Öffentliche Leistungen lassen Grundstückspreise steigen

24.07.2017/EG aus dem Medium TELEPOLIS, Berlin

Dirk Löhr, Wirtschaftswissenschaftler, über den geschützten Wert privater Grundstücke

„So kostet eine identische Wohnung heute in München mehr als das Siebenfache wie in Gelsenkirchen. Das liegt an der unterschiedlichen Attraktivität bezüglich Arbeitsplätzen und Arbeitskräften, Infrastruktur, Kultur- und Freizeitangebot, Sicherheit usw.

Die Voraussetzungen hierfür sind öffentliche Leistungen und Infrastruktur, die vor allem vom Bund, von den Ländern und von den Kommunen bereitgestellt werden. Finanziert werden diese Leistungen durch Abgaben, die größtenteils von Verbrauchern und Arbeitnehmern aufgebracht werden. Nutznießer sind die privaten Grundstückseigentümer, die von der Inwertsetzung der Standorte enorm profitieren, denn die Besteuerung des Bodens ist ja minimal. (…) Seltsamerweise ist das bisher kaum jemandem bewusst.“ heise.de

Zum Thema

Aus den Regierungs- bzw. Wahlprogrammen der Parteien:

Christlich Demokratische Union (CDU)/ Christlich-Soziale Union (CSU):

„Wir wollen keine Steuererhöhungen. (…) Die Wiedereinführung der Vermögensteuer schließen wir aus.“ cdu.de

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD):

„… möchten wir die so genannte Reichensteuer in Höhe von drei Prozent auf den Spitzensteuersatz zukünftig ab einem zu versteuernden Einkommen für Ledige von 250.000 Euro fix erheben. Wir wollen Einkommen aus Arbeit und Kapital wieder gleich besteuern, indem wir die Abgeltungsteuer abschaffen. Wir werden sehr große Erbschaften höher besteuern.“ spd.de

DIE LINKE:

„Wir wollen, dass Vermögen ab einer Million Euro mit fünf Prozent besteuert werden. Die erste Million ist davon freigestellt. Wir werden die Erbschaftsteuer auf hohe Erbschaften erhöhen. Normales, selbstgenutztes Wohneigentum bleibt freigestellt. die-linke.de

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Grüne):

„Wir GRÜNE wollen eine verfassungsfeste, ergiebige und umsetzbare Vermögenssteuer für Superreiche. ↗gruene.de

Freie Demokratische Partei (FDP):

„Wir Freie Demokraten wollen eine Belastungsgrenze für die direkten Steuern und Sozialabgaben im Grundgesetz festschreiben. (…) Die Gesamtbelastungsgrenze sollte 50 Prozent nicht überschreiten. (…) … lehnen wir eine Wiedereinführung der Vermögensteuer und eine weitere Verschärfung der Erbschaftsteuer ab. (…) Bei Erbschaften zwischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern wollen wir, dass zukünftig keine Erbschaftsteuer anfällt. (…) Wir Freien Demokraten wollen bei der Grunderwerbsteuer einen Freibetrag von bis zu 500.000 Euro für natürliche Personen einführen. ↗fdp.de

Alternative für Deutschland (AfD):

„Die AfD ist für eine Abschaffung der Erbschaftsteuer als Substanzsteuer und gegen die Reaktivierung der Vermögensteuer. (…) Grund- sowie Grunderwerbsteuer sollen gesenkt werden.“ afd.de