Papst: Lohndumping ist Todsünde!

20.05.2016/EG aus dem Radio Vatikan, Rom

Papst Franziskus: Seinen eigenen Reichtum auf der Ausbeutung anderer aufzubauen, ist „Blutsaugertum” und Todsünde.

Papst Franziskus nahm gestern, in der Morgenmesse in der vatikanischen Casa Santa Marta, die weit verbreitete Unsitte aufs Korn, befristete Verträge anzubieten, die keinerlei Pensionsansprüche und soziale Sicherheit bieten. Dieses sogenannte Lohndumping sei modernes Sklaventum, das aufs Schärfste zu verurteilen sei.

„Denken wir nur im Hier und Heute: Auf der ganzen Welt passiert das gleiche. ,Ich will arbeiten’ – gut; sie bieten dir einen Vertrag an. Von September bis Juni. Ohne die Möglichkeit einer Rente, ohne Krankenversicherung… Im Juni setzen sie den Vertrag aus, im Juli und August muss der Arbeitnehmer Luft essen. Und im September bekommt er den Vertrag wieder. Die, die das machen, sind wahre Blutsauger und leben von den Blutspenden der Menschen, die sie zu Arbeitssklaven machen!“

Die Praxis der befristeten Arbeitsverträge, die den Arbeitnehmer insbesondere über die Sommermonate ohne Gehalt und Broterwerb lassen, hat nicht nur in Italien bis in den Staatsdienst Einzug gehalten.