Medienbranche: Die digitale Transformation setzt sich fort

05.03.2015/EG aus der Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie. GmbH & Co., Seeheim

Bartholomäus & Cie. veröffentlicht Studie „Transaktionsmonitor Verlagswesen 2014“ – Konsolidierung bedroht den Wettbewerb (noch) nicht

In einem positiven Konjunkturumfeld legen die Übernahmen und Beteiligungen der deutschen Verlage auch im Jahr 2014 zu. Dies ergibt eine Studie der auf die Verlagsbranche spezialisierten Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie. Mit 262 Deals werden rund drei Prozent mehr M&A-Transaktionen registriert als 2013.

Das Gesamtvolumen der Transaktionen (gemessen am Umsatz der Kaufobjekte) liegt mit rund 7,1 Mrd. Euro sogar sehr deu tlich (14,5 Prozent) über dem Niveau des Vorjahres. Den größten Anteil daran haben 2014 die Publikumsverlage (rund 2,4 Mrd. Euro), der Buchhandel (rund 1,3 Mrd. Euro) und die Tageszeitungen (rund 1,2 Mrd. Euro).

Die großen Verlagsgruppen dominieren wie schon in den Vorjahren das M&A-Geschehen: die strategische Neuordnung ihrer Print-Geschäfte sowie Investitionen in digitale Medien und – Services entlang der medialen Wertschöpfungskette und im E-Commerce machen einen großen Teil des Marktes aus. 24 Transaktionen werden für Axel Springer verzeichnet (19 Investments und 5 Verkäufe), 24 für Bertelsmann (18/6), 16 für Holtzbrinck (13/3), 16 für Burda (12/6), 12 für Gruner + Jahr (6/6) sowie 12 für Springer Science + Business (9/3).

Publikumsverlage (mit 60 Deals, inklusive E-Commerce Investitionen) und Tageszeitungen (58) bestimmen das M&A-Marktgeschehen, auch die Fachmedien (57) sind wieder in der Spitzengruppe. Bei Buchverlagen und im Buchhandel steigt die Zahl gegenüber dem Vorjahr wieder an.

Eine Reihe prominenter Transaktionen prägt das Geschehen 2014, z.B. der Auskauf der Familie Jahr bei Gruner + Jahr durch den Mehrheitseigner Bertelsmann, oder die Restrukturierung der insolventen Weltbild-Gruppe. Unter den Tageszeitungen erhielt die Rettung der Münchener Abendzeitung durch den Verleger Martin Balle (Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung) viel Aufmerksamkeit.

Unterschiedliche strategische Schwerpunkte

Die digitale Transformation der Medienbranche ist in vollem Gang, „klassische“ mediale Geschäftsmodelle als Kaufobjekte machen mittlerweile weniger als die Hälfte aller registrierten Übernahmen und Beteiligungen aus (Anteil 2014 nur noch rund 47 Prozent, vor fünf Jahren lag er noch bei 63 Prozent).

Im b2c-Segment betreffen drei von vier Investitionen digitale Medienmodelle in ihren verschiedenen Ausprägungen. Die großen Publikums- und Tageszeitungskonzerne sind führend in der digitalen Entwicklung, bei ihnen verliert das historische Geschäftsmodell, das Drucken von Inhalten und Anzeigen auf Papier, beim externen Wachstum weiter an Bedeutung. Kleine und mittlere Verlage dagegen, die beispielsweise im b2b-Segment noch stark überwiegen, investieren zwar mehr digital, aber immer noch überwiegend in Printgeschäfte.

Konsolidierung bedroht den Wettbewerb nicht

Seit vielen Jahren finden in Deutschland rund 200 Übernahmen und Beteiligungen im Jahr statt, die Verlagsbranche befindet sich also in einer andauernden Konsolidierung. Dadurch hat sich jedoch die Marktstruktur in keinem Marktsegment nachhaltig verändert. Potenziell wettbewerbsgefährdende Entwicklungen aus Übernahmen und Beteiligungen sind derzeit in Deutschland nicht erkennbar, so die Berater von Bartholomäus & Cie.