Krankenversicherung: 2016 drohen Zusatzbeiträge

02.07.2015/EG aus dem Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (IAQ), Duisburg-Essen

Starker Anstieg bei Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel – Belastungen treffen ausschließlich die Versicherten

Von 2004 bis 2015 sind die Ausgaben für Arzneimittel um über 70 Prozent gestiegen. Der Ausgabenzuwachs bei den Arzneimitteln fällt besonders stark aus, ist allerdings kein isoliertes Problem. Das IAQ stellt in nahezu allen Leistungsbereichen ist eine starke Dynamik fest, die über dem Anstieg des beitragspflichtigen Einkommens je Mitglied und der Beitragseinnahmen des Gesundheitsfonds liegt. Da seit Anfang 2015 der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent festgeschrieben ist und nicht gedeckte Mehrausgaben durch kassenindividuelle Zusatzbeiträge ausgeglichen werden müssen muss davon ausgegangen werden, dass ab 2016 mehrere Krankenkassen gezwungen sind, den Zusatzbeitrag, der allein von den Versicherten zu tragen ist, auch über 0,9 Prozent hinaus anzuheben.

Der Ausgabenanstieg der Krankenversicherung wird durch die Reformgesetze, die in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht worden sind, (wie das Präventionsgesetz, das Hospiz-und Palliativgesetz und das Versorgungsstärkungsgesetz („Landärztegesetz“)) noch weiter angetrieben. Weiterlesensozialpolitik-aktuell.de