Europäische Kommission: Deutschland besteuert Geringverdiener zu hoch

24.05.2018/EG aus der Europäischen Kommission, Brüssel

Europäische Kommission legt Reformempfehlungen für Mitgliedstaaten vor

Deutschland sollte mehr in Bildung, Forschung, Innovation und Breitbandinfrastruktur investieren, das Steuersystem investitionsfreundlicher machen und mehr Wettbewerb bei Dienstleistungen zulassen. In Deutschland ist die Steuerbelastung für Gering- und Zweitverdiener nach wie vor zu hoch. Die Bildungsergebnisse benachteiligter Gruppen sollten verbessert werden. Auch bemängelt die Europäische Kommission in Deutschland die Erbschafts- und Schenkungssteuer, die im großem Umfang den Reichtum einer Generation zur nächsten zu transferieren und so die hohe Ungleichheit des Reichtums ermöglicht. ec.europa.eu

Steuer-Debatte: Den Habenden wird gegeben!

13.04.2018/EG aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Berlin/Paris

OECD-Berichte: Besteuerung bevorzugt wohlhabende Steuerzahler – auch in Deutschland / Höhere Besteuerung von Vermögen und Erbschaften sinnvoll

OECD-Studie ‘Taxation of Household Savings‘: Die Analyse der Vermögensstrukturen über Einkommen und Vermögen hinweg zeigt, dass die unterschiedlich starke Besteuerung der verschiedenen Vermögensarten wohlhabendere Steuerzahler bevorzugt. So neigen ärmere Steuerzahler dazu, einen größeren Anteil ihres Vermögens auf relativ hoch besteuerten Bankkonten zu halten. Wohlhabendere Steuerzahler investieren hingegen tendenziell in Investmentfonds, Pensionsfonds und Aktien, die oft einer vergleichsweise niedrigen Besteuerung unterliegen. oecd.org (Zusammenfassung OECD-Länder) oecd.org (Zusammenfassung Deutschland)

Die OECD-Studie ‘The Role and Design of Net Wealth Taxes in the OECD‘ untersucht inwieweit Steuern auf Vermögen – sowohl gegenwärtig als auch historisch – im gesamten OECD-Raum genutzt werden und wurden. Der Bericht bewertet, inwiefern Vermögenssteuern helfen, staatliche Einnahmen zu erzielen und Ungleichheiten zu verringern und wägt dazu Pro- und Contra-Argumente ab. Demnach wären in Ländern mit hohen Aufkommen aus der Einkommenssteuer, einschließlich Kapitalgewinnsteuern und effektiv gestalteten Erbschafts- und Schenkungssteuern, kaum Vermögenssteuern erforderlich sind. Dagegen könnte in Ländern, in denen die Besteuerung von Kapitaleinkünften hingegen gering ist oder Erbschaftssteuern nicht erhoben werden, eine stärkere Besteuerung von Vermögen jedoch sinnvoll sein. oecd.org

Erbe: Eine Debatte über Leistung

30.10.2017/EG aus dem Medium STANDARD, Wien

Martin Schürz, Wirtschaftswissenschaftler, im Standard-Interview über die Leistung, „aus der richtigen Gebärmutter zu schlüpfen“

STANDARD: „Die Idee der Erbschaftssteuer etwa gilt Gegnern sehr wohl als Ausfluss einer Neiddebatte.“

Schürz: „Diese Debatte dreht sich nicht um Neid, sondern um Leistung. Das zentrale Argument für eine Erbschaftssteuer lautet ja: Wenn Arbeit besteuert wird, ist es ungerecht, leistungsloses Erbe zu schonen.“ derstandard.at

Zum Thema

Steuermythos Nummer 16: „Die Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen gefährdet Arbeitsplätze“ steuermythen.de

Vermögensteuer: Wie macht man es, ohne es zu tun?

24.09.2017/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

Stefan Bach, Wirtschaftswissenschaftler, über die Besteuerung privilegierter Einkommen

Die allermeisten Ziele der Vermögensteuer lassen sich auch mit höheren Ertragsteuern und einer angemessenen Erbschaftsteuer erreichen. Moderate Erhöhungen der Spitzensteuersätze, der Unternehmen- und Kapitaleinkommensteuersätze sowie der Abbau von Steuervergünstigungen für Gewinn- und Vermietungseinkünfte könnten jährliche Mehreinnahmen in Größenordnungen von zehn bis 15 Milliarden Euro erzielen, ohne dem Wirtschaftsstandort Deutschland nennenswert zu schaden. Auch das Erbschaftsteueraufkommen ließe sich mehr als verdoppeln, wenn die überzogenen Vergünstigungen für hohe Unternehmensvermögen auf ein angemessenes Niveau zurückgeführt, sonstige Steuervergünstigungen beschnitten und die Mehrfachnutzung der persönlichen Freibeträge durch Schenkungen beschränkt würden.

Bedenkenswert sind hybride Modelle einer Integration von Elementen der Vermögensbesteuerung in die Ertragsbesteuerung. Superreiche halten ihre Vermögen gerne in „Family-Offices“, Stiftungen oder Holdinggesellschaften. Dort thesaurieren sie ihre Erträge, die oft nur schwer zu ermitteln sind und kaum von der progressiven Einkommensteuer erfasst werden. Hier kann … oekonomenstimme.org

Bayern 2016: Steuervolumen bei Erbschaften und Schenkungen steigt um 28 %

13.09.2017/EG aus dem Bayerischen Landesamt für Statistik, München

Bayern 2016: 1,68 Mrd. Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer / Steuerrelevante Vermögenswert bei 9,15 Mrd. Euro / Mehrzahl der tatsächlichen Erbschaften und Schenkungen nicht erfasst

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im Freistaat Bayern im Jahr 2016 insgesamt 1,68 Milliarden Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer festgesetzt; dies sind 28,0 Prozent mehr als im Jahr 2015. Die Steuereinnahmen resultierten aus einem steuerrelevanten Vermögenswert von 9,15 Milliarden Euro. 78,4 Prozent der Steuereinnahmen erfolgten aus den insgesamt 24.076 veranlagten Erwerben von Todes wegen (z.B. Erbschaften). Daneben wurden 7.254 Schenkungen festgesetzt. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer ist eine Ländersteuer, deren Einnahmen allein den jeweiligen Ländern zufließen.

Die Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik weist nur die Vermögensübertragungen aus, für die eine Steuer festgesetzt wurde. Die Mehrzahl der tatsächlichen Erbschaften und Schenkungen liegt jedoch unterhalb der vergleichsweise hohen Freibetragsgrenzen und ist entsprechend nicht erfasst. statistik.bayern.de