Gesellschaft: Ärmer als propagiert

07.02.2018/EG aus der RUHR UNIVERSITÄT BOCHUM

Studie: Soziale Ungleichheit in Deutschland größer als gedacht – Bisherige Messmethoden habe die Schere zwischen Arm und Reich drastisch unterschätzt

„Die soziale Ungleichheit in Deutschland ist größer als bislang angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bochumer Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler um Prof. Dr. Notburga Ott und Prof. Dr. Martin Werding, die die Bertelsmann-Stiftung beauftragt hatte.
(…)
Ihre Analyse der vergangenen 25 Jahre ergab, dass in Deutschland lebende Paare mit einem Kind oder mehreren Kindern überwiegend einen niedrigeren Wohlstand hatten als Paare ohne Kind. 13 Prozent der Paare mit einem Kind sind nach der neuen Berechnung aktuell armutsgefährdet, bei Paaren mit zwei Kindern sind es 16 Prozent, mit drei Kindern 18 Prozent.
Gerade für Alleinerziehende ergibt die neue Methode drastisch andere Werte als die OECD-Skala: Liegt das Armutsrisiko für Alleinerziehende nach der OECD-Methode derzeit bei 46 Prozent, sind es nach der Bochumer Berechnung 68 Prozent.“ rub.de

Video-Tipp: Der Wohlstandsreport

29.01.2018/EG

Dokumentation (44 Min.) des Fernsehsender ARD über Armut und Reichtum in Deutschland

„Nicht alle haben in Deutschland die gleichen Chancen, sich ein Leben im Wohlstand zu erarbeiten. Die Zahl der Millionäre steigt, der Abstand der oberen 40 Prozent zu den unteren 40 Prozent wird immer größer. Die Reportage erkundet Ursachen.“ daserste.de

Die Regierungsverantwortung seit der Wiedervereinigung (03.10.1990) im Rückblick:

  • 2013 bis 2017 CDU/CSU und SPD
  • 2009 bis 2013 CDU/CSU und FDP
  • 2005 bis 2009 CDU/CSU und SPD
  • 1998 bis 2005 SPD und Bündnis90/Die Grünen
  • 1982 bis 1998 CDU/CSU und FDP

Ungleichheit: Davos – Gipfeltreffen der Heuchler?

22.01.2018/EG

Branko Milanovic, Wirtschaftswissenschaftler, über das World Economic Forum in Davos

„Diese Rückkehr zu den Arbeitsbeziehungen und der Steuerpolitik des frühen 19. Jahrhunderts wird bizarrer Weise von Menschen angeführt, die die Sprache der Gleichheit, des Respekts, der Teilhabe und der Transparenz sprechen. (…) Es ist einfach so passiert, dass die Sprache der Gleichberechtigung in den letzten fünfzig Jahren oder mehr für die Verfolgung der strukturell ungerechtesten Politiken genutzt wurde. Und in der Tat ist es viel lukrativer, Journalisten anzurufen und ihnen von den nebulösen Schemen zu erzählen, nach denen 90 Prozent des Reichtums über eine unbekannte Anzahl von Jahren und unter unbekannten Buchhaltungspraktiken als Wohltätigkeitsorganisation verschenkt werden, als Lieferanten und Arbeitnehmern angemessene Preise zu zahlen oder den Verkauf von Informationen über die Nutzer von Plattformen einzustellen. Es ist billiger, einen Aufkleber über den fairen Handel anzubringen, als auf die Verwendung von Null-Stunden-Verträgen zu verzichten.
Sie sind abgeneigt, einen existenzsichernden Lohn zu zahlen, aber sie werden ein philharmonisches Orchester finanzieren. Sie werden Gewerkschaften verbieten, aber sie werden einen Workshop über Transparenz in der Regierung organisieren. glineq.blogspot.de

Ergänzung am 23.01.2018 zum Thema:

Global Wealth Report des Credit Suisse Research Institute (CSRI): Weltweite Gesamtvermögen erreicht 280 Billionen US-Dollar, plus 27 Prozent seit Ausbruch der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt. In Deutschland sind 1,96 Millionen Personen (US)Dollar-Millionäre, ein Zuwachs von 237 Personen bzw. 13,8 Prozent gegenüber 2016. Darunter sind rund 7.200 Personen mit einem Vermögen von mindestens 50 Millionen USD (+ 7,5 % gegenüber 2016). credit-suisse.com

Video-Tipp: „Kaufen für die Müllhalde“

21.01.2018/EG aus dem Kultursender ARTE, Strasbourg

Dokumentation (75 Min.) über unsere – auf Konsum – dressierte Gesellschaft

Bei zahlreichen Produkten ist der Verschleiß vorprogrammiert. Diese beabsichtigte limitierte Lebensdauer nennt man „geplante Obsoleszenz“. Aktuell sieht sich Apple mit einer Untersuchung durch Frankreichs Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde konfrontiert: Setzt der Konzern illegaler Weise beim ‚iPhone‘ auf geplante Obsoleszenz? Die Doku hinterfragt die moderne Wegwerfgesellschaft. arte.tv

Ungleichheit: Privates Geldvermögen steigt

17.01.2018/EG aus der Deutschen Bundesbank, Frankfurt am Main

Geldvermögen der privaten Haushalte im dritten Quartal 2017 erreicht fast 5,8 Billionen Euro (+ 5,5 % gegenüber III/2016)

„Zum Ende des dritten Quartals 2017 belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte auf 5.779 Milliarden Euro. Damit stieg es gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um 66 Milliarden Euro oder 1,2 Prozent. Die Mittel flossen mit 18 Milliarden Euro erneut vor allem in Bargeld und Einlagen, gefolgt von Ansprüchen gegenüber Versicherungen, die in Höhe von 15 Milliarden Euro erworben wurden. Obgleich auch das Engagement in Aktien und Investmentfondsanteilen erneut deutlich erhöht wurde, hielt die Präferenz der privaten Haushalte in Deutschland für liquide und risikoarme Anlagen weiter an.“ bundesbank.de