Kaum positive Effekte durch Fracking

Dessau, 04.12.2014/EG aus dem Umweltbundesamt (UBA)

Umweltbundesamt veröffentlicht Positionspapier zur umstrittenen Schiefergasförderung

Ein UBA-Positionspapier zeigt, warum die Schiefergasförderung mittels Fracking in Deutschland kaum positiven Effekt auf Brennstoffpreise, Versorgungssicherheit, Importabhängigkeit und Deutschlands Klimabilanz haben kann. Außerdem beschreibt es die Leitplanken, die nötig sind, um die Risiken für Umwelt und Gesundheit zu minimieren.

Wegen der zum Teil noch ungeklärten Umweltrisiken plädiert das UBA dafür, Fracking lediglich zu Erprobungszwecken durchzuführen und hierfür zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Umwelt klar festzulegen.
„Fracking“ ist eine Abkürzung für den englischen Begriff „hydraulic fracturing“, auf Deutsch das Aufbrechen von Gestein mittels eingepresster Flüssigkeiten. Das Fracking-Verfahren wird zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen wie Öl und Gas und auch zur Nutzung der Tiefengeothermie eingesetzt. Wegen möglicher Auswirkungen auf die Umwelt ist das Verfahren umstritten, insbesondere bei der Erschließung von Schiefergaslagerstätten.

Für das sogenannte Hochvolumen-Hydrofracking in Schiefergaslagerstätten werden nach Angaben von ExxonMobil 1.600 Kubikmeter Wasser pro Frack (abhängig von lokalen Gegebenheiten bis zu 30 Fracks in einer einzigen Bohrung vorgenommen [acatech 2014]) eingesetzt, mit 32 Kubikmetern Stützmittel und fünf Tonnen Chemikalien [Exxon, 2012].

Das UBA sieht kurzfristig keinen signifikanten Einfluss auf die Brennstoffpreise, die Versorgungssicherheit und die Importabhängigkeit in Deutschland haben. Hauptgrund hierfür ist, dass diese Quellen technisch nicht sofort, sondern nur langsam und zeitlich versetzt erschlossen werden können. Selbst mittel- und langfristig ist der mögliche Beitrag insbesondere aufgrund der im weltweiten Vergleich limitierten Ressourcen sehr begrenzt. Dagegen können Energieeinsparungen, Effizienzsteigerung sowie die verstärkte Nutzung heimischer erneuerbarer Energien, die Importabhängigkeit viel eher und dauerhaft senken, so das Fazit des Umweltbundesamtes.