Sozialstaat gerät zunehmend unter Druck

02.12.2015/EG aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen

IAQ: Der Sozialstaat wirkt, kann aber das steigende Armutsrisiko nicht verhindern

Wie die Befunde zeigen, ist die Ausgleichsfunktion des Sozialstaates in den zurückliegenden Jahren unter Druck geraten. Denn wenn die Ungleichheit der Bruttoeinkommen nahezu kontinuierlich ansteigt, wird es immer aufwändiger, einen nachträglichen Ausgleich zu erreichen.

Die zunehmende Ungleichheit der Bruttoeinkommen ist dabei nicht allein auf einzelne ökonomische Ereignisse (wie die Finanz- und Wirtschaftskrise) zurückzuführen. Es handelt sich vielmehr um einen ausgeprägten Langzeittrend, der auf eine Fülle insbesondere arbeitsmarktbezogener Entscheidungen und Phänomene zurück zu führen ist (wie die Ausweitung von Niedriglöhnen und von atypischer und prekärer Beschäftigung, die Privatisierung vormals öffentlicher Dienstleistungen, die Expansion des Finanzsektors, die Entwicklung der Arbeitszeiten oder die rückläufige Tarifbindung). Weiterlesensozialpolitik-aktuell.de