Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Gewalt gegen Polizeibeamte

25.08.2015/EG aus dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, München

Statistisch wurde 2014 mindestens jeder dritte bayerische Polizeibeamte beleidigt, bespuckt, bedroht, geschlagen oder getreten

14.531 Polizistinnen und Polizisten waren 2014 in Bayern physischen und psychischen Angriffen ausgesetzt (2013: 14.518). Dabei erlitten 1.887 Beamte Verletzungen (2013: 1.925). Rund 86 Prozent der Täter waren männlich, knapp 72 Prozent standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Den Hauptteil der Straftaten bildeten mit mehr als 94 Prozent Körperverletzungsdelikte, Widerstände gegen Polizeivollzugsbeamte und Beleidigungen. Der Schwerpunkt der insgesamt 6.713 Delikte lag zwischen 21 Uhr und 3 Uhr (2.671). Das Gros der gewalttätigen Übergriffe fand an Wochenenden in größeren Städten statt. Mit mehr als 80 Prozent der Taten ist der Wach- und Streifendienst am meisten betroffen. Das sind die wesentlichen Ergebnisse des neuen Landeslagebilds ‚Gewalt gegen Polizeibeamte in Bayern 2014‘, die heute Staatsminister Joachim Herrmann veröffentlicht hat.

Das Bayerische Innenministerium stellte im Frühjahr dieses Jahres rund 2.800 Beamten der Einsatzeinheiten der Bayerischen Polizei für 5,5 Millionen Euro einen völlig neuentwickelten Einsatzanzug mit einer speziellen Schlag- und Stichschutzausrüstung zur Verfügung gestellt. Ballistische Schutzwesten um einen Oberarm- und Schulterschutz sowie um einen ballistischen Helm in allen Streifenfahrzeugen sollen die Schutzausrüstung ergänzen.

Wie Staatsminister Herrmann weiter ausführte, gibt es bei Gewalttaten gegen Polizeibeamte auch deutliche Verbesserungen bei den Fürsorgeleistungen. „Als erstes Bundesland haben wir seit Beginn dieses Jahres die Regelung, dass der Freistaat bei Schmerzensgeldansprüchen der von Gewalt betroffenen Polizisten in Vorleistung geht. Die Beamten kommen so sicher und schnell an ihr Geld, auch wenn die Täter zahlungsunfähig sind.“ Zudem leiste der Dienstherr in bestimmten Fällen Sachschadensersatz. Die Bagatellgrenze in Höhe von 75 Euro komme bei Polizisten, die im Einsatz durch Gewalttaten geschädigt wurden, inzwischen nicht mehr zur Anwendung.

Zum Thema

Über eine andere Seite der Polizeiarbeit recherchierte der Nachrichtenblog ‚CORRECT!V‘correctiv.org.