Syrien im fünften Kriegsjahr

11.03.2016/EG aus der Hilfsorganisation Oxfam Deutschland e.V., Berlin

Oxfam präsentiert schockierende Bilanz

Oxfam und 29 weitere Hilfsorganisationen zeigen in dem gemeinsamen Bericht ‚Fuelling the Fire‘, wie die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und Russland, allesamt Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und der Internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien, zur Verschärfung der Situation beigetragen haben.

Der Bericht, an dem auch syrische Organisationen wie die Syrian-American Medical Society (SAMS), Big Heart und Syria Relief and Development mitgearbeitet haben, beschreibt zudem, wie im fünften Jahr der Krise Syrien weiter in Zerfall und Chaos gestürzt ist und sich die Lage der Bevölkerung drastisch verschlechtert hat.

Zu den Entwicklungen des Jahres 2015 gehören, dass

  • die Gewalt steil angestiegen ist. Dazu trugen auch russische Luftangriffe bei, die Schätzungen der UN zufolge alleine im November etwa 2.300 Menschenleben gekostet haben,
  • mindestens 50.000 Menschen getötet wurden,
  • zusätzliche 1,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind,
  • knapp eine Million Menschen fliehen mussten,
  • sich nach Schätzung der UNO die Anzahl der Menschen, die in belagerten Gebieten leben, auf fast 500.000 verdoppelt hat. Syrische Organisationen setzen diese Zahl wesentlich höher an. Die UNO konnte nur 3,5 Prozent der in diesen Gebieten lebenden Zivilbevölkerung mit medizinischer Hilfe und weniger als ein Prozent mit Nahrungsmitteln versorgen,
  • 200.000 Häuser teilweise oder vollständig zerstört wurden – dies ist ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber 2014,
  • zusätzliche 400.000 Kinder in Syrien nicht zur Schule gehen können, so dass die Gesamtzahl bei über zwei Millionen liegt,
  • Angriffe auf Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen um 44 Prozent zugenommen haben. Insgesamt wurden 112 solcher Angriffe registriert – dies ist der höchste Wert seit dem Ausbruch der Krise.