Landwirtschaft: Nährstoff- und Pflanzenschutzmittel verteuern Trinkwasser

12.06.2017/EG aus dem Umweltbundesamt UBA), Dessau

UBA veröffentlicht Bericht über die Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung: Düngeeinschränkungen sind kostengünstiger als Nitratentfernung aus Trinkwasser

In der UBA-Studie werden die Kosten für die Trinkwasserbereitstellung, die aufgrund von Nährstoff- und Pflanzenschutzmittel (PSM) -Einträgen aus der Landwirtschaft in das Grundwasser entstehen, dargestellt. In der Basisvariante der Modellberechnungen liegen die Gesamt-Aufbereitungskosten (Betriebs- und Investitionskosten) zwischen 0,55 und 0,76 Euro je Kubikmeter Trinkwasser. Naturgemäß hängen die tatsächlichen Kosten der Trinkwasseraufbereitung jedoch stark von den Randbedingungen ab.
Die Studie rechnet zudem aus, wieviel die Reinigung von mit Nitrat belastetem Grundwasser in Deutschland insgesamt kosten kann: zwischen 580 und 767 Millionen Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Maßnahmen der novellierten Düngeverordnung kosten laut Bundeslandwirtschaftsministerium die Landwirtschaft bis zu 111,7 Millionen Euro pro Jahr, also nur einen Bruchteil dessen, den die betroffenen Trinkwasserkunden zu bezahlen hätten. Dies zeigt erneut: Vorsorge ist billiger als Reparatur. Diese Maßnahmen helfen nicht nur, Nitrateinträge zu reduzieren und die Kosten für die Aufbereitung zu senken. Daneben haben sie sogar noch viele weitere positive Auswirkungen auf die Umwelt, wie den Erhalt der Artenvielfalt. umweltbundesamt.de

Multiresistente Keime aus Schweineställen

20.05.2017/EG aus der NRO GREENPEACE, Hamburg

Greenpeace: Gülle aus Schweineställen gelangen multiresistente Keime und Antibiotika großflächig in die Umwelt

Greenpeace hat im Frühjahr 2017 Gülleproben aus Schweineställen in Deutschland getestet. Untersucht wurde das Vorkommen von multiresistenten Keimen und von Antibiotika, die in der Tiermedizin eingesetzt werden und Resistenzen verursachen können.

In 68 Prozent der untersuchten Proben werden multiresistente Keime (ESBL/3-MRGN) 1,2 und in 79 Prozent der Proben werden Antibiotika-Wirkstoffe nachgewiesen. Untersucht wurden insgesamt 19 Proben aus Ställen in Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. greenpeace.de

Chile: Avocados bedrohen Existenzen von Kleinbauern

20.05.2017/EG aus dem Medium amerika21, Berlin

Großplantagen und Wasserdiebstahl zerstören Existenzen von Kleinbauern. Menschen müssen mit Wasserlieferungen notversorgt werden

„In der Region Petorca, in der Chiles größte Avocadoplantagen ansässig sind, haben die Menschen mit verheerenden Folgen zu kämpfen: Das Wasser ist in der Region beinahe komplett verschwunden. Der gleichnamige Fluss ist ausgetrocknet, die lokale Bevölkerung muss über Tanklaster mit Wasser notversorgt werden und …“ amerika21.de

„Guten Appetit“

03.05.2017/EG aus der NRO foodwatch, Berlin

foodwatch: „Jede zweite Legehenne erleidet Knochenbrüche, jede fünfte Milchkuh wird vorzeitig geschlachtet, jedes dritte Schwein entwickelt eine Lungenentzündung, hat Leber- oder Gelenkserkrankungen“

„Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik (WBA) beim Bundeslandwirtschaftsminister kam im März 2015 in einem umfangreichen Gutachten zur Lage in Deutschlands Ställen und Schlachtstätten zu dem Ergebnis, die Nutztierhaltung sei hierzulande „nicht zukunftsfähig“. Es gebe „erhebliche Defizite vor allem im Bereich Tierschutz, aber auch im Umweltschutz“, es seien „tiefgreifende Änderungen“ nötig, …“ foodwatch.org

Zum Thema

„Haltung von Mastschweinen verstößt gegen Tierschutzgesetz und Verfassung“ – Ein Beitrag der NRO GREENPEACEgreenpeace.de.

Christian Schmidt, seit 2014 Bundesminister des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: „Ich will das Tierwohl in der Breite verbessern“bmel.de.

Ergänzung am 10.05.2017: Jose Martinez, Rechtswissenschaftler, über das Greenpeace-Gutachten zu den Haltungsvorgaben für Mastschweinebeck.de.

Glyphosat: ECHA ignoriert Krebsgefahr

17.03.2017/EG aus der NRO Umweltinstitut München, München

Europäische Chemikalienagentur (ECHA) bewertet Unkrautvernichter für nicht krebserregend

„Die ECHA beruft sich dabei – wie die anderen Behörden auch – auf Studien die von der Industrie durchgeführt wurden und die nicht öffentlich zugänglich sind. Somit können sie nicht von unabhängigen WissenschaftlerInnen überprüft werden.“ umweltinstitut.org

Zum Thema

Einschätzung der WHO-Krebsforscher hat weiter Bestandfoodwatch.org.