Pharmaunternehmen steigern Gewinn

18.06.2015/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH, Stuttgart

Ernst & Young: Top-20-Unternehmen steigern Umsatz und operativen Gewinn – Mittel gegen Krebs und Immunkrankheiten gewinnen an Bedeutung

Die großen Pharmaunternehmen weltweit haben 2014 ihr Formtief überwunden und ihre Umsätze und den Gewinn deutlich gesteigert. Der kumulierte Umsatz der Top-20-Unternehmen weltweit kletterte um knapp vier Prozent (3,9 Prozent, zu konstanten Wechselkursen) auf 351 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 6,3 Prozent auf knapp 120 Milliarden Euro. 2013 hatte das Umsatzwachstum bei gerade einmal 0,3 Prozent gelegen, das EBIT war sogar um 4,3 Prozent zurückgegangen.

Die 20 größten Pharmakonzerne setzen vor allem auf ihre größten Umsatzbringer: Medikamente gegen Krebs und Immunkrankheiten. In diesem Segment generierten sie zusammen 94,1 Milliarden Euro, nach 88,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Zweitwichtigster Umsatzbringer – allerdings mit abnehmender Bedeutung – bleiben Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten und Stoffwechselkrankheiten. Sie trugen mit 71,3 Milliarden Euro zum Umsatz bei (2013: 72,2 Milliarden Euro). Die deutlichste Umsatzsteigerung verzeichneten die Konzerne bei Medikamenten gegen Infektionskrankheiten: Von 30,1 Milliarden Euro 2013 stieg der Umsatz auf 41 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Die EBIT-Marge, also das Verhältnis des operativen Gesamtergebnisses zum Gesamtumsatz, liegt wie schon im Vorjahr bei durchschnittlich 25 Prozent. Die Top-10-Unternehmen konnten ihre Marge sogar leicht von 26,9 auf 28,1 Prozent steigern, während die nachfolgenden zehn Unternehmen auf dem Niveau von 19,6 Prozent verharrten.

Rangliste der weltweit größten börsennotierten Pharmaunternehmen (Umsatz im Jahr 2014/Umsatzstarke Medikamente in Deutschland):

Pfizer 34,4 Mrd. Euro (Enbrel, Lyrica)
Roche 32,0 Mrd. Euro
Merck&Co 27,1 Mrd. Euro
Sanofi 26,9 Mrd. Euro
Johnson&Johnson 24,3 Mrd. Euro
Novartis 24,0 Mrd. Euro
GlaxoSmithKline 23,1 Mrd. Euro
AstraZeneca 19,7 Mrd. Euro (Symbicort)
Gilead 18,8 Mrd. Euro
Amgen 15,1 Mrd. Euro
AbbVie 15,0 Mrd. Euro
EliLilly 13,0 Mrd. Euro
Bayer 12,0 Mrd. Euro (Xarelto)
BristolMyersSquibb 11,9 Mrd. Euro
NovoNordisk 11,9 Mrd. Euro
Takeda 11,2 Mrd. Euro
Astellas 8,7 Mrd. Euro
Otsuka 8,0 Mrd. Euro
Biogen 7,3 Mrd. Euro (Avonex)
Merck KGaA 6,0 Mrd. Euro (Rebif)

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag zur Arzneimittelversorgung in der GKV vom 15.06.2015