Gesellschaft: In Deutschland herrscht soziale Undurchlässigkeit

16.05.2018/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

DIW-Studie zur sozialen Mobilität in Deutschland: Durchlässigkeit hat sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert

Von starker sozialer Durchlässigkeit mit Blick auf den Berufsstatus ist Deutschland immer noch weit entfernt, so das Fazit der Studie. „Die Wahrscheinlichkeit, dass beispielsweise ein Kind einer Ärztin oder eines Arztes später selbst eine gleichwertige Stellung erreicht, ist konstant sehr viel höher geblieben als die Wahrscheinlichkeit, dass ein Arbeiterkind später zum Beispiel Anwalt oder Anwältin wird“. diw.de

Zum Thema

Video (43 Min. Doku): Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird daserste.de

Umfrage: Junge Menschen misstrauen Medien und Politik

05.05.2018/EG aus der TUI-Stiftung, Hannover

TUI-Umfrage: Für junge Menschen in Deutschland sind die Förderung des wirtschaftlichen Wachstums sowie die Verringerung der sozialen Ungleichheit und Umweltschutz die wichtigsten Themen

Die TUI-Stiftung befragte über 6.000 Europäer im Alter von 16 bis 26 Jahren nach ihren politischen und sozialen Einstellungen. Bei der Frage „Wie sehr vertrauen Sie den folgenden Organisationen und Gruppen?“ wurden bekannte Vertrauensmuster bestätigt: Hohes Vertrauen genießen Wissenschaftler, Polizei und Gerichte. Dagegen überwiegt das Misstrauen deutlich bei Medien, Konzernen, Parlamenten, Regierungen und ganz besonders bei politischen Parteien. tui-stiftung.de

Steuer: Umsätze von Steuervermeidungs-Niederlassungen steigen

02.05.2018/EG

Direktinvestitionen in Steueroasen in Europa sind im Jahr 2016 deutlich gewachsen

Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank ist der Bestand der unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen im Ausland im Jahr 2016 um insgesamt auf 1.094 Milliarden Euro (+ 2,2 Prozent gegenüber 2015) gestiegen. Davon wurden 601 Milliarden Euro in Länder der EU investiert. (…) Mit einer Zunahme von 14 Prozent auf 106 Milliarden Euro nutzten deutsche Investoren die exklusiven steuerlichen Vorzüge für Holdinggesellschaften in Niederlande.
„Die zuvor beschriebenen, unmittelbaren Direktinvestitionen stellen die direkten Investitionen von Kapitaleignern in anderen Ländern dar. Dabei erhalten solche Länder eine herausragende Bedeutung, in denen Anreize zur Errichtung von Holdinggesellschaften bestehen. Solche Holdinggesellschaften empfangen und leiten Gelder weiter, ohne dass sie eigenständig wirtschaftlich handeln.“ bundesbank.de

Aus dem Fachgespräch des Finanzausschusses am 25.04.2018:

Wolfgang Haas, Bundesverband der deutschen Industrie: Der zunehmende internationale Steuerwettbewerb erhöht den Druck, den Wirtschaftsstandort Deutschland international wettbewerbsfähig zu halten und Investitionen in Deutschland steuerlich zu unterstützen.“

Reimar Pinkernell, Kanzlei (Steuerrecht) Flick Gocke Schaumburg, stellte fest, dass internationale Konzerne „mit zum Teil verblüffenden Tricks“ Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagert hätten (…). Staatliche Akteure hätten sich als „Anstifter und Gehilfen“ betätigt, wozu allerdings nicht nur die berüchtigten karibischen Steueroasen, sondern auch EU-Länder gehören würden. bundestag.de

Die Stellungnahme von Jan Strozyk, NDR-Reporter, im vorgenannten Fachgespräch lesen Sie hier bundestag.de

