Was Abiturienten vom Studium abhält

18.02.2015/EG aus dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

Aktuelle WZB-Studie erklärt Ursachen für unterschiedliche Studierneigung in den Bundesländern

Abitur ja, Studium nein danke – das sagen in Bayern rund 20 Prozent der Studienberechtigten, in Nordrhein-Westfalen 40 Prozent. Wie dieser Unterschied zwischen den Bundesländern zu erklären ist, haben Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) umfassend untersucht. Ihre Analysen zeigen, dass die Abiturnote und die Entfernung zur nächsten Hochschule die Entscheidung für ein Studium besonders stark beeinflussen.

Im Ergebnis stellen die Autoren unter anderem fest,

dass Frauen häufiger bessere Noten erhalten,öfter an allgemeinbildenden Schulen vertreten sind und häufiger die allgemeine Hochschulreife erwerben als Männer;

dass die Studierneigung auch mit der Schulform und dem erworbenen Abschluss zusammenhängt (besonders unter SchülerInnen der Gesamtschulen und beruflichen Schulen sowie AbsolventInnen mit einer Fachhochschulreife wollen seltener studieren gehen als SchülerInnen der Gymnasien und/oder mit allgemeiner Hochschulreife);

je mehr SchülerInnen ein halbes Jahr vor Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung ein Studium anstreben, desto eher entscheiden sich jene SchülerInnen nach dem Schulabschluss für ein Studium, die dies vor der Hochschulzugangsberechtigung noch nicht vorhatten und

je niedriger die Bildung und der berufliche Status der Eltern sind, desto niedriger ist die Studierneigung der Studienberechtigten.

Die Studie ‚Bundesländerunterschiede bei der Studienaufnahme’ von Marcel Helbig, Stefanie Jähnen und Anna Marczuk lesen Sie hier.