Jeder dritte Asylbewerber ist minderjährig

01.03.2016/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Migration 2015: 442 Tsd. Asylbewerber, davon 137 Tsd. Minderjährige / 1,8 Mio. unerlaubte Grenzübertritte an EU-Außengrenzen

Die Zahl minderjähriger Asylbewerber in Deutschland hat sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdreifacht. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (18/7621) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/7470) hervor. Im Jahr 2015 hätten 137.479 Minderjährige einen Erstantrag auf Asyl gestellt. Dies entspricht einem Anteil von 31,1 Prozent an allen Erstanträgen auf Asyl (441.899). Rund zehn Prozent der minderjährigen Asylbewerber (14.439) seien ohne Begleitung nach Deutschland gekommen. 2013 hätten 38.790 Minderjährige (2.485 Unbegleitete) und im Jahr darauf 54.988 Minderjährige (4.399 Unbegleitete) erstmals einen Asylantrag gestellt. Die meisten der minderjährigen Asylbewerber im vergangenen Jahr stammen nach Regierungsangaben aus Syrien (42.097), Albanien (18.918), Afghanistan (13.772), dem Kosovo (12.174), dem Irak (9.247) und Serbien (8.377).

Im vergangenen Jahr sind an den EU-Außengrenzen zirka 1,8 Millionen unerlaubte Grenzübertritte festgestellt worden. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/7499) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/7343). Danach sind die „auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten vorhandenen Strukturen den Herausforderungen eines solchen Zustroms nicht gewachsen“.

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Ende 2015 waren 6.890 Soldaten der Bundeswehr im Rahmen der Flüchtlingshilfe im Inland eingesetzt. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/7225) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/6944) mit. 540 Soldaten seien zur Unterstützung des Bundesamtes für Migration und Flucht abkommandiert gewesen, 505 von ihnen zur Erfassung und Registrierung von Flüchtlingen. Nach Angaben der Regierungen hat die Bundeswehr im Rahmen der Flüchtlingshilfe 5.100 Betten, 2.500 Feldkrankenbetten, 141 Einheitszelte Typ 2, 4.500 Decken, 14 mobile Röntgengeräte, zehn Ärztezimmerausstattungen, 80 Omnibusse und drei Sonderfahrzeuge für mobile Duschkapazitäten bereitgestellt. Von Juli bis Oktober 2015 seien der Bundeswehr Material- und Personalkosten von rund 70 Millionen Euro für ihre Einsätze entstanden.