Pflege: Der 60-Milliarden-Euro-Markt

30.11.2021/EG
Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Essen

Pflegeheim Rating Report 2022: Hauptgrund für das Wachstum des Pflegemarkts ist und bleibt die Alterung der Gesellschaft

„Hauptgrund für das Wachstum des Pflegemarkts ist und bleibt die Alterung der Gesellschaft. So ist bei konstanten Pflegequoten bis zum Jahr 2030 in Deutschland mit 4,9 Millionen Pflegebedürftigen zu rechnen, bis 2040 mit 5,6 Millionen. Das wäre gegenüber 2019 ein Anstieg um 20 bzw. 35 Prozent…“

RWI-Forscher Ingo Kolodziej: „Um die Personalknappheit zu überwinden, gilt es, Pflegeberufe attraktiver zu machen, sowohl durch höhere Löhne für qualifiziertes Personal als auch durch bessere Arbeitsbedingungen“. rwi-essen.de

Zum Thema

Pflege-Report 2021 des Wissenschaftlichen Institutes der AOK, Seite 155:
„Durch die Alterung der Gesellschaft und den zunehmenden Trend hin zu mehr professioneller Pflege wird der Pflegemarkt weiterhin stark wachsen. Durch die steigende Nachfrage ergibt sich ein deutlicher Mehrbedarf an Personal und Kapital, …“ springer.com

Wirtschaft: KI steigert Unternehmensgewinne

11.12.2020/EG
Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim

ZEW-Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: „Künstliche Intelligenz macht deutsche Unternehmen innovativer und profitabler“

Aus der Zusammenfassung:

„Die Nutzung von KI hat deutlich positive Auswirkungen auf die Rendite der Unternehmen. 2018 lag die Umsatzrendite in Unternehmen, die KI einsetzen, aufgrund des KI-Einsatzes um 1,3 Prozentpunkte höher, d. h. statt 5,1 Prozent Umsatzrendite erzielten diese Unternehmen Dank der Nutzung von KI eine Rendite von 6,4 Prozent. Die höheren Umsätze mit Marktneuheiten (und insbesondere Weltmarktneuheiten) verschaffen den KI einsetzenden Unternehmen somit Wettbewerbsvorteile, die in höhere Renditen umgesetzt werden können.“

Die Studie lesen Sie hier de.digital.

Zum Thema

Aus der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB), Nürnberg, zur Ersetzbarkeit von Berufen durch Computer oder computergesteuerten Maschinen:

„Nach wie vor sind die Substituierbarkeitspotenziale in den Fertigungs- und Fertigungstechnischen Berufen am höchsten und in den Sozialen und Kulturellen Dienstleistungsberufen am niedrigsten.“

Die IAB-Studie lesen Sie hier iab.de.

Von EG, vor

Gesundheit: Kapital sucht Rendite im organisch wachsenden Markt „Pflege und ambulante Versorgung“

25.04.2019/EG
Quelle: Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), Frankfurt am Main

PwC: Finanzinvestoren suchen vor allem nach Investments im Bereich der Pflege und der ambulanten Versorgung

„Der Markt für Fusionen und Übernahmen im Gesundheitssektor entwickelt sich dynamisch: Das Jahr 2018 war durch zahlreiche Transaktionen im deutschen Gesundheitswesen geprägt. Insbesondere ist die Zahl der Transaktionen mit Beteiligung von Private-Equity-Firmen deutlich gestiegen. Diese Käufergruppe sucht gezielt nach Investments im Bereich der Pflege und der ambulanten Versorgung.“

Informationen zu Transaktionen im deutschen Gesundheitswesen lesen Sie hier pwc.de.

Zum Thema

Stefan Sell, Sozialwissenschaftler an der Hochschule Koblenz, zum politischen Willen, der das Renditestreben mit der Pflege alter Menschen ermöglicht (Kosten sozialisieren, Gewinne privatisieren):

„Es geht um die Frage, ob man es zulässt, wie das derzeit der Fall ist, dass man mit der Pflege alter Menschen Renditen erwirtschaften kann, die nicht der Pflege wieder zugutekommen (das wäre dann auch für eine Zweckbindung der Überschüsse im gemeinnützigen Bereich relevant), sondern die an Investoren ausgeschüttet werden. Wenn man das zulässt, dann darf man sich nicht wundern, wenn sich die Investorenperspektive verselbständigt und alles unternommen werden muss, um die Kosten zu drücken und die Gewinne zu maximieren. Das ist nun mal das Bewegungsgesetz privater, gewinnorientierter Investoren. Und bei Kostenanteilen von 70 Prozent und mehr für den Personalbereich ist es zwangsläufig klar, wo die Kosten gedrückt werden – vor allem und so lange, wie die Politik nicht in der Lage ist, durch eindeutige und bei Missachtung streng zu sanktionierende Personalvorgaben eine „Produktivitätssteigerung“ durch Personalverkürzung zu verhindern.“ aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de

Renditeobjekt Gesundheitssystem

02.10.2018/EG aus dem Deutschen Ärzteblatt, Berlin

Ein 79-Milliarden-Euro-Markt: Arzt- und Zahnarztpraxen in Deutschland

„Rund 50 Private-Equity-Gesellschaften investieren zurzeit in Gesundheitseinrichtungen in Deutschland, davon stammen 13 aus Deutschland, 13 aus Großbritannien, sechs aus den USA, fünf aus der Schweiz, jeweils drei aus Frankreich, den Niederlanden und Schweden, zwei aus Belgien sowie jeweils eine aus Bahrain und Luxemburg. Besonders häufig verkaufen inhabergeführte Praxen an Investoren, um Expansionswünsche zu erfüllen oder die Nachfolge zu regeln. Werden Unternehmen veräußert, verkaufen Private-Equity-Gesellschaften meist an andere Private-Equity-Fonds.

MVZ bilden einen Schwerpunkt für Investments von Private-Equity-Gesellschaften. Die Zahl der MVZ in Händen von Finanzinvestoren liegt zurzeit schätzungsweise bei 420 von insgesamt rund 2 500. Bevorzugte Fachgebiete sind die Labormedizin, die Radiologie und Nuklearmedizin, die Dialyse, die Augenheilkunde und die Dermatologie. Bei den Zahnärzten sind etwa 50 von 600 MVZ in den Händen von Investoren.“ aerzteblatt.de

Von EG, vor

‘Pflege‘ unserer Alten wird Renditeobjekt

15.08.2017/EG aus dem Deutschlandfunk, Berlin

US-Finanzinvestor kauft sechstgrößten deutschen Heimbetreiber

„Ganz vollzogen ist das Geschäft noch nicht. Aber wenn sich morgen der Deutschland-Chef des amerikanischen Finanzinvestors Oaktree zur Betriebsversammlung beim Hamburger Seniorendienstleister „Pflegen & Wohnen“ angesagt hat, darf man wohl damit rechnen, dass eine weitere große deutsche Alten- und Pflegeheim-Kette an internationale Finanzinvestoren geht. Diesmal ist es die mit gut 7.700 Pflegeplätzen sechstgrößte Einrichtung dieser Art, die Vitanas Holding, die abgegeben wird. Verkäufer ist …“ ↗deutschlandfunk.de

Zum Thema

Die verantwortlichen Regierungskoalitionen seit 1991:

  • 1991 bis 1998: CDU/CSU und FDP
  • 1998 bis 2005: SPD und Bündnis 90/Die Grünen
  • 2005 bis 2009: CDU/CSU und SPD
  • 2009 bis 2013: CDU/CSU und FDP
  • seit 2013: CDU/CSU und SPD