Gewerkschaft lenkt Aufmerksamkeit auch auf Pflegekräfte

11.05.2015/EG aus der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Berlin

Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai: Beschäftigte fordern mehr Personal – Arbeitgeber bremsen bei Bezahlung – Politiker bremsen bei Vorgaben zur besseren Personalausstattung

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ‚ver.di‘ ruft am morgigen Dienstag die Beschäftigten an Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Anlässlich des „Internationalen Tages der Pflegenden“ setzen sich die Beschäftigten für ausreichend Personal und eine faire Bezahlung ein. Pflege sei eine qualifizierte und verantwortungsvolle Tätigkeit. „Wir fordern bundesweit verbindliche Personalschlüssel in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Bundesregierung und Länder dürfen die dramatische Situation nicht länger ignorieren.“

Bei den Aktionen werden Beschäftigte aus Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen mit Transparenten unter dem Motto „Mehr von uns ist besser für alle“ und „Gesundheit braucht mehr Personal“ bundesweit demonstrieren.

Der Referentenentwurf für ein Krankenhausstrukturgesetz bleibe in Sachen Personalbedarf weit hinter den Anforderungen aus der Praxis und sogar noch hinter dem Vorgängerprogramm von 2009 zurück, stellte Bühler klar. Auch in der Altenpflege sei keinerlei personelle Entlastung in Sicht. Dass Arbeit an Menschen zu schlecht bezahlt werde, bestreite niemand mehr: „Aber wenn es konkret um bessere Bezahlung geht, bremsen die Arbeitgeber. Und wenn es um gesetzliche Vorgaben für eine bessere Personalausstattung geht, bremst die Politik“, kritisierte Bühler.

Wer Angehörige im Krankenhaus oder Altenpflegeheim hat, wisse aus eigener Anschauung, wie wenig Personal eingesetzt werde. Viele Beschäftigte würden mit hohem persönlichen Einsatz versuchen, den Personalmangel wett zu machen und müssten dafür oft mit ihrer eigenen Gesundheit bezahlen. „Deshalb werden die Beschäftigten mit ihren Aktionen jetzt ein Zeichen in der Öffentlichkeit setzen“, sagte Bühler.