Einkommen: Abgabenlast für hohe Einkommen stark gesunken

04.12.2021/EG
Quelle: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München

Ein Team um Andreas Peichl, Wirtschaftswissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchte die effektive Belastung von Erwerbseinkommen unterschiedlicher Haushaltstypen seit 1986

Fazit, Seite 27, Auszug: „Insgesamt wurden über den betrachteten Zeitraum hinweg sowohl niedrige, mittlere als auch hohe Einkommen erheblich entlastet. Niedrigen Einkommen kamen besonders die vom Bundesverfassungsbericht angewiesene Erhöhung des Grundfreibetrags und die Einführung von Midijobs entgegen. Mittlere Einkommen profitierten speziell von der Teilabschaffung des Solidaritätszuschlags. Für beide Einkommensbereiche brachte auch der Wechsel hin zu einem linearprogressiven Tarif eine erhebliche Entlastung. Hohen Einkommen kam insbesondere die Verringerung des Spitzensteuersatzes von 56% auf 42% zugute. Die nur moderaten Erhöhungen der Sozialversicherungsbeiträge in diesem Zeitraum wirken diesem Trend kaum entgegen. Dennoch sorgen diese höheren Sozialversicherungsbeiträge für ein weniger progressives Steuersystem, da sie Geringverdiener stärker belasten als Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen.“

Die Studie lesen Sie hier ifo.de.

Radio-Tipp: Legale Ausbeutung

16.11.2021/EG
Quelle: Bayerischer Rundfunk, München

Radiofeature von Charly Kowalczyk über Deutschlands unsichtbare Arbeitssklaven aus Osteuropa

„Hunderttausende Menschen aus Bulgarien, Rumänien und Polen sind nach Deutschland gekommen, um der Armut ihrer Heimatländer zu entfliehen. Das deutsche Arbeitsrecht erlaubt Unternehmen und skrupellosen Netzwerken, sie dennoch auszubeuten.“ ↗br.de

Zum Thema

Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung

Die Schadenssumme im Rahmen der straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen summierte sich im Jahr 2020, nur auf die überprüften Arbeitgeber bezogen, auf 816 Millionen Euro zuzüglich der Steuerschäden aus Ermittlungsverfahren der Länder. Ergänzende Informationen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung lesen Sie auf Seite 18 der Jahresstatistik 2020 zoll.de.

Klimawandel/Steuern: Subventionen können auch zerstörerisch wirken

04.11.2021/EG
Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau

Von 65 Milliarden Euro für umweltschädliche Subventionen im Jahr 2018 verbrauchte der Sektor Verkehr rund 31 Milliarden Euro

Wie die neue Studie des Umweltbundesamtes zu umweltschädlichen Subventionen im Jahr 2018 aufweist, würde der Abbau von Steuervergünstigungen für Pkw- und Agrardiesel, die private Nutzung fossiler Dienstwagen, landwirtschaftliche Fahrzeuge, der Entfernungspauschale, für Kerosin sowie die Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge Mehreinnahmen in Höhe von 30,8 Milliarden Euro bringen.

Die Studie lesen Sie hier umweltbundesamt.de.

Geldvermögen privater Haushalte steigt auf 7,3 Billionen Euro

14.10.2021/EG
Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland steigt im zweiten Quartal 2021 auf 7.325 Milliarden Euro, eine Vermehrung in Höhe 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert

Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, summierte sich das Geldvermögen¹ der privaten Haushalte² in Deutschland, im zweiten Quartal 2021, auf über 7,3 Billionen Euro. Damit übertraf es den Vorjahreswert um 669,5 Milliarden Euro bzw. 10,1 Prozent. bundesbank.de

¹Bargeld, Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien, Anteilsrechte, Anteile an Investmentfonds, Ansprüche aus Nichtlebensversicherungen, Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen, Finanzderivate, Mitarbeiteraktienoptionen, Kredite und sonstige Forderungen.
²Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

Zum Thema

Sachvermögen privater Haushalte erreichte Ende 2019 (!) fast 9 Billionen Euro
Das Sachvermögen (Immobilien, Ausrüstung, Nutztiere, Nutzpflanzungen, geistiges Eigentum) der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wird von der Deutschen Bundesbank, zum Jahresende 2019, mit 8.977 Milliarden Euro (+ 3,7 % ggü. 2018) erfasst. bundesbank.de (Seite 14)

Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2017:
„Wie ungleich die Verteilung ist, lässt sich demnach auch am Anteil des Vermögens ablesen, das den oberen 10 % der Nettovermögensverteilung gehört. Diese Gruppe nannte in Deutschland im Jahr 2017 etwa 55 % des gesamten Nettovermögens ihr Eigen.“ bundesbank.de (Seite 16)

Andreas von Westphalen, Deutschlandfunk, im Gespräch mit Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler, über die Sakralisierung des Kapitals und deren Folgen deutschlandfunk.de.

Video-Tipp: „Push – Für das Grundrecht auf Wohnen“

04.10.2021/EG
Quelle: arte, Strasbourg

Dokumentation über einen wenig regulierten Renditemarkt: Wohnimmobilien

„Überall auf der Welt schnellen die Mietpreise in den Städten in die Höhe und Langzeitmieter werden aus ihren Wohnungen herausgedrängt. Der Film folgt Leilani Farha, der UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen, wie sie die Welt bereist, um herauszufinden, wer aus der Stadt gepusht wird und warum. Ihre Recherchen führen sie unter anderem in eine Sozialbausiedlung im schwedischen Uppsala, wo auf einen Schlag mehrere Tausend Wohnungen den Besitzer wechseln, … arte.tv

Zum Thema

„Drei Studien mit Vorschlägen, wie mehr Haushalte zu Immobilieneigentum kommen könnten – Handlungsbedarf bei Wohnungsbauprämie und Immobilienbesteuerung – Sozialkaufprämie kann bisherige Förderung ergänzen und Haushalte vor Verdrängung schützen – Vermögensungleichheit würde sinken, wenn Immobilieneigentum gleicher verteilt ist … „
Die Studie lesen Sie hier diw.de.

Steuern auf Landbesitz und Erbschaften können Ungleichheit verringern
„Um die zunehmend ungleiche Verteilung von Vermögen in Industriegesellschaften zu verringern, ohne die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen, könnte ein Politikpaket aus Steuern auf Landbesitz und Erbschaften die optimale Lösung sein. Ein solches Maßnahmenpaket hätte gegenüber der Besteuerung von Unternehmen große Vorteile, wie eine neue Studie in der Zeitschrift International Tax and Public Finance feststellt. Es ist die erste Analyse, …“ pik-potsdam.de