Bildung: (Wahl-)Programme der Bundestagsparteien

03.09.2021/EG
Quelle: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main

Einblicke in die bildungspolitischen Absichten der Bundestagsparteien und der Partei FREIE WÄHLER

Mitarbeiter des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation arbeiteten sich durch die bildungspolitischen Absichten der Parteien.

Eine Zusammenfassung lesen Sie hier bildungsserver.de.

Bildungssystem: Deutsche wünschen Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit

03.09.2020/EG
Quelle: ifo Institut, München

Umfrage: Mehrheit der Deutschen spricht für eine Verlagerung der wichtigsten bildungspolitischen Entscheidungen von den Bundesländern zum Bund

„Dass Bildung Ländersache ist, führt regelmäßig zu Diskussionen über fehlende Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit im deutschen Bildungssystem. Mit Verweis auf ihre grundgesetzlich verankerte Kultushoheit lehnen viele Bundesländer mögliche Eingriffe des Bundes in das Bildungssystem zumeist ab. Auch Bestrebungen zu stärkerer Vereinheitlichung und verbesserter Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern waren bisher selten von Erfolg gekrönt. Diese Situation steht in starkem Kontrast zur Meinung der deutschen Bevölkerung. So wünscht sich eine klare Mehrheit der Deutschen, dass wichtige Bildungsentscheidungen grundsätzlich von der Bundesregierung getroffen werden…“
Die Ergebnisse der repräsentativen Meinungsumfrage lesen Sie hier ↗ifo.de.

Schule: Frühe Trennung verschärft Ungleichheit

20.08.2020/EG
Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

Studie von Sönke Hendrik Matthewes, wissenschaftlicher Mitarbeiter am WZB: Hauptschulschüler profitieren von zwei weiteren Jahren des gemeinsamen Lernens in Schulsystemen ohne getrennte Haupt- und Realschulen / Längeres gemeinsames Lernen geht nicht zulasten der besseren Schüler

Fazit
„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass leistungsschwache Schülerinnen und Schüler profitieren, wenn sie zwei weitere Jahre gemeinsam lernen, anstatt auf Haupt- und Realschulen aufgeteilt zu werden, und dass dies nicht zulasten ihrer leistungsstärkeren Mitschülerinnen und -schüler geht. Die frühe leistungsbezogene Aufteilung auf verschiedene Schulformen im traditionellen drei- bzw. vielgliedrigen Schulsystem benachteiligt also leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler in ihrer Kompetenzentwicklung, ohne einen Mehrwert für andere Gruppen zu schaffen. Das zweigliedrige Schulsystem, auf das viele Bundesländer in den vergangenen Jahren umgestellt haben, ist in dieser Hinsicht eine klare Verbesserung. Die hier vorgestellten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Kompetenzarmut so deutlich verringern lässt. Da sich im zweigliedrigen System auch die wohnortnahe Beschulung im ländlichen Raum einfacher aufrechterhalten lässt, ergibt sich ein klar positives Fazit für die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen…“. wzb.de

Zum Thema

Marcel Helbig, Sozialwissenschaftler an der Universität Erfurt, und Rita Nikolai, Erziehungswissenschaftlerin an der Humboldt-Universität Berlin, belegen Zusammenhang von sozialer Mischung und Schulqualität an Berliner Schulen:
„Sozial benachteiligte Schüler*innen sollten eigentlich die gleichen Chancen haben, die besten Schulen zu besuchen wie Schüler*innen aus sozial privilegierten Schichten, (…). Allerdings zeigen unsere Analysen das Gegenteil.“ wzb.de

Dossier Bildung bpb.de

Privatschulen: Schulgebühren (mit interaktiven Karten) destatis.de

Bildungsfinanzbericht 2019 destatis.de

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Buchtipp: Wirtschaftswunder und Mangelwirtschaft

24.07.2020/EG

Kai Krüger: Wirtschaftswunder und Mangelwirtschaft
Zur Produktion einer Erfolgsgeschichte in der deutschen Geschichtskultur

Sachbuch (Schule, Geschichte, Wirtschaft)

„Aktuelle Schulbücher erzählen eine Erfolgsgeschichte der »Sozialen Marktwirtschaft«, welche die Forschung der letzten 40 Jahre kaum berücksichtigt und seit Jahren als überholt gilt. Anhand der Darstellung des »Wirtschaftswunders« und der Planwirtschaft liefert Kai Krüger nicht nur einen Überblick der Wirtschaftsgeschichte von BRD und DDR für die Jahre 1945-1973, sondern zeigt auch auf, dass zeitgenössische Quellen für Schulbücher gezielt verändert werden, damit sie in die deutsche Erfolgsgeschichte passen. Seine Schulbuchanalyse schließt aber nicht bloß auf bewusste Ideologieproduktion oder fehlendes Wissen, sondern auch auf den Konkurrenzkampf unter den Verlagen.“ (mehr …)

Von EG, vor

„Wie DAX-Unternehmen Schule machen“

10.10.2019/EG
Quelle: Otto-Brenner-Stiftung, Frankfurt am Main

Tim Engartner, Sozialwissenschaftler am Goethe-Universität Frankfurt, untersuchte die privatisierten Lehr- und Lernmaterialen an Schulen: „Das öffentliche Bildungswesen droht mit den gegenwärtigen Lobbypraktiken seine demokratische Legitimation zu verlieren.“

Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass Lobbyismus nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen auf dem (bildungs)politischen Parkett stattfindet, sondern Unternehmen wie Allianz und BASF, Commerzbank und Deutsche Bank sowie RWE und Metro die Schule längst als „Werbeplattform“ für sich entdeckt haben. (…). Der Respekt vor der Autonomie des Schulsystems schwindet damit zunehmend; gelegentlich verschwimmen die ohnehin fließenden Grenzen zwischen Schule und Wirtschaft auch in rechtlich fragwürdiger Weise.
(…).
Die Vermengung von staatlicher und privater Sphäre führt aber nicht nur zu einer weitreichenden Erosion staatlicher Verantwortungsbereiche, sondern rüttelt zugleich an den Grundfesten der Demokratie. Denn nicht wenige der Initiativen, die vorgeben, sich um die schulische (Allgemein-)Bildung verdient zu machen, tatsächlich aber nur mit ihr verdienen wollen, speisen die Schulen mit selektiven, tendenziösen und manipulativen Unterrichtsmaterialien, um die Vor- und Einstellungen Heranwachsender nachhaltig zu prägen. Wenn aber das öffentliche Schulwesen dem Zugriff privatwirtschaftlicher Interessen ausgesetzt wird, gerät der urdemokratische Anspruch auf Aufklärung ins Abseits.“ otto-brenner-stiftung.de

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