Silvesternacht Köln mit 67 Polizisten

03.03.2016/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

Bundespolizeiinspektion Köln verfügte in der Silvesternacht über 67 Polizeibeamte / 89 Straftaten dokumentiert

Den Angaben zufolge wurde die Bundespolizeiinspektion Köln in der Silvesternacht durch eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit unterstützt und verfügte damit über eine Stärke von 67 Polizeivollzugsbeamten. In den Jahren zuvor habe die Stärke etwa 45 Polizeivollzugsbeamte betragen.

In der Zeit von 21:40 Uhr bis 06:37 Uhr nahm die Bundespolizei in dieser Silvesternacht laut Antwort am Hauptbahnhof Köln insgesamt 89 Straftaten auf: „zehn sexuelle Nötigungen, sechs Beleidigungen auf sexueller Basis, drei schwere Raubstraftaten, sieben Raubstraftaten, ein besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs, ein besonders schwerer Fall des Diebstahls, 44 Diebstähle, zwei Diebstähle mit Waffen, drei gefährliche Körperverletzungen und zwölf Körperverletzungen“. Aufgrund der Gesamtsituation habe die Bundespolizei in Einzelfällen „Maßnahmen der Gefahrenabwehr – und hier insbesondere dem Schutz von Frauen vor sexuellen Übergriffen – Vorrang vor weitergehenden Ermittlungen eingeräumt“. In diesen Fällen sei die Anzeigenaufnahme auf „unaufschiebbare Maßnahmen (unter anderem Identitätsfeststellungen von Tatverdächtigen, Geschädigten und Zeugen, Beweissicherung)“ beschränkt worden.

Die Angaben gehen aus eine Antwort der Bundesregierung (18/7590) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/7441) zum Einsatz der Bundespolizei in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln zurück.

Im Unterschied zu den Einsatzverläufen der Silvesterfeierlichkeiten in den vorhergehenden Jahren sei der Einsatz in der Silvesternacht 2015/16 jedoch geprägt gewesen von einer „im Wesentlichen anderen Zusammensetzung der Menschenansammlung (1.000 – 1.500 Personen mit überwiegend Migrationshintergrund), einer organisierten Tatbegehungsweise bei den Eigentumsdelikten und bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie Solidarisierungsverhalten und gezieltem Vorgehen gegen die Polizei, die insbesondere den geschädigten Frauen zu Hilfe kommen wollte“, heißt es in der Antwort weiter. Diese Ereignisse, „insbesondere der Umfang und der festgestellte Modus operandi (in Gruppen begangene sexuelle Übergriffe)“, seien für die Bundespolizei nicht vorhersehbar gewesen. Derartige Ereignisse habe es in der Vergangenheit in Deutschland nicht gegeben, merkt die Bundesregierung in der Antwort weiter an.

Zum Thema eine Bilanz zur Silvesternacht der Polizei Köln lesen Sie hier↗polizei.nrw.de.