Mindestlohn: Keine negativen Arbeitsmarkteffekte

16.09.2015/EG aus der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf

Forscher: Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen hat seit Jahresbeginn weiter zugenommen – Zuwächse verzeichnen Branchen, die besonders stark vom Mindestlohn betroffen sind

Unter dem Strich hat der Mindestlohn in Deutschland bislang keine negativen Arbeitsmarkteffekte gebracht. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist spürbar gestiegen, und zwar gerade in traditionellen Niedriglohnbranchen. Zurückgegangen ist lediglich die Zahl oft sehr niedrig bezahlter und schlecht abgesicherter Minijobs. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Claudia Weinkopf und Dr. Thorsten Schulten. Die Mindestlohnexpertin vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen und der Forscher des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung sehen trotzdem noch Nachbesserungsbedarf: Kontrolle und Durchsetzbarkeit des Mindestlohns sollten gestärkt werden, empfehlen die Wissenschaftler. Nicht nur im Interesse der Arbeitnehmer: „Unternehmen schließen ihren Frieden mit dem Mindestlohn, wenn sie sich darauf verlassen können, dass sich auch ihre Konkurrenz daran hält“, schreiben Schulten und Weinkopf in ihrer Analyse, die heute als Teil eines neuen Mindestlohnbuchs in Berlin vorgestellt wird. Weiterlesen↗boeckler.de