Terror: Vernichtung und Zerstörung im Kopf

27.11.2015/EG aus der Neuen Züricher Zeitung (NZZ), Zürich

Historiker Prof. Dr. Thomas Maissen mit einem Kommentar über Regierungen, die von ‚Krieg‘ reden, obwohl es auch ‚Anti-Terror-Einsätze‘ sein könnten

„Ein Krieg unterscheidet sich von einem Polizeieinsatz oder einer Militäroperation dadurch, dass Opfer unter der Zivilbevölkerung in Kauf genommen werden: Der Euphemismus ‚Kollateralschaden‘ rechtfertigt sich durch das Ziel, den Feind zu besiegen oder eben auszumerzen. Dasselbe liegt nahe, wenn vom ‚Krieg gegen den Terrorismus‘ die Rede ist statt von der Verfolgung bestimmter Terroristen. Der Kampf für und gegen abstrakte Prinzipien – Faschismus, Kommunismus, Imperialismus – hat im ideologischen Zeitalter so viel Unrecht produziert und legitimiert, dass wir heute stutzen sollten, sobald ein ‚-ismus‘ auftaucht. Staatsanwälte und Polizisten benennen ihre Feinde einzeln, wie sich das für den Rechtsstaat gehört. Im Krieg ist das weder möglich noch nötig: …“ Weiterlesennzz.ch