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Was Strom wirklich kostet

Hamburg, 15.01.2015/EG aus der Greenpeace Energy e.G., Hamburg

Greepeace Energy: Versteckte Mehrkosten für Kohle und Atom fast doppelt so hoch wie EEG-Umlage

Konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom verursachen 2015 eine finanzielle Mehrbelastung von voraussichtlich 11 Cent pro Kilowattstunde, wenn die versteckten Kosten auf den Strompreis umgelegt würden. Dies ist ein Ergebnis der Studie „Was Strom wirklich kostet“, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy erstellt hat. Damit würde die „Konventionelle-Energien-Umlage“ den Verbraucher doppelt so viel kosten wie die Umlage für Erneuerbare Energien, ohne dass er dies auf der Stromrechnung erkennen kann.

Während pro Jahr knapp 20 Milliarden Euro per Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in den Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind, Wasser und Sonne fließen, belaufen sich laut Studie die versteckten Zusatzkosten für konventionelle Energieträger 2014 und 2015 auf jeweils rund 40 Milliarden Euro. Darin enthalten sind sowohl staatliche Subventionen und finanzielle Vergünstigungen für konventionelle Energien als auch externe Kosten, mit denen die Gesellschaft für Umweltschäden oder die Endlagerung von Atommüll aufkommt. Die „Konventionelle-Energien-Umlage“ wird nach den Berechnungen des FÖS 2015 gegenüber dem Vorjahr sogar leicht steigen, während die EEG-Umlage sinkt.(Grafik ‚Staatliche Förderungen‘: Greenpeace Energy)

„Erneuerbare Energien sind nicht nur sauberer, sondern unterm Strich auch deutlich kostengünstiger als Kohle und Atom“, sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. „Das Problem ist aber, dass die hohen Kosten von Kohle und Atom vor dem Stromkunden versteckt werden und indirekt über Steuern und Abgaben bezahlt werden“, so Keiffenheim. (Grafik ‚Vollkosten neuer Anlagen‘: Greenpeace Energy)

Das Fazit der Wissenschaftler: Anders als häufig angenommen sind nicht die erneuerbaren Energien die „Preistreiber“ der Stromversorgung, sondern sie ersetzen Energieträger mit viel höheren Folgekosten für Steuerzahler und Gesellschaft. „Müssten die Energieversorger diese Zusatzkosten der Stromerzeugung in ihrer Kostenkalkulation berücksichtigen, wären erneuerbare Energien größtenteils heute schon wettbewerbsfähig“, sagt Swantje Küchler, Leiterin Energiepolitik beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft.

Der volkswirtschaftliche Kostenvorteil der erneuerbaren Energien wird nach den Berechnungen des FÖS noch deutlicher, wenn man die so genannten „Vollkosten“ neuer Anlagen miteinander vergleicht, die auch die Investitionskosten beinhalten. „Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist durch Lernkurven- und Skaleneffekte in den vergangenen Jahren immer kostengünstiger geworden, während sich neue konventionelle Kraftwerke kaum noch am Markt refinanzieren können“, sagt Studienleiterin Swantje Küchler.

Greenpeace Energy eG ist eine Einkaufsgenossenschaft für Verbraucher von atomstromfreier und klimafreundlich erzeugter Energie.

Zum Thema:

Das ARD-Magazin ‚Monitor’ sendet heute Abend, ab 21:45 Uhr, einen Bericht von Jan Schmitt und Nikolaus Steiner, wie verantwortliche Politiker den Atomkonzernen zu Millionen-Klagen verhelfen.

Der Monitor-Redaktion liegen geheime Dokumente, die belegen wie Spitzenpolitiker den Konzernbossen von RWE und Co. maßgeblich dabei geholfen haben, ihre riesigen Schadenersatzforderungen zu stellen.

Bisher fordern die großen deutschen Atomkonzerne fast 900 Millionen Euro vom Staat (Steuerzahler), weil sie ihre ältesten Atomkraftwerke nach der Kernkraftwerkskatastrophe von Fukushima vorübergehend stilllegen mussten.