Niedrige Löhne ermöglichen billige Flüge

17.09.2017/EG aus dem Blog AKTUELLE SOZIALPOLITIK, Remagen

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über das Geschäftsmodell der Billigflieger

„Den Beschäftigten der Stadt Kopenhagen ist es ab sofort untersagt, für Dienstreisen den Billigflieger Ryanair zu benutzen. Die Begründung: Das Lohndumping beim Konzern sei eine „Schweinerei“. Es geht hier nicht um irgendeine kleine Kommune, sondern: Mit 45.000 Beschäftigten ist die Stadt Kopenhagen der größte Arbeitgeber des Landes. Wie begründet die Stadt diesen Schritt? Kopenhagen stelle gegenüber allen seinen Lieferanten die Bedingung, dass diese ihren Angestellten „anständige Lohn- und Arbeitsbedingungen garantieren“. Ansonsten würden diese bei Ausschreibungen und Lieferverträgen nicht berücksichtigt, erklärte der sozialdemokratische Oberbürgermeister der dänischen Hauptstadt, Frank Jensen.“ aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de

Immer mehr Ältere sind erwerbstätig

16.09.2017/EG aus dem Statistischen Bundesamt, Wiesbaden

Erwerbstätigenquote in der Altersgruppe 65 bis 69 ist in den vergangenen zehn Jahren um 133 Prozent gestiegen

In den vergangenen Jahren hat die Erwerbstätigkeit älterer Menschen immer weiter zugenommen: Gingen im Jahr 2006 rund 29,6 Prozent der 60- bis 64-Jährigen einer Erwerbstätigkeit nach, war 2016 bereits mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe erwerbstätig (55,7 Prozent). Von den 65- bis 69-Jährigen, also Personen jenseits der Regelaltersgrenze, arbeiteten 2016 immerhin noch 15,4 Prozent. Im Jahr 2006 hatte der Anteil bei 6,6 Prozent gelegen. destatis.de

Berufstätige Analphabeten

11.09.2017/EG aus der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf

14 % der Bevölkerung im Erwerbsalter – rund 7,5 Mio. – gelten als funktionale Analphabeten

Funktionale Analphabeten können einzelne Wörter oder kurze Sätze lesen und schreiben, sind aber nicht in der Lage, zusammenhängende Texte zu verstehen oder zu verfassen. 57 Prozent der funktionalen Analphabeten sind berufstätig – oft als Hilfskräfte in körperlich anstrengenden Jobs. Allerdings wird es auch an solchen Arbeitsplätzen immer schwieriger, ohne Grundbildung auszukommen. boeckler.de

Jobcenter neigen zur Diskriminierung?

08.09.2017/EG aus dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

WZB-Forscher: Jobcenter benachteiligen bei Anfragen Menschen mit ausländischen Namen

„In dem Experiment haben die Forscher in den Jahren 2014 und 2015 fiktive E-Mails an 408 Jobcenter geschickt. Die Forscher verwendeten sechs deutsch, türkisch und rumänisch klingende Namen. Die Mails variierten unter anderem in Berufsbezeichnung, Geschlecht und Sprachstil. (…) Die Jobcenter beantworteten unabhängig vom Namen alle Mails, aber die Fragesteller mit ausländischen Namen erhielten häufiger unzureichende und weniger detaillierte Informationen. Das Informationsdefizit hätte sie davon abhalten können, einen Antrag auf eine Grundsicherung nach Hartz IV zu stellen.“ wzb.de

Hohe Arbeitsanforderungen bei niedriger Lohnentwicklung

01.09.2017/EG aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Löhne in Europa steigen real nur sehr langsam – Abbau von Arbeitnehmerrechten haben Verhandlungsposition der Gewerkschaften geschwächt

„Obwohl sich das wirtschaftliche Umfeld in Europa weiter verbessert hat, steigen die Löhne in Europa nur langsam. Im vergangenen Jahr legten die realen Effektivlöhne im EU-Schnitt um 1,5 Prozent zu, im laufenden Jahr dürfte der Zuwachs durchschnittlich lediglich 0,4 Prozent betragen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Europäische Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Deutschland liegt mit einem Reallohnzuwachs von 1,9 Prozent 2016 und prognostizierten 0,8 Prozent 2017 zwar über dem europäischen Durchschnitt, angesichts des stabilen Aufschwungs sind die inflationsbereinigten Zuwächse aber auch hier sehr moderat.“ boeckler.de