‘Leitkultur‘

20.07.2017/EG aus dem Medium NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, Zürich

Andreas Urs Sommer, Philosoph, über die Kulturdebatte

„Kultur ist nichts anderes als der Möglichkeitsraum, den sich die Angehörigen unserer Spezies gegen die Natur, gegen die Zwänge des blossen physischen Daseins geschaffen haben.
(…)
Wir leben in einer reflexiven, ja längst selbstreflexiven Relativierungskultur – in einer Kultur, die unterschiedlichste Blickrichtungen nicht nur erlaubt, sondern erzwingt. Niemand sichert mehr die letzte Wahrheit, die letzte Objektivität – keine Kirche, auch keine Wissenschaft und erst recht keine Politik. Wir haben es mit der besten aller bisher möglichen Kulturen zu tun, weil sie unentwegt Möglichkeiten schafft.“ nzz.ch

Abschlussbericht ‘Regensburger Domspatzen‘

18.07.2017/EG aus der Anwaltskanzlei Ulrich Weber, Regensburg

Abschluss der Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen: Opfer: 547 ehemalige Domspatzen-Schüler / Täter: 49 Beschuldigte

Wie konnte es geschehen?

„Das gesamte Erziehungssystem war auf musikalische Bestleistungen und damit auf den Erfolg des Chors ausgerichtet. Neben individuellen Tatmotiven bildeten somit auch institutionelle Motive –nämlich mit dem Ziel der maximalen Disziplin und Leistungsbereitschaft den Willen der Kinder zu brechen – die Grundlage für Gewalt. Ein für die Vorschule annähernd perfektioniertes System der Isolation und Kommunikationsverhinderung ermöglichte, dass von Gewaltvorfällen nur wenige Informationen nach außen drangen. (…) Die Zeit von 1945 bis 2010 ist überwiegend geprägt von Ignoranz und Desinteresse durch die Verantwortungsträger der Domspatzen in Bezug auf die Gewaltvorfälle in Vorschule und Gymnasium. Opfermeldungen wurden nicht ernst genommen.“

Den kompletten Untersuchungsbericht lesen Sie hier uw-recht.org.

Ergänzung am 19.07.2017:

Kardinal Gerhard Ludwig Müller (2002 bis 2012 Bischof von Regensburg) in der Kritik regensburg-digital.de.

Abseits der medialen Salbungsrituale um Kardinal Meisner

07.07.2017/EG aus dem Medium Nachdenkseiten, Bad Bergzabern

Nachdenkseiten mit einem kritischen Abbild von Kardinal Joachim Meisner

„Unter Meisner explodierten die Geldanlagen des Erzbistums, getarnt durch Briefkastenfirmen. Hochpreisige Seniorenresidenzen wie die neben dem Dom, Luxus-Immobilien auf der Düsseldorfer Königsallee, am Hamburger Neuen Wall und im Kölner Einkaufszentrum bringen hohe Renditen. Die Mieter Gucci, Armani, Mediamarkt, C&A, H&M und Tamaris zahlen hohe Mieten. Die „BRD Domkloster Cologne B.V.“ wird vom Briefkasten-Treuhänder TMF in Amsterdam verwaltet, wo auch die US-Investmentbanken J.P. Morgan und Morgan Stanley ihre Steuern hinterziehen, pardon „gestalten“. Das nutzt auch das Kölner Erzbistum, einer der großen Abgreifer von Steuermitteln in Deutschland.“ nachdenkseiten.de

Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche

04.06.2017/EG aus der NRO Transparency International, Berlin

Thomas von Mitschke-Collande, Mitglied im Stiftungsrat der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, zur Glaubwürdigkeitskrise der katholischen Kirche

„Die katholische Kirche muss hier radikale Schritte tun, um ihre Glaubwürdigkeitskrise zu berwinden. Denkbar wäre zum Beispiel der Verzicht auf „Staatsleistungen“. Diese gehen zurück auf den Verlust des Kirchenbesitzes durch die Säkularisation 1803. Beide Kirchen haben einen klaren, verfassungsmäßig verbürgten Rechtsanspruch für diese Leistungen, die sich allein für die katholische Kirche auf mehr als 240 Millionen Euro pro Jahr beläuft. Bislang lehnen kirchliche Vertreter einen Verzicht vehement ab. Finanziell wäre dieser Verlust jedoch ohne Weiteres verkraftbar. Im Laufe von 200 Jahren sind den Kirchen bis heute neue, beachtliche Vermögenswerte zugewachsen. Die Kirchensteuer als Hauptfinanzierungsquelle ist hinzugekommen, allein 2015 waren es 6,1 Milliarden Euro. Die Kirchen sollten deshalb auf diese Staatsleistungen verzichten, dies jedoch mit einer Bedingung verknüpfen: …“ ↗transparency.de (Seite 8)

Ursachen islamistischer Radikalisierung im Rhein-Main-Gebiet

02.06.2017/EG aus dem Mediendienst Integration, Berlin

Expertise von Meltem Kulaçatan, Erziehungswissenschaftlerin, Harry Harun Behr, Erziehungswissenschaftler, Bekim Agai, Kulturwissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt am Main

„Wir halten es für verkürzt, beim Thema Radikalisierung den Blick nur auf den Islam zu richten. Vielmehr vermuten wir, dass das Thema in seiner gegenwärtigen Engführung auf junge Musliminnen und Muslime in einigen Jahren nicht mehr in dieser Form auf der Agenda stehen wird, sondern auch andere gesteigerte Formen der Radikalisierung zu erwarten sind, in denen es nicht mehr bloß oder nur um den Islam geht. Es ist mit unterschiedliche nationalistisch und völkisch geprägten Radikalisierungsformen zu rechnen, die sich auch religiös fundamentalistisch äußern können. Viele der Punkte, die in dieser Expertise angesprochen werden, lassen sich auf andere Radikalisierungsphänomene übertragen, die nicht im Islam-Kontext zu verorten sind.“ mediendienst-integration.de