenzverfahren. Verglichen mit dem Jahr 2014, stieg die Anzahl der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren damit um 8,4 Prozent an. Die Zahl der beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren ging hingegen um 9,0 Prozent zurück. Über zwei Drittel (73,3 Prozent bzw. 2 341 Fälle) der beantragten Unternehmensinsolvenzverfahren wurden eröffnet, während 26,7 Prozent mangels Masse abgewiesen werden mussten. Die Anzahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren erhöhte sich damit um 7,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. Auf eine beantragte Unternehmensinsolvenz entfielen im Mittel voraussichtliche Gläubigerforderungen in Höhe von 721.887 Euro, was knapp zwei Dritteln des Wertes aus dem Jahr 2014 entspricht (damals 1.040.131 Euro je beantragte Unternehmensinsolvenz). Bei den Verbraucherinsolvenzverfahren lag die durchschnittliche Forderungssumme für ein beantragtes Verfahren im Jahr 2015 bei 51.751 Euro, während sie im Vorjahr 55.383 Euro betragen hatte.