Ungleichheit/Steuer: Vermögende fordern Besteuerung

20.08.2021/EG
Quelle: TaxMeNow Bewegungsstiftung, Verden

Initiative Vermögender setzt sich für eine höhere Besteuerung von Millionenvermögen ein:

Auszug: „Wir sind Vermögende und setzen uns für eine höhere Besteuerung von Vermögen ein, um mehr Chancen, Teilhabe und Zukunftsinvestitionen für alle zu ermöglichen. Unabhängig davon, ob wir durch Arbeit, Erbschaft, Unternehmertum oder Kapitalanlage zu Vermögen gekommen sind, rufen wir zu Reformen in fünf Bereichen auf:

Wiedereinführung der Vermögenssteuer für Millionen- und Milliardenvermögen

Begrenzung von Ausnahmen für Betriebsvermögen und anderen Sonderregelungen bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer

Progressive Steuersätze statt Einheitssatz bei der Kapitalertragssteuer

Eine Vermögensabgabe für Millionen- und Milliardenvermögen falls aufgrund der Schuldenbremse staatliche Aufgaben nicht finanziert werden können

Striktere Regeln gegen Steuervermeidung und -hinterziehung und bessere Ausstattung der Steuerbehörden“

Weitere Informationen lesen Sie hier taxmenow.eu.

2019 wurden in Bayern 9,74 Milliarden Euro steuerrelevantes Vermögen vererbt oder verschenkt

07.08.2021/EG
Quelle: Bayerischen Landesamts für Statistik, München

Von 9,74 Milliarden Euro steuerrelevantes Vermögen wurden 1,81 Milliarden Euro (18,6 %) an Erbschaft- und Schenkungsteuer im Freistaat Bayern im Jahr 2019 festgesetzt

Auszug: „Die bayerischen Finanzämter setzten im Jahr 2019 insgesamt 1,81 Milliarden Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer fest. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, entsprach dies gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 10,9 Prozent bzw. 178,7 Millionen Euro.
Die Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik weist nur die Vermögensübertragungen aus, für die eine Steuer festgesetzt wurde. Die Mehrzahl der tatsächlichen Erbschaften und Schenkungen liegt jedoch unterhalb der vergleichsweise hohen Freibetragsgrenzen und ist entsprechend nicht erfasst.“

Den Bericht lesen Sie hier statistik.bayern.de

Zum Thema

Steuer- und Transferpolitik: Die Reformvorschläge der Parteien zur Bundestagswahl 2021 und deren finanzielle Auswirkungen lesen Sie hier zew.de.

Einkommen: 2017 lebten 5.702 Einkommensmillionäre in Bayern

20.07.2021/EG
Quelle: Bayerische Landesamt für Statistik, München

Gesamtbetrag der Einkünfte der Einkommensmillionäre stieg von 2016 auf 2017 um 5,1 Prozent

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik anhand der Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik aus dem Jahr 2017 mitteilt, lebten im Beobachtungsjahr 5.702 Einkommensmillionäre in Bayern. Das waren 427 Einkommensmillionäre mehr als im Jahr 2016. statistik.bayern.de

Zum Thema

Das ZEW – Leibniz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung Mannheim hat die Reformvorschläge der Parteien (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU/CSU, DIE LINKE, FDP, SPD) zur Bundestagswahl 2021 durchgerechnet. Die Veränderung des verfügbaren Jahreseinkommen der Haushalte nach Bruttoeinkommensklassen lesen Sie hier zew.de (Seite 4)
Auf Seite 2 der Kurzexpertise lesen Sie, dass die ZEW-Forscher die AfD nicht berücksichtigen konnten, „weil sie derzeit keine Chance auf eine Regierungsbeteiligung hat“ und kein Steuerkonzept vorgelegt hat. Die AfD priorisiert laut Wahlprogramm die Abschaffung sogenannter Substanzsteuern (Erbschafts-, Grund-, Schenkungssteuer) und die Einführung einer Digitalsteuer auf den Umsatz der Digital-Konzerne.

Geldvermögen privater Haushalte steigt auf 7,1 Billionen Euro

16.07.2021/EG
Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland steigt im ersten Quartal 2021 auf 7.143 Milliarden Euro, eine Vermehrung in Höhe 11,9 Prozent gegenüber I/2020

Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, summierte sich das Geldvermögen¹ der privaten Haushalte² in Deutschland, im ersten Quartal 2021, auf 7,1 Billionen Euro. Damit übertraf es den Vorjahreswert um 761,5 Milliarden Euro bzw. 11,9 Prozent. bundesbank.de

¹Bargeld, Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien, Anteilsrechte, Anteile an Investmentfonds, Ansprüche aus Nichtlebensversicherungen, Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen, Finanzderivate, Mitarbeiteraktienoptionen, Kredite und sonstige Forderungen.
²Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

Zum Thema

Sachvermögen privater Haushalte erreichte Ende 2019 (!) fast 9 Billionen Euro
Das Sachvermögen (Immobilien, Ausrüstung, Nutztiere, Nutzpflanzungen, geistiges Eigentum) der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wird von der Deutschen Bundesbank, zum Jahresende 2019, mit 8.977 Milliarden Euro (+ 3,7 % ggü. 2018) erfasst. bundesbank.de (Seite 14)

Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2017:
„Wie ungleich die Verteilung ist, lässt sich demnach auch am Anteil des Vermögens ablesen, das den oberen 10 % der Nettovermögensverteilung gehört. Diese Gruppe nannte in Deutschland im Jahr 2017 etwa 55 % des gesamten Nettovermögens ihr Eigen.“ bundesbank.de (Seite 16)

Andreas von Westphalen, Deutschlandfunk, im Gespräch mit Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler, über die Sakralisierung des Kapitals und deren Folgen deutschlandfunk.de.

Stellungnahme von Joachim Rock, Leiter der Abteilung Arbeit, Soziales und Europa im Paritätischen Gesamtverband, zum Entwurf des 6. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, in Auszügen:
„Zu den zentralen Befunden des Berichtsentwurfes zählen die ungleiche Einkommens- und Vermögensentwicklung: “Die obere Hälfte der Verteilung verfügte über 70 Prozent aller Einkommen, die untere Hälfte über 30 Prozent” (S. 44, alle Seitenzahlen beziehen sich auf die Nummerierung des Berichtsentwurfes). Die Vermögen sind sogar noch ungleicher verteilt: “Haushalte in der oberen Hälfte der Verteilung besaßen etwa 97,5 Prozent, Personen etwa 99,5 Prozent des Gesamtvermögens” (S. 45). […]. Die Verfestigung von Armut ist auch darauf zurückzuführen, dass aus Armut vergleichsweise wenige Wege hinausführen, ebenso wie aus Reichtum, […]. Der Armuts- und Reichtumsbericht dokumentiert auch die Folgen der Agenda-Politik…“ der-paritaetische.de

Video-Tipp: Wem gehört die Welt?

16.06.2021/EG
Quelle: 3sat, Mainz

Dokumentation über die Geschichte des Eigentums

Besitz und Reichtum gehen einher mit Ungleichheit und Gewalt, denn mit dem ersten Zaun gab es den ersten Streit. Zugleich ist Eigentum die Basis früher Zivilisationen und Imperien – wie dem Römischen Reich. Viele der Errungenschaften von damals gelten bis heute.

Teil 1 „Vom Acker zum Imperium“ sehen Sie hier 3sat.de.
Teil 2 „Von Fürsten und Kaufleuten“ sehen Sie hier 3sat.de.
Teil 3 „Von der Macht des Marktes“ sehen Sie hier 3sat.de.