Flüchtlingswelle gestoppt – Ein außenpolitischer Pyrrhussieg

11.09.2017/EG aus der NRO Ärzte ohne Grenzen, Berlin/Tripolis

Offener Brief von Joanne Liu, Internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, an die Staats- und Regierungschefs der EU

„Ich habe in der vergangenen Woche mehrere dieser Internierungslager besucht – und wir wissen, dass diese offiziellen Zentren nur die Spitze des Eisberges darstellen. Menschen werden wie Waren behandelt, die man ausbeuten kann. Sie werden in dunkle, schmutzige und stickige Räume gepfercht, in denen sie oft so wenig Platz haben, dass sie aufeinanderliegen müssen. (…) Frauen werden vergewaltigt und dann gezwungen, ihre Familien zu Hause anzurufen und von ihnen Geld zu verlangen, damit sie freikommen. Alle, mit denen ich geredet habe, fragten mich mit Tränen in den Augen immer wieder, wann sie freigelassen würden. Ihre Verzweiflung war überwältigend.“ aerzte-ohne-grenzen.de

Zum Thema

Flüchtlingshilfswerk der UN (UNHCR) plant Aufnahmezentrum für maximal 1.000 Flüchtlinge in Libyen. dw.com

Flüchtlingsdebatte: Agrarpolitik der EU ist eine Fluchtursache

20.08.2017/EG aus dem Medium Tiroler Tageszeitung (TT), Innsbruck

Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, im TT-Interview

TT: „Eine der Fluchtursachen ist die EU-Agrarpolitik, die vielen Afrikanern die Grundlage zum Leben nimmt. Wird es da Änderungen geben?“

Juncker: „Viele wissen, dass es unmöglich sein wird, die EU-Agrarpolitik völlig umzustülpen, daher wird diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das gibt das Gefühl, dass man das Problem erkannt hat und die Kommission den Lauf der Geschichte nicht zu interpretieren weiß. Wahr ist, dass wir in Sachen europäischer Agrarexportpolitik einiges überdenken müssen.“ tt.com

Migration = Terror?

17.08.2017/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

Führt mehr Immigration zu mehr Terrorismus? Eine Studie von den Wirtschaftswissenschaftlern Axel Dreher, Martin Gassebner und Paul Schaudt

„Führt mehr Immigration zu mehr Terrorismus? Ja, doch handelt es sich dabei grösstenteils um einen reinen Skaleneffekt: Von einer wachsenden Bevölkerung, unabhängig ob einheimisch oder ausländisch, geht ein etwas erhöhtes Terrorrisiko aus, wie dieser Beitrag zeigt. Zudem zeigt sich, dass ein Einwanderungsstopp das Risiko von Terroranschlägen auf kurze Sicht sogar erhöhen kann.“ oekonomenstimme.org

Flüchtlingsdebatte: Route Mittelmeer

29.07.2017/EG aus dem Mediendienst Integration, Berlin

113.026 Menschen haben seit Anfang des Jahres Europa über die zentrale Mittelmeer-Route erreicht, davon 94.642 Italien*

Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, würden im Gesamtjahr 2017 rund 210.000 Menschen Italien über die zentrale Mittelmeer-Route erreichen. Obwohl die Zahl der Ankünfte in Italien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 17 Prozent gestiegen ist, ging die Zahl der Todesfälle im zentralen Mittelmeer zurück. IOM beziffert den Rückgang auf 12,6 Prozent, UNHCR sogar auf 26 Prozent. Dass weniger Menschen sterben, sei zum Großteil auf die Arbeit der NGOs zurückzuführen, sagt das Forschungteam „Forensic Oceanography“: Je stärker die Präsenz der NGO-Schiffe im Mittelmeer, desto weniger Todesfälle wurden gemeldet. Bis April 2017 haben die NGO-Schiffe rund ein Drittel aller Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Bisher, im Zeitraum 01.01. bis 28.07.2017, haben 2.378 Menschen die Reise über das Mittelmeer nicht überlebt oder werden vermisst. mediendienst-integration.de

http://mediendienst-integration.de/artikel/wie-entwickelt-sich-die-lage-im-mittelmeer-seenotrettung.html

*unhcr.org

Flüchtlingsdebatte: Seenotrettung geht im Wahlkampf unter

19.07.2017/EG aus der NRO Ärzte ohne Grenzen, Berlin

Seenotrettung im Mittelmeer: Ärzte ohne Grenzen weist Vorwürfe als bittere Scheindebatte zurück

Florian Westphal, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, zu den Vorwürfen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière und weiteren europäischen Politikern:

„Es handelt sich hier um eine Scheindebatte, die unglaublich bitter ist, denn sie geht am eigentlichen Problem völlig vorbei und lenkt vom Versagen der europäischen Staaten bei der Seenotrettung ab. Anstatt die Rettung von Menschen im Mittelmeer zu unterstützen, attackiert Innenminister Thomas de Maizière die zivilen Seenotretter ohne irgendeinen konkreten Beleg für seine Behauptungen. Weiterlesen