NDR-Dokumentation „Steuern? Tricksen wie die Großen!“ ndr.de

Tag der ‚Arbeit‘

01.05.2018/EG

Am gesetzlichen (Mai-)Feiertag erinnern Gewerkschaften – traditionell – an Arbeitsbedingungen / Wir ergänzen die Bemühungen mit Beispielen zum Wert der Arbeit:

„Im Jahr 2015 arbeiteten 22,6 % der abhängig Beschäftigten in Deutschland für einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 10,22 € pro Stunde. Das entspricht knapp 7,7 Mio. Menschen. In Ostdeutschland lag der Anteil der Beschäftigten mit Niedriglöhnen im Jahr 2015 sogar bei über 36 %, während der Niedriglohnanteil in Westdeutschland bei 19,7 % lag. Die Einführung und Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland entfaltet nur einen begrenzten Einfluss auf den Umfang des Niedriglohnsektors.“ sozialpolitik-aktuell.de

„Immer mehr Menschen haben einen Nebenjob. Über drei Millionen Menschen in Deutschland gehen mehr als einer Erwerbstätigkeit nach. Ihre Anzahl und ihr Anteil an allen Beschäftigten haben sich seit 2003 mehr als verdoppelt.“ iab.de

Die monatliche Entschädigung der Bundestagsabgeordneten steigt ab 01. Juli 2018 um 2,5 Prozent auf 9.780,28 Euro. Die fiktiven Bemessungsbeträge für die Altersentschädigung steigen ebenfalls um 2,5 Prozent auf 8.362,03 Euro beziehungsweise 9.357,06 Euro. bundestag.de
Um ihr Mandat ausüben zu können, erhalten die Abgeordneten eine steuerfreie Aufwandspauschale (Amtsausstattung mit Sach- und Geldleistungen für Büros, Mitarbeiter, Reisekosten) in Höhe von monatlich 4.339,97 Euro. Neben der Aufwandspauschale haben die Abgeordneten Anspruch auf ein eingerichtetes – inklusive Kommunikationsgeräte und Mobiliar – Büro am Sitz des Bundestages. Die Größe des Büros beträgt 54 Quadratmeter. Die Mobilität der Abgeordneten wird Freifahrtkarten der Bahn, Erstattung von Inlandsflügen sowie die Mitbenutzung von Dienstfahrzeuge im Stadtgebiet von Berlin ‘gesichert‘.
Auch Abgeordnete haben zusätzliches Einkommen durch Nebentätigkeiten. Diese veröffentlichungspflichtigen Angaben (auch das Abstimmungsverhalten) der Abgeordneten lesen Sie in den Biografien bundestag.de.

Jeff Bezos, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Amazon mit einem geschätzten Vermögen von über 100 Mrd. US-Dollar, verweigert seinen deutschen Mitarbeitern eine tarifliche Entlohnung verdi.de.

DAX30-Chefs (Vorsitzende) verdienten im Jahr 2017 durchschnittlich 6,2 Millionen Euro (+ 7,7 %), Vorstandsmitglieder 2,7 Mio. Euro (+ 4,9 %) kienbaum.com.

Einblicke in den Entstehungsprozess der Hartz-IV-Gesetze zdf.de.

Führungskräfte über wachsende Kluft zwischen Arm und Reich besorgt

29.04.2018/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, Stuttgart

EY-Studie: 39 Prozent der befragten Führungskräfte halten soziale Abkopplung und schwindende Teilhabemöglichkeiten einzelner Gruppen als drängendes Problem für den Zusammenhalt der Gesellschaft

73 Prozent der Führungskräfte meinen, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen wird, weil der Produktivitätsfortschritt durch die neuen Technologien nicht alle Bürger gleichermaßen erreicht.

35 Prozent sehen im ‘Bedingungslosen Grundeinkommen‘ eine Möglichkeit, den sozialen Zusammenhalt und die Zukunft der Gesellschaft zu sichern.

Die Studie lesen Sie hier ey.com.