Ökonomische Faktoren der Migration

31.03.2016/EG aus dem volkswirtschaftlichen Blog ‚Ökonomenstimme‘, Zürich

Wirtschaftsforscher Dr. Franz R. Hahn mit einem Beitrag über die ökonomischen Einflüsse, Mythen und Wahrheiten der Massenmigration

„Die Migrationsdynamik der letzten Dekaden verbindet mit dem wirtschaftlichen Imperialismus der vergangenen Jahrhunderte die Bereitschaft von Menschen, um des ökonomischen Vorteils willen, fallweise dauerhafte Ortswechsel über weite Strecken auf sich zu nehmen. Die aufstrebenden Industrieländer des 19. Jahrhunderts benötigten zur Steigerung ihrer Produktivität Rohstoffquellen und Absatzmärkte. Diese fanden sie in Afrika, Asien und Südamerika. Wirtschaftlicher Imperialismus und Kolonialismus hatten zur Zielsetzung, beides zu sichern. Migranten aus den aufstrebenden Entwicklungsländern des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts benötigen zur Steigerung ihrer Produktivität vor allem eins: einen wohl organisierten, sozialen, produktivitätsfördernden, nicht-repressiven und nicht-ausbeuterischen (Rechts-)Staat. Den finden sie nicht in ihren Heimatländern, sondern fast ausschließlich in den westlichen Industrieländern.

Die Migrationsbewegung von ‚Süden‘ nach ‚Norden‘ ist daher vorwiegend dem Bedürfnis der Menschen im ‚Süden‘ geschuldet, den ökonomischen Beschränkungen ihrer ‚failed states‘ zu entkommen. Migranten sind auf der Suche nach ‚functioning states‘, die ihnen ökonomischen Wohlstand ermöglichen.“ Weiterlesenoekonomenstimme.